Kurz vor der WM

Diese Nachricht kann die Fifa gar nicht gebrauchen


Aktualisiert am 09.06.2026 – 11:46 UhrLesedauer: 3 Min.

Er galt einst als aussichtsreichster Kandidat auf die Nachfolge Sepp Blatters: Michel Platini. (Quelle: Pierre Teyssot/imago-images-bilder)

Der ehemalige Uefa-Präsident Michel Platini reicht zwei Klagen gegen Fifa-Boss Gianni Infantino ein. Der Zeitpunkt kann kaum Zufall sein.

Michel Platini geht gerichtlich gegen Fifa-Boss Gianni Infantino vor. Wenige Tage vor dem Start der Fußball-WM hat der ehemalige Uefa-Präsident Platini zwei Klagen gegen den Schweizer eingereicht. Die Vorwürfe wiegen schwer. Demnach bezichtigt der Franzose den mächtigen Fifa-Boss Infantino der Verschwörung gegen ihn. Nun soll sich die französische Justiz der Sache annehmen.

Die Fehde zwischen Platini und Infantino reicht weit zurück. Ursprünglich arbeiteten beide Männer eng zusammen, Platini als Uefa-Boss, Infantino als Generalsekretär des europäischen Verbands. Doch im Jahr 2015 kam es zum Bruch zwischen den beiden machtbewussten Funktionären. Nach dem Sturz des mächtigen Fifa-Bosses Sepp Blatter galt der ehemalige französische Weltklassespieler Michel Platini als Kronprinz. Er war der aussichtsreichste Kandidat auf die Nachfolge an der Spitze des Fußball-Weltverbands.

Doch dann kam die Justiz dazwischen. Am Morgen des 27. Mai 2015 führten Zürcher Kantonspolizisten im Nobelhotel Baur au Lac eine Razzia durch und nahmen sieben hochrangige Fifa-Funktionäre fest. Der Vorwurf lautete: Korruption bei der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar. Zwar wurde Blatter beim zeitgleich in Zürich stattfindenden Fifa-Kongress zunächst als Präsident wiedergewählt, doch nur wenige Tage später musste er unter dem Druck der Korruptionsermittlungen zurücktreten.

Sepp Blatter (v.l.n.r.), Michel Platini und Gianni Infantino beim Champions-League-Finale 2007 in Athen. (Quelle: IMAGO/Szwarc Henri/ABACA)
Fifa-Kongress im Jahr 2014: Da schien die Welt zwischen Infantino und Platini noch in Ordnung. (Quelle: imago sportfotodienst via www.imago-images.de)

Platini zog Kandidatur zurück, Infantino wurde gewählt

Der damalige Uefa-Präsident Platini sollte Blatter eigentlich im Amt beerben. Doch dazu kam es nicht. Wegen einer umstrittenen Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken, die Blatter an Platini angewiesen hatte, wurde gegen beide ein Betrugsverfahren eröffnet. Die Fifa-Ethikkommission sperrte Platini daraufhin für acht Jahre und schloss ihn von sämtlichen Aktivitäten im Weltverband aus. Platini zog seine Kandidatur für den Fifa-Vorsitz schließlich zurück, um „seinen Namen reinzuwaschen“, wie er im Januar 2016 sagte.

Die Karriere des Franzosen als hochrangiger Fußballfunktionär war damit endgültig vorbei, ein jahrelanges Verfahren mit strafrechtlichen Ermittlungen schloss sich an. Im Februar 2016 wurde der damalige Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino zum Fifa-Präsidenten gewählt. Ein Amt, das er bis heute innehat. Infantino ist mächtiger denn je, Platini wurde erst im März 2025 von einem Schweizer Gericht endgültig von allen Vorwürfen des Betrugs freigesprochen. Ebenso wie Blatter. Die Betrugsvorwürfe konnten nie belegt werden.

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