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Hertha verpasst Startrekord – Leitl nimmt Stürmer in Schutz
Aktualisiert am 17.10.2026 – 06:51 UhrLesedauer: 4 Min.
Ha, Ho, He: Hertha BSC ist einer der größten Vereine in der 2. Fußball-Bundesliga. Im Newsticker auf t-online gibt es alle wichtigen Meldungen rund um die „Alte Dame“.
Hertha verpasst Startrekord – Leitl nimmt Stürmer in Schutz
Nach sieben Siegen zum Saisonstart hat Hertha BSC erstmals Punkte liegen gelassen. Die Berliner kamen am Freitagabend beim bislang sieglosen Tabellenletzten Holstein Kiel nicht über ein 0:0 hinaus. Damit verpasste Hertha den Zweitliga-Startrekord von Hannover 96 aus der Saison 1986/87. Die Mannschaft von Stefan Leitl bleibt dennoch Tabellenführer und hat weiterhin vier Punkte Vorsprung auf den 1. FC Nürnberg.
Vor allem die Chancenverwertung verhinderte den nächsten Sieg. Sebastian Grönning traf aus kurzer Distanz nur den Pfosten, auch Oluwaseun Adewumi und Luca Schuler vergaben gute Möglichkeiten. Leitl nahm seine Spieler anschließend in Schutz: „Ich will auch nicht immer reingehen und irgendwas verbessern oder so ein Besserwisser sein.“ Ein Sieg wäre aus seiner Sicht „mehr als verdient gewesen“. Grönning zeigte sich dagegen selbstkritisch: „Ich bin enttäuscht von mir selber, nicht von meiner Leistung, aber mit diesen Momenten, wo ich da sein muss.“
Ex-Hertha-Investor bekennt sich zu Millionen-Betrug
Vor einem US-Bundesgericht hat sich der frühere Hertha-Investor Joshua Wander, Mitgründer der Investmentfirma 777 Partners, in zwei Fällen schuldig bekannt: Überweisungsbetrug und Wertpapierbetrug. Das teilte die US-Staatsanwaltschaft für den südlichen Bezirk von New York mit. Wander und seine Firma sollen Kreditgeber und Investoren über mehrere Jahre um mehr als 500 Millionen Dollar geschädigt haben.
Laut Staatsanwaltschaft täuschte Wander unter anderem über die finanzielle Lage seines Unternehmens und ließ Kontoauszüge manipulieren. US-Staatsanwalt Jamie McDonald erklärte, Wander habe die so beschafften Gelder für Zwecke eingesetzt, „denen seine Kreditgeber niemals zugestimmt hatten – unter anderem zur Finanzierung der Fußballclubs von 777“.
Dem Richter sagte Wander laut der Nachrichtenagentur AP: „Als ich diese Taten beging, wusste ich, dass mein Handeln falsch war, und ich bedauere mein Verhalten zutiefst.“ Im Rahmen seines Schuldeingeständnisses erklärte er sich bereit, mindestens 500 Millionen Dollar zurückzuzahlen. Für jeden der beiden Anklagepunkte drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft. Das Strafmaß soll am 1. März 2027 verkündet werden.
777 Partners hatte 2023 die Anteile von Lars Windhorst an Hertha BSC übernommen und hielt damit 78,8 Prozent an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA. Wander und sein Mitgründer Steven W. Pasko zogen daraufhin in den Aufsichtsrat des Berliner Zweitligisten ein. Zum Fußball-Portfolio von 777 gehörten neben Hertha auch CFC Genua, Standard Lüttich und Vasco da Gama. Im Sommer 2025 übernahm die amerikanische Holdinggesellschaft A-CAP die Anteile von 777 Partners an diesen Clubs.
Vor dem Spiel gegen Holstein Kiel am kommenden Freitag ist Trainer Stefan Leitl auf den Gegner eingegangen. Die Kieler belegen derzeit mit nur vier Punkten den letzten Tabellenplatz. Hertha BSC ist weiter ungeschlagen Tabellenerster.
„Ich glaube, dass meine Jungs schon so clever sind und wissen, was in der 2. Bundesliga geboten ist. Es wäre grundsätzlich ein Fehler, den Gegner – egal, wie er heißt und auf welcher Tabellenposition er steht – zu unterschätzen“, sagte Leitl.