Betreiber reagiert fassungslos

300 Jahre alte Baumschule soll 2.500 Wohnungen weichen

07.05.2026 – 03:57 UhrLesedauer: 2 Min.

Holger Zahn (Archivbild): Der Geschäftsführer der Berliner Baumschule Späth fürchtet um den Charakter des rund 300 Jahre alten Areals. (Quelle: Sergej Glanze/imago)

Berlins Senat hat seinen Wohnungsbauplan für Späthsfelde überarbeitet. Was dabei geopfert werden soll, macht den Betreiber fassungslos.

Der Berliner Senat hat seine Pläne für das Wohnungsbauprojekt in Treptow erneut geändert. Nach exklusiven Informationen des rbb sollen in Späthsfelde nun bis zu 2.500 Wohnungen entstehen, nicht mehr auf Kleingartenflächen, sondern auf Teilen des Geländes der rund 300 Jahre alten Baumschule Späth. Grund für die Kehrtwende sei das seit März geltende Kleingartensicherungsgesetz, das den Wegfall von Kleingärten für Bauprojekte verbiete, heißt es in dem Bericht.

Seniorchef Holger Zahn reagierte auf die Pläne laut rbb fassungslos. Nach seinen Informationen sollen unmittelbar neben dem verbleibenden Teil der Baumschule viergeschossige Häuser entstehen, dahinter noch höhere. „Wenn man die Achse dann runterguckt, dann schaut man dann auf sieben- bis achtgeschossige Häuser“, wird er zitiert. Die Baumschule werde zwar überleben, ihren Charakter als grünes Zentrum aber verlieren, so Zahn.

Bemerkenswert: Auch Gerd Schoppa, Vorsitzender der Gartenfreunde Berlin, zeigt sich skeptisch, obwohl seine Kleingärten nun verschont bleiben sollen. „Die Frage steht ja generell, ob es günstig ist, in diesem Bereich überhaupt zu bauen“, wird er vom rbb zitiert.

Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler (SPD) verteidigt das Vorhaben gegenüber dem rbb. Berlin brauche dringend Wohnraum. Zur Gebäudehöhe gibt er zu bedenken: „Wenn man weniger Fläche bebauen will und zum Beispiel mehr Kleingarten erhalten will, dann muss man auch etwas mehr in die Höhe gehen.“ Acht Stockwerke seien für ihn kein überragendes Hochhaus. Der stadtentwicklungspolitische Sprecher der Grünen, Julian Schwarze, hält dagegen: Eine Vorfestlegung auf Wohnungszahlen sei „genau der falsche Ansatz“.

Gaebler plane, den Rahmenplan bereits Mitte Juni im Senat beschließen zu lassen. Bis erste Wohnungen fertig sein könnten, dürften noch Jahre vergehen; im günstigsten Fall Anfang der 2030er-Jahre.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version