Ukraine-News: ++ Foto sorgte für Aufsehen – Zahnkronen stammen offenbar von Zahnarzt ++

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Es war ein Foto, das für Aufsehen sorgte: Das ukrainische Verteidigungsministerium teilte Bilder aus dem kürzlich befreiten Dorf Pisky-Radkivski in der Region Charkiw. Zu sehen waren eine Gasmaske und eine Kiste mit goldenen Zahnkronen. „Eine Folterkammer“, schrieb das Ministerium in einem Tweet. „Eine Gasmaske, die einem Opfer auf den Kopf gesetzt wurde, das mit einem schwelenden Lappen bedeckt und lebendig begraben wurde. Und eine Schachtel mit goldenen Zahnkronen. Ein Mini-Auschwitz.“

Doch der Verdacht, dass es sich um Zahnkronen von ukrainischen Opfern russischer Soldaten handelt, stimmt offenbar nicht, wie eine Recherche der „Bild“-Zeitung zeigt. Die Zähne stammen demnach von einem örtlichen Zahnarzt.

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„Diese Zähne sehen aus wie die aus meiner Sammlung, die hier geplündert wurde“, sagte der Arzt, der mit seinem Vornamen Sergey zitiert wird, der Zeitung. „Ich bin der einzige Zahnarzt hier. Also wenn sie hier gefunden wurden, müssen sie von mir sein.“ Er vermutet, die russischen Soldaten hätten die Zähne wohl für echtes Gold gehalten und deswegen geklaut. Die Kronen stammten nicht von toten Menschen. „Sie stammen von Menschen, die ich all die Jahre behandelt habe. Ich habe diese Zähne herausgenommen, weil sie schlecht waren.“ Woher die Gasmaske kommt, konnte die „Bild“ nicht klären.

Gleichwohl wurden die Menschen in Pisky-Radkivski laut „Bild“ Opfer russischer Folter. Mehrere Anwohner sagten der Zeitung, sie hätten immer wieder Hilfeschreie gehört. Ein Mann sagte: „Sie nahmen mich einfach mit. Als ich geschlagen wurde, sagten sie: ‚Wenn du nicht mit uns arbeitest, schießen wir dir in die Beine und das war’s‘.“

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Alle Entwicklungen im Liveticker:

10:50 Uhr – Deutsche Truppen für Übung der Nato-Brigade in Litauen eingetroffen

In Litauen sind Bundeswehr-Soldaten für die erste Übung der deutschen Nato-Brigade zum verstärkten Schutz des Bündnispartners eingetroffen. Mit einem Schiff wurden Truppenangehörige und Militärfahrzeuge des Jägerbataillons 413 Torgelow von Kiel über die Ostsee in das baltische EU- und Nato-Land verlegt. Nach der Ankunft im Hafen von Klaipeda machte sich das deutsche Truppenkontingent am Mittwochabend im Konvoi auf den Weg zum litauischen Militärstützpunkt Rukla, wie ein Bundeswehr-Sprecher am Donnerstag mitteilte. Zuvor hatte sich bereits ein Vorauskommando per Flugzeug für das Manöver auf den Weg nach Litauen gemacht.

Nach Angaben der litauischen Armee werden insgesamt 250 Soldaten der deutschen Nato-Brigade mit Ausrüstung an der Militärübung „Fast Griffin“ teilnehmen und mit litauischen Truppen üben. Es sei die erste gemeinsame Übung nach der im Juni erzielten Einigung über die Entsendung einer deutschen Brigade nach Litauen, hieß es in einer Mitteilung. Das Manöver soll am 7. Oktober beginnen.

10:44 Uhr – Abgeordneter will Autos geflohener Russen beschlagnahmen

Hunderttausende Russen haben ihr Land aus Angst vor einem Kriegsdienst in der Ukraine verlassen – und mitunter ihre Autos an überfüllten Grenzübergängen zurückgelassen. Diese Fahrzeuge sollten nun beschlagnahmt werden, sagte der Abgeordnete Oleg Morosow der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti. „Wir müssen das Gesetz dringend ändern, damit Entscheidungen zur Überführung von Fahrzeugen in staatliches Eigentum getroffen werden können.“ Eine Beschlagnahmung könne etwa dann in Frage kommen, wenn ein Auto nach einem Monat nicht abgeholt worden sei, meinte der Politiker der Kremlpartei Geeintes Russland.

