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Verbotener Film: Dieses DDR‑Drama verschwand für 25 Jahre


18.07.2026 – 06:00 UhrLesedauer: 2 Min.

„Denk bloß nicht, ich heule“: Dem DDR-Regime missfiel der kritische Ton des Filmes. (Quelle: IMAGO/Jörg Erkens/imago)

Viele Filme der DEFA-Studios wurden von der DDR-Regierung verbannt. Auch „Denk bloß nicht, ich heule“ fiel diesem Schicksal zum Opfer.

Zwischen 1946 und 1992 schuf das DEFA-Studio legendäre Filme. Zu ihnen zählen unter anderem „Die Schlüssel“, „Das Kaninchen bin ich“ und „Spur der Steine“, die ein weiteres Schicksal miteinander verbindet: Sie wurden in der DDR verboten. Auch das Drama „Denk bloß nicht, ich heule“ blieb 25 Jahre von der Leinwand verbannt.

Darum geht es in „Denk bloß nicht, ich heule“

Musterschüler Peter (Peter Reusse) treibt es mit seinen Provokationen in der Schule zu weit. Als eine seiner Aktionen den Bogen überspannt, wird er vom weiteren Unterricht an der Erweiterten Oberschule ausgeschlossen. Perspektivlos versucht er, seine unerwartete Freizeit zu füllen.

Mitschülerin Anne (Anne-Kathrein Kretzschmar) entwickelt sich in dieser Phase zu Peters loyalster Freundin. Sie ist auch die Person, die ihm den fehlenden Abiturstoff vermittelt, und schafft somit die mögliche Voraussetzung, dass Peter doch die Chance auf die Prüfung erhält. Rektor Röhle (Herbert Köfer) lehnt diesen Vorschlag jedoch ab und zieht die Wut Peters auf sich.

Wie sehenswert ist „Denk bloß nicht, ich heule“?

Das Filmmagazin „Filmdienst“ lobt die atmosphärische Dichte und die hervorragende Schauspielleistung: „Ein formal außergewöhnlich dichter, hervorragend gespielter Film, der ebenso kritisch wie ambitioniert zur Diskussion über die Bedeutung des einzelnen in einer sozialistischen Gesellschaft herausfordert.“ Auch international gab es für das systemkritische Werk Anerkennung: Die Filmdatenbank „IMDb“ vergibt 6,6 Sterne.

Mittlerweile ist das Jugenddrama wieder zugänglich. Bei Prime Video ist „Denk bloß nicht, ich heule“ über den kostenpflichtigen Zusatzkanal „alles kino“ abrufbar.

Kritik am System unerwünscht

Das 11. Plenum des Zentralkomitees der SED, welches vom 15. bis 18. Dezember 1965 stattfand, entwickelte sich für die DDR-Kulturszene zu einem Problem. Wie das „Bundesarchiv“ berichtet, entbrannte eine „Debatte um Sauberkeit und Moral“. Die Kritik an der Führung und der Blick in den Westen führten laut DDR-Spitze zu Aufruhr – und das versuchte die SED mittels Zensur zu unterbinden.

Unter anderem wurden zwölf DEFA-Filme verbannt, zu denen auch „Denk bloß nicht, ich heule“ gehörte. Erst nach dem Ende wurde die Freigabe erteilt, die Filme wieder aufzuführen. Einige von ihnen feierten 1990 sogar erst ihre Premiere, obwohl sie in den 1960er-Jahren bereits fertiggestellt waren.

Zu fragwürdigem Ruhm kamen die betroffenen Werke somit unter dem Namen Kellerfilme. „Denk bloß nicht, ich heule“ konnte erst am 26. April 1990 seine offizielle Premiere feiern.


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