Wegen staatlicher Internetsperre: Mehr als eine Million Iraner arbeitslos

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Wegen staatlicher Internetsperre

Mehr als eine Million Iraner arbeitslos

Als Reaktion auf die Unruhen im Land schränkt Irans Mullah-Regime den Internetzugang massiv ein. So soll verhindert werden, dass sich Protestierende organisieren und Bilder des Geschehens nach außen dringen. Die Netzsperren haben noch einen weiteren Effekt: über eine Million Arbeitsplätze sind vernichtet.

Die von der iranischen Regierung wegen Protesten verhängte weitreichende Internetsperre hat eine Million Iraner arbeitslos gemacht. Das gab die nationale Gemeinschaft der Online-Unternehmen bekannt. “Von der Internetzensur sind fast alle Online-Geschäfte betroffen, alleine die Sperre der Instagram App hat in den letzten Tagen 400.000 Online-Unternehmen lahmgelegt und über eine Million Menschen wurden arbeitslos”, erklärte die Vereinigung nach Angaben des Nachrichtenportals Khabarfoori.

Die für die Einschränkungen und Sperren verantwortlichen Behörden seien für die gravierenden Folgen für die Online-Industrie verantwortlich. Außerdem würden die Maßnahmen dazu führen, dass bald noch mehr qualifizierte Arbeitskräfte das Land verließen und auswanderten.

Trotz massiver Jobverluste: Beschränkungen bleiben vorerst bestehen

Als Reaktion auf die Proteste hatte die Regierung vergangene Woche den Zugang zum Internet stark eingeschränkt und einige Apps ganz gesperrt. Insbesondere mobile Funknetze funktionieren kaum. Damit soll den Demonstranten erschwert werden, sich zu organisieren oder Videos und Bilder in den sozialen Medien mit der Welt zu teilen. Laut Telekommunikationsminister Issa Sarepur werden die Beschränkungen “solange wie notwendig” bestehen bleiben.

Zu den gesperrten Apps gehören auch Instagram und WhatsApp. Die beiden Anwendungen spielen eine wichtige Rolle für das Online-Geschäft von etwa zehn Millionen Iranern. Instagram diente etwa für viele als Ausstellungsraum, WhatsApp wurde als Kommunikations- und Zahlungsportal genutzt. Die Verluste nach der Sperre liegen laut Medienberichten in Millionenhöhe.

Ausgelöst durch den Tod von Mahsa Amini, die nach ihrer Festnahme durch die Sittenpolizei starb, gehen seit dem 19. September täglich Tausende Menschen im Iran auf die Straßen, um gegen das theokratische Regime zu protestieren. Die Regierung geht mit äußerster Gewalt gegen sie vor, Menschenrechtsorganisationen gehen inzwischen von mindestens 76 Toten aus.

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