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IT-Experte Pavel Fedorov, 29, floh aus Moskau nach Berlin

09:55 Uhr – London: Russland am Fluss Dnipro vor strategischem Dilemma

Nach Einschätzung britischer Geheimdienste steht Russland bei der Verteidigung heftig umkämpfter Gebiete am Dnipro-Fluss in der Ukraine vor einem strategischen Dilemma. Eine der größten Herausforderungen für russische Kommandeure sei derzeit die zunehmende Bedrohung der strategisch wichtigen Stadt Nowa Kachowka am Südende des Dnipro-Stausees, hieß es im täglichen Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums. Die Russen benötigten den beschädigten Nachschubweg über den Dnipro in dieser Region, um die eigenen Truppen jenseits des Flusses zu versorgen.

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Die Charkiw-Offensive geht in die nächste Runde

Ein Rückzug der Einheiten von dort würde zwar die Verteidigung der Region um die Gebietshauptstadt Cherson verstärken, allerdings werde es der politische Imperativ wohl gebieten, sich nicht zurückzuziehen, heißt es von den Briten. Moskau habe bereits die Mehrheit seiner unterbesetzten Luftstreitkräfte bei der Verteidigung von Cherson eingesetzt. Daher verfüge der Kreml kaum über weitere, hoch qualifizierte und schnell einsetzbare Truppen, die die Front stabilisieren könnten. Es sei wahrscheinlich, dass dabei künftig Reservisten eingesetzt würden, hieß es weiter.

09:03 Uhr – FDP-Abgeordnete Strack-Zimmermann zu Gesprächen in der Ukraine

Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), ist am Donnerstag zu Gesprächen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew eingetroffen. Sie werde dort mit Vertretern der Regierung und Angehörigen der ukrainischen Streitkräfte sprechen, teilte das Büro der Abgeordneten mit. Auf dem Programm stand demnach auch ein Besuch an Orten, an denen es Kämpfe bei der Verteidigung des Landes gegen die russischen Angreifer gegeben hatte.

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08:15 Uhr – Klingbeil mahnt bei Gaspreisdeckel Geduld bis Montag an

Angesichts der Unklarheit über die Umsetzung der geplanten Gaspreisbremse hat SPD-Chef Lars Klingbeil Geduld bis Montag angemahnt. „Alle wollen jetzt, dass sofort was passiert, das will ich auch, aber ich vertraue den Expertinnen und Experten, die ein kluges Modell dann am nächsten Montag vorlegen werden“, sagte Klingbeil im ZDF-„Morgenmagazin“. Es sei wichtig, dass die Entlastungen noch dieses Jahr bei den Bürgern ankämen. Die Maßnahme werde die Preise „wirklich massiv nach unten drücken“.

08:10 Uhr – Selenskyj meldet weitere Geländegewinne

Die Ukraine kommt bei der Rückeroberung von durch Russland besetzten Gebieten nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj weiter voran. Nachdem sich die russischen Streitkräfte von den Frontlinien im Süden und Osten zurückgezogen hätten, hätten ukrainische Truppen Nowowoskresenske, Nowohryhoriwka und Petropawliwka nordöstlich der Stadt Cherson befreit, sagte Selenskyj in seiner täglichen Video-Ansprache.

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Das von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Sputnik veröffentlichte Bild zeigt russische Soldaten die in der Stadt im Norden der Krim auf einem Militärlastwagen sitzen

Ratschläge für Verhandlungen

Er und seine hochrangigen Militärbeamten hätten sich getroffen, um über die Rückgewinnung aller von Russland besetzten Gebiete zu diskutieren, fügte Selenskyj hinzu. Das ukrainische Militär im Süden teilte mit, seine Streitkräfte hätten mindestens 58 russische Kämpfer getötet sowie neun Panzer, 17 gepanzerte Fahrzeuge und vier Haubitzen zerstört. Die Angaben lassen sich unabhängig nicht unmittelbar überprüfen.

