Ukraine-Krieg +++ Russen fliehen wegen Teilmobilmachung in Nachbarländer +++

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Angesichts der von Präsident Wladimir Putin angekündigten Teilmobilmachung haben bereits zahlreiche Russen das Land verlassen, um einem Einsatz an der Front zu entgehen. Von den Grenzen zu mehreren Nachbarländern wurden am Donnerstag lange Warteschlangen gemeldet, aktuelle Zahlen von aus Russland flüchtenden Menschen waren zunächst aber nicht bekannt.

Ein Einreisender an der Grenze zur Mongolei berichtete der Nachrichtenagentur AFP, dass er zwölf Stunden lang habe warten müssen, bis er mit dem Auto die Grenze überqueren konnte. Die Ankündigung hatte auch zu einem Ansturm auf Tickets für Auslandsflüge geführt. Laut der in Russland beliebten Buchungsseite „Aviasales“ waren alle Direktflüge in die nächstgelegenen ehemaligen Sowjetrepubliken Armenien, Georgien, Aserbaidschan und Kasachstan am Mittwoch ausgebucht.

Auf dem Flughafen von Eriwan in Armenien sagten Russen der AFP, vor der Mobilisierung geflohen zu sein. Der 45-jährige Dmitri ließ nach eigener Schilderung Frau und Kinder in der Heimat zurück. „Ich will nicht in diesem sinnlosen Krieg sterben. Es ist ein Bruderkrieg“, sagte er.

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Armenien ist seit Kriegsbeginn zu einem wichtigen Exilland für flüchtende Russen geworden – armenische Behörden haben seitdem mindestens 40.000 Ankünfte aus Russland in der ehemaligen Sowjetrepublik verzeichnet. Rund 50.000 Menschen sollen ins benachbarte Georgien geflohen sein.

Finnische Grenzbeamten berichteten am Donnerstag, dass die Zahl der Grenzübertritte nur „mäßig“ gestiegen sei – Russen benötigen dort für die Einreise ein Visum.

Ukraine-Krieg - Finnland

Autos stehen am Grenzkontrollpunkt Nuijamaa Schlange, um die Grenze von Russland nach Finnland zu passieren

Quelle: dpa/Lauri Heino

Ukraine-Krieg - Moskau

Währenddessen am Mittwoch in Moskau: Polizisten halten Demonstranten während einer Demonstration gegen die Anordnung einer Teilmobilisierung der Streitkräfte fest

Quelle: dpa/Alexander Zemlianichenko

Während Polen und die baltischen Staaten in den vergangenen Wochen die Einreise für Russen drastisch beschränkt hatten, erklärte sich Deutschland am Donnerstag bereit, Deserteure der russischen Armee aufzunehmen. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte: „Wer sich dem Regime von Präsident Wladimir Putin mutig entgegenstellt und deshalb in größte Gefahr begibt, kann in Deutschland wegen politischer Verfolgung Asyl beantragen.“

Putin hatte am Mittwoch eine Teilmobilmachung von Russen im wehrfähigen Alter angekündigt. Nach Angaben von Verteidigungsminister Sergej Schoigu sollen rund 300.000 Reservisten zur Verstärkung der russischen und separatistischen Kräfte in den Osten und Süden der Ukraine entsandt werden.

Nach Angaben des russischen Militärs meldeten sich binnen 24 Stunden rund 10.000 Menschen, um in der Ukraine zu kämpfen. Sie seien freiwillig und ohne auf die Vorladung zu warten in die Rekrutierungsbüros gekommen, sagte ein Militärsprecher am Donnerstag der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Am Mittwoch waren in Russland bei Protesten gegen die Teilmobilmachung landesweit mehr als 1300 Menschen festgenommen worden, wie die Bürgerrechtsorganisation OVD-Info mitteilte.

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Alle Entwicklungen im Liveticker:

22:20 Uhr – Selenskyj ruft Russen zum Protest gegen Mobilmachung auf

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Russen dazu aufgerufen, sich gegen die Teilmobilmachung im Land zu stellen. „Protestiert! Kämpft! Lauft weg! Oder begebt Euch in ukrainische Kriegsgefangenschaft! Das sind die Varianten für Euch zu überleben“, wandte sich Selenskyj am Donnerstag in seiner täglichen Videoansprache auf Russisch an die vor der Mobilisierung stehenden Menschen in Russland. Seinen Angaben nach sind bereits 55 000 russische Soldaten in der Ukraine ums Leben gekommen.

Selenskyj richtete auch einen Appell an die Mütter und Ehefrauen der Einberufenen. „Zweifelt nicht daran, dass die Kinder der Führung Eures Staats nicht am Krieg gegen die Ukraine teilnehmen. Diejenigen, die die Entscheidungen in Eurem Land treffen, schützen ihre Kinder. Und Eure Kinder werden nicht einmal beerdigt“, sagte er.

