Früherkennung von Darmkrebs

Stuhltest: Wie zuverlässig ist der iFOBT?


22.08.2025 – 13:51 UhrLesedauer: 3 Min.

Mann hält Röhrchen für eine Stuhlprobe in der Hand: Der iFOBT weist Blut im Stuhl nach.

Mann hält das Röhrchen für eine Stuhlprobe in der Hand: Der iFOBT weist Blut im Stuhl nach. (Quelle: Wirestock/getty-images-bilder)

News folgen

Gesetzlich Versicherte ab 50 Jahren haben – alternativ zur Darmspiegelung – Anspruch auf einen Stuhltest. Der iFOBT ist unkompliziert, hat aber auch Nachteile.

Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen. Das Risiko für einen bösartigen Tumor im Darm nimmt mit dem Alter zu. Daher übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen für Versicherte ab 50 Jahren die Kosten für bestimmte Untersuchungen zur Früherkennung.

Männer und Frauen ab 50 können entweder

  • eine Darmspiegelung machen lassen und diese Wunsch im Abstand von zehn Jahren wiederholen oder (wenn sie keine Darmspiegelung möchten)
  • alle zwei Jahre einen Stuhltest machen, welcher nicht sichtbares Blut nachweist.

Die Darmspiegelung ist im Vergleich zu einem Stuhltest aufwendiger. Auch Angst vor der Untersuchung kann eine Rolle spielen, obwohl diese in der Regel unbegründet ist. Daher nehmen viele Menschen stattdessen den Stuhltest in Anspruch.

Personen mit bestimmten Risikofaktoren (etwa einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung) können die gesetzlichen Leistungen zur Früherkennung von Darmkrebs nach ärztlicher Absprache auch schon vor dem 50. Geburtstag in Anspruch nehmen. Und auch bei Beschwerden, die abgeklärt werden sollten, sind die genannten Untersuchungen kostenlos.

iFOBT ist die Abkürzung für immunological fecal occult blood test (immunologisch fäkaler Okkultbluttest). Der Test zeigt an, ob sich im Stuhl Blut befindet, was ein Zeichen für Darmkrebs oder seine Vorstufen sein kann.

Blutspuren sind nicht unbedingt mit bloßem Auge erkennbar. Der iFOBT weist auch nicht sichtbares Blut nach. Fachleute sprechen bei unsichtbarem Blut von okkultem Blut.

Der iFOBT ist ein sogenannter immunologischer Test: Eventuell vorhandenes Blut wird dabei mithilfe von Antikörpern aufgespürt, welche an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin binden. Der Test hat 2017 den sogenannten Guajak-Test (gFOBT) zur Früherkennung von Darmkrebs abgelöst.

Wer einen iFOBT machen möchte, kann sich an die hausärztliche Praxis wenden. Alternativ kann der Frauenarzt oder der Urologe ein Ansprechpartner sein. Der Patient erhält ein spezielles Entnahmeset, mit dessen Hilfe er die Stuhlprobe sammelt.

Den Test kann jeder selbst zu Hause durchführen. Wichtig ist, sich genau an die Anleitung zu halten. Der gesammelte Stuhl muss zeitnah (in der Regel am nächsten Tag) in der Arztpraxis abgegeben werden. Von dort aus wird er ins Labor geschickt und ausgewertet.

Um falsche Ergebnisse zu vermeiden, sollten Frauen den Test erst mehrere Tage nach der Menstruationsblutung durchführen.

Hat der Test ergeben, dass sich Blut im Stuhl befindet, ist eine weiterführende Untersuchung zur Abklärung nötig. In der Regel wird der Arzt dann eine Darmspiegelung vorschlagen.

Wichtig zu wissen: Blut im Stuhl kann ein Hinweis auf Darmkrebs sein. Es kann jedoch auch zahlreiche andere Ursachen haben – etwa vergrößerte Hämorrhoiden, eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung oder Polypen (welche im Verlauf zu Krebs entarten können). Nur selten handelt es sich tatsächlich um Krebs.

Auch kann es sein, dass ein Test Blut im Stuhl anzeigt, obwohl dies nicht der Fall ist (falsch-positives Ergebnis). Ein positiver Stuhltest ist somit kein Beweis für eine Krebserkrankung, aber ein Anlass, um der Ursache auf den Grund zu gehen.

Trotz möglicher Ungenauigkeiten kann der iFOBT sinnvoll sein – insbesondere dann, wenn er nicht nur einmal, sondern regelmäßig durchgeführt wird. Studien zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, an Darmkrebs zu sterben, sinkt, wenn ein Stuhltest in bestimmten Abständen durchgeführt wird.

Ohne Früherkennung sterben 3 von 1.000 Frauen und 6 von 1.000 Männern ab 60 in den nächsten 10 Jahren an Darmkrebs. Der iFOBT kann das Risiko etwas senken: Fachleute gehen in puncto Zuverlässigkeit von folgender Schätzung aus: Von 1.000 Menschen im Alter von 60 Jahren, die regelmäßig einen Stuhltest machen, verstirbt 1 weniger an Darmkrebs – verglichen mit Personen, die keine Früherkennung wahrnehmen.

Ob der Test auch das Risiko senkt, überhaupt Darmkrebs zu bekommen – etwa, indem Polypen rechtzeitig entdeckt und behandelt werden –, ist unklar.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version