Von&nbspLaura Fleischmann

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Das weltweite private Finanzvermögen wuchs im Jahr 2025 um 7,4 Prozent und lag damit deutlich über der Inflation, die in den großen Wirtschaftsräumen jeweils unter 3 Prozent blieb. In Deutschland lag sie bei 2,2 Prozent. Das geht aus dem heute veröffentlichten „Global Wealth Report 2026“ der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) hervor.

Wachstumstreiber vor allem durch starke Aktienmärkte

Der Haupttreiber des Vermögenszuwachses war die letztjährige Entwicklung an den Aktienmärkten. In Deutschland belief sich das Gesamtvermögen zum Stichtag 31. Dezember 2025 auf rund 23,3 Billionen US-Dollar. Mehr als die Hälfte davon wird in Sachwerten gehalten – vor allem in Immobilien.

BCG bezeichnet Personen mit einem Finanzvermögen von mehr als 100 Millionen US-Dollar als „Superreiche“ oder „Ultra High Net Worth Individuals“ (UHNWIs). In Deutschland umfasst diese Gruppe mittlerweile rund 5.000 Menschen – rund 1.100 mehr als ein Jahr zuvor. Weltweit gibt es knapp 97.000 Superreiche, mehr als ein Drittel davon lebt in den USA.

In dieser kleinen Gruppe konzentriert sich ein erheblicher Teil des Vermögens: Die rund 5.000 Superreichen machen 27,3 Prozent des gesamten Finanzvermögens in Deutschland aus. Zum Vergleich: Die rund 769.000 Dollarmillionäre – Menschen mit einem Finanzvermögen zwischen einer und 100 Millionen US-Dollar – besitzen zusammen 25,5 Prozent und damit weniger als die Superreichen allein. Dem gegenüber stehen in Deutschland rund 66 Millionen Menschen mit einem Finanzvermögen von weniger als 250.000 US-Dollar.

Die Vermögensschere wird immer größer

„Die Vermögenskonzentration an der Spitze nimmt weiter zu“, zitiert der Spiegel BCG-Partner Michael Kahlich. Wohlhabendere Menschen können ihr Vermögen breiter streuen und stärker in renditestarke Anlageklassen wie Aktien oder Private Equity investieren. „Das beschleunigt den Vermögensaufbau strukturell“, sagt Kahlich. Laut BCG dürfte der Anteil der Superreichen am deutschen Finanzvermögen bis zum Jahr 2030 weiter steigen.

Laut der Zeitschrift „Stern“ wird trotz rückläufiger Tendenz immer noch rund ein Drittel des deutschen Geldvermögens in Bargeld sowie auf Giro-, Festgeld- und Sparkonten gehalten. Weitere 25 Prozent sind in Lebensversicherungen und Renten gebunden.

Politisch brisante Zahlen

Laut BCG ist die vergleichsweise schwache Aktienanlagekultur ein Grund dafür, dass das deutsche Nettovermögen in den kommenden Jahren voraussichtlich langsamer wachsen wird als im westeuropäischen und globalen Durchschnitt. Hinzu kommen strukturelle Belastungen wie eine weitgehend stagnierende Wirtschaft, der demografische Wandel und ein schwaches Produktivitätswachstum.

Die neuen Daten dürften auch die koalitionsinterne Debatte zur Steuerpolitik befeuern. Die Bundesregierung streitet derzeit um die Finanzierung eines großen Reformpakets. Nachdem sich die SPD zunächst für höhere Steuern für Wohlhabende ausgesprochen hatte, sprachen sich konservative Politiker wie Sachsens Ministerpräsident Michael aus Kretschmer haben jüngst auch Offenheit für höhere Abgaben auf große Vermögen signalisiert.

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