UN-Vollversammlung - Selenskyj

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, spricht auf der 77. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Hauptquartier der Vereinten Nationen

Quelle: dpa/Julia Nikhinson

An die eigenen Landsleute gerichtet erklärte Selenskyj, dass die Mobilisierung in Russland ein Zeichen der Stärke der Ukraine sei. Mit der Entscheidung werde der Krieg nun für die Russen nicht mehr nur ein Ereignis aus dem Fernsehen sein, sondern ins reale Leben einziehen. Für die Ukrainer hingegen ändere sich dadurch nichts, sie würden weiter für die Befreiung ihres Landes kämpfen, gab er sich überzeugt. Bezug nehmend auf die UN-Vollversammlung erklärte der ukrainische Präsident, dass die Ukraine nun von einem noch größeren Kreis an Staaten der internationalen Gemeinschaft unterstützt werde.

21:52 Uhr – „Referenden“ in Ukraine sollen bis Dienstag andauern

Die am Freitag beginnenden Scheinreferenden in vier ukrainischen Regionen über einen Beitritt zu Russland sollen bis Dienstag andauern. Das ordneten die selbsternannten Volksrepubliken in den Donbass-Regionen Donezk und Luhansk sowie die von Russland eingesetzten Verwaltungen in den Regionen Cherson und Saporischschja an.

Die Abstimmungen erfolgen ohne Zustimmung der von Russland angegriffenen Ukraine, unter Kriegsrecht und nicht nach demokratischen Prinzipien. Sie werden weltweit als völkerrechtswidrig angesehen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einer Täuschung, um die Öffentlichkeit abzulenken.

21:30 Uhr – Tschechien will russischen NHL-Spielern Einreise verweigern

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine hat auch Auswirkungen auf die Spiele der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL in Europa. Die Nashville Predators und die San Jose Sharks werden am 7. und 8. Oktober in der Prager O2-Arena zwei Spiele der regulären Saison bestreiten, es sind die ersten Partien außerhalb Nordamerikas seit Beginn der Corona-Pandemie. Die russischen Spieler der Teams dürfen aber nach einem Beschluss des tschechischen Außenministeriums nicht einreisen, wie die Nachrichtenagentur AP am Donnerstag berichtete.

Viele Spieler betrifft es aber nicht. Bei Nashville spielt der russische Stürmer Jakow Trenin und San Jose hat Alexander Barabanow im Kader sowie Jewgeni Swetschnikow, der sich mit einem Tryout-Vertrag im Trainingslager befindet.

20:56 Uhr – Gefangenenaustausch in der Ukraine: Separatisten-Chef bestätigt Deal

Zu einem großen Gefangenenaustausch in der Ukraine sind am Donnerstag weitere Details bekanntgeworden. Vertreter der Ukraine erklärten am Donnerstag, dass 215 ukrainische und ausländische Kämpfer freigelassen wurden – 200 davon im Tausch gegen einen einzelnen Verbündeten des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Denis Puschilin, der Chef der selbsternannten Volksrepublik von Donezk im Osten der Ukraine, bestätigte, dass der prorussische ukrainische Politiker Viktor Medwedtschuk Teil des Austausches war. Putin hatte Medwedtschuk wiederholt als Opfer politischer Unterdrückung in der Ukraine dargestellt. Medienberichten zufolge war Medwedtschuk vor Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine für Russland ein Top-Kandidat für die Führung einer Marionettenregierung, die der Kreml demnach in dem Land zu installieren hoffte.

Unter den im Zuge des Gefangenenaustauschs Freigelassenen waren nach ukrainischen Angaben Verteidiger des Asovstal-Stahlwerks in Mariupol, außerdem zehn Ausländer, darunter fünf britische Staatsbürger und zwei Veteranen des US-Militärs. Einigen der Männer drohte in von Russland besetzten Gebieten die Todesstrafe.

20:15 Uhr – Russland beruft 120.000 Wehrpflichtige im Herbst ein

In der einmal pro Halbjahr stattfindenden Einberufung hat Russland 120.000 Wehrpflichtige eingezogen. „Die zum Wehrdienst einberufenen Bürger werden nicht zur Teilnahme an der militärischen Spezialoperation in der Ukraine herangezogen“, versicherte der Chef der Mobilmachungsabteilung im Generalstab, Wladimir Zimljanski, der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Seinen Angaben nach werden auch die Wehrpflichtigen, deren Dienstzeit nun endet, entlassen und an ihren Heimatort geschickt. In Russland dauert der reguläre Wehrdienst ein Jahr.

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Erster Weltkrieg: Russische Gefangene auf einem Kartoffelfeld. Russland. Photographie. 1914 - 1915.

20:07 Uhr – Nato-Staaten verurteilen von Russland geplante Scheinreferenden

Die 30 Nato-Staaten haben den geplanten Scheinreferenden in den von Russland besetzten ukrainischen