Die aktuelle Situation in der Ukraine

Die aktuelle Situation in der Ukraine

Quelle: Infografik WELT

05:45 Uhr – Ukraine: Brände und Verletzte bei Kampf um Saporischschja

Die Kämpfe in der ukrainischen Stadt Saporischschja halten in der Nacht an. „Infolge der feindlichen Angriffe sind in der Stadt Brände ausgebrochen, es gibt möglicherweise Verletzte. Rettungskräfte sind bereits dabei, Menschen aus den Trümmern zu bergen“, teilt eder Gouverneur der Region, Oleksandr Starukh, auf Telegram mit. Mehrere Wohnhäuser seien durch den Beschuss beschädigt oder zerstört.

05:00 Uhr – Medienberichte: US-Geheimdienste vermuten Ukraine hinter Dugina-Anschlag

US-Geheimdienste sollen Berichten zufolge davon ausgehen, dass Teile der ukrainischen Regierung den Mordanschlag auf die russische Kriegsunterstützerin Darja Dugina in Moskau genehmigt haben. Die USA hätten zuvor keine Kenntnis von den Plänen gehabt, berichteten die Zeitung „New York Times“ und der Sender CNN am Mittwoch unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen.

Es sei aber offen, wer genau den Anschlag abgesegnet habe. US-amerikanische Regierungsvertreter hätten ukrainische Vertreter wegen des Attentats ermahnt, hieß es weiter.

Alexander Dugin bei der Trauerfeier für Darja Dugina

Alexander Dugin bei der Trauerfeier für Darja Dugina

Quelle: AFP/KIRILL KUDRYAVTSEV

Das Auto mit der Tochter des Rechtsnationalisten Alexander Dugin am Steuer war am 20. August in der Nähe von Moskau explodiert. Die Ermittler beschuldigten bereits kurz nach der Tat eine aus der Ukraine stammende Tatverdächtige, die zur Fahndung ausgeschrieben wurde. Russland macht für das Attentat ukrainische Geheimdienste verantwortlich. Kiew weist jegliche Beteiligung zurück.

04:00 Uhr – Scholz reist zu Gipfel mit 44 europäischen Ländern nach Prag

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wird am Donnerstag in Prag erwartet. Er nimmt im Prager Schloss an dem Gründungsgipfel der Europäischen Politischen Gemeinschaft teil (ab 14.00 Uhr, Abschluss-Pressekonferenz gegen 21.45 Uhr). Dazu sind die Staats- und Regierungschefs von mehr als 40 Ländern eingeladen, die die Ukraine im russischen Angriffskrieg unterstützen. Die Teilnehmer wollen damit ein Signal der Geschlossenheit an den russischen Präsidenten Wladimir Putin senden.

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Zu dem neuen politischen Forum gehören neben der Ukraine und den EU-Ländern unter anderem Großbritannien, die Türkei, die Westbalkanstaaten und die Kaukasusrepubliken Armenien und Aserbaidschan. Für die Ukraine wird Regierungschef Denys Schmyhal in Prag erwartet, Präsident Wolodymyr Selenskyj soll dazugeschaltet werden. Hauptthemen sind die Sicherheitspolitik und Energiefragen.

02:30 Uhr – Selenskyj: Russland hat schon verloren

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht Russland im Angriffskrieg gegen sein Land auf der Verliererstraße. Der Kreml habe schon verloren, da er der russischen Gesellschaft noch immer nicht erklären könne, warum der Krieg und die Mobilisierung nötig seien, sagte Selenskyj in seiner regelmäßigen Videoansprache auf Russisch. „Und immer mehr Bürger Russlands stellen fest, dass sie nur sterben müssen, weil eine Person den Krieg nicht beenden will“, ergänzte er.

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