Wenn Sie die „Kartenfolgenummer“ bei der Polizei nicht zur Hand haben, erfolgt die Sperrung der Debitkarte im Kuno-System für etwa zehn Tage. Für eine dauerhafte Sperrung benötigen Sie die „Kartenfolgenummer“. Diese muss online auf dem Portal des Kuno-Sperrdienstes eingegeben werden.
Wenn die „Kartenfolgenummer“ nachträglich in das Kuno-Sperrsystem eingetragen wird, wird eine veranlasste Kontensperre in eine explizite Kartensperre umgewandelt. Das bedeutet, dass nur die Debitkarte gesperrt wird, die Kontensperre hingegen ist aufgehoben.
Nein, eine Kuno-Sperrung kann nicht direkt aufgehoben werden. Sie als Karteninhaber müssen stattdessen eine neue Debitkarte bei Ihrer Bank beantragen. Die alte, gesperrte Karte bleibt ungültig.
Für die neue Debitkarte könnten je nach Institut auch Kosten anfallen. Zunächst erhalten Sie die neue Karte per Post, danach folgt in einem gesonderten Brief die neue PIN. Rechnen Sie mit einer Versandzeit zwischen drei und fünf Werktagen. In dieser haben Sie keine Debitkarte zur Verfügung.
Sollte es dennoch zu einer unberechtigten Abbuchung von Ihrem Konto gekommen sein, sollten Sie bei Verdacht auf Betrug zunächst die Lastschrift zurückgeben. Dazu haben Sie etwa acht Wochen Zeit. Wenden Sie sich dazu an Ihre Bank und bitten Sie sie, den Betrag zurückzubuchen.
Der betroffene Händler, der seine Ware an einen mutmaßlichen Betrüger verkauft hat, wird dann über ein Inkassounternehmen versuchen, den ihm zustehenden Kaufpreis einschließlich aller angefallenen Gebühren vom regulären Karteninhaber einzutreiben.
Nachdem der Händler über die Sperrung der Debitkarte durch die zuständige Polizeibehörde informiert wurde, liegt die Beweislast beim Händler. Besteht er auf der Rückbuchung der Zahlung, muss er nachweisen, dass Sie persönlich mit der angeblich gestohlenen Karte bezahlt haben. Kann er das nicht, ist der Fall erledigt.
Pro Jahr werden etwa 120.000 Sperrungen in ganz Deutschland vorgenommen und über das Kuno-System abgewickelt. Die zusätzliche Kuno-Sperrung hat laut Statistiken zu einem deutlichen Rückgang von Debitkartenmissbrauch geführt. Der Betrug im sogenannten unbaren Zahlungsverkehr war mit – 28,8 Prozent pro Jahr rückläufig. Die Kuno-Sperrdatei wird von etwa 96 Prozent der Händler in Deutschland direkt oder indirekt genutzt.
