Strittig sind offenbar weitere Details, etwa zur genauen Höhe der Zulagen, zu einem Kostendeckel oder zur Frage, ob die Rente am Ende lebenslang bezogen werden muss.
Die Finanzbranche begrüßt die Zusage der Regierung, die Reform der privaten Altersvorsorge kurzfristig auf den Weg bringen zu wollen. Der Fondsverband BVI etwa hält die Reform für zentral, um private Vorsorge „für Millionen Erwerbstätige attraktiver“ zu machen.
Thomas Soltau, CEO von Smartbroker, spricht von einer „historischen Chance, die lange überfällig ist“. Er fordert ein einfaches, transparentes Modell ohne Garantien und Verrentungspflicht und frei von Steuern in der Ansparphase. Ähnlich äußert sich auch der Geldratgeber „Finanztip“, der dem Verbraucherschutz nahesteht. Man dürfe die „Riester-Fehler“ nicht wiederholen.
Der Gesamtverband der Versicherer (GDV) verweist dagegen auf eine aktuelle Studie von Insurance Europe, dem Verband der europäischen Versicherungs- und Rückversicherungsbranche, wonach sich 81 Prozent der Befragten Produkte mit Kapitalsicherheit wünschen. Er fordert, Garantien nicht vollständig aufzugeben und die lebenslange Auszahlung beizubehalten.
Neu ist die Zusage von Finanzminister Klingbeil, die private Vorsorge zusätzlich über die Dividenden aus Aktienbeständen des Bundes mit 10 Milliarden Euro zu fördern. Derzeit hält Deutschland Beteiligungen unter anderem an der Deutschen Post, Telekom und Commerzbank. Erträge daraus dürften Schätzungen zufolge rund 400 Millionen Euro betragen.
Details, wie das Geld genau eingesetzt werden kann, stellte Klingbeil für den 10. Dezember in Aussicht. Das Geld solle aber vor allem der jungen Generation zugutekommen.
Teil des Rentenpakets sind nach jetzigem Stand auch Mütterrente und Aktivrente, wonach Rentner ab 2026 2.000 Euro pro Monat steuerfrei hinzuverdienen dürfen. Daneben plant die Regierung, eine Reform der Betriebsrente zu verabschieden. Insgesamt wolle man die drei Säulen der Altersvorsorge (gesetzlich, betrieblich, privat) zueinander „neu gewichten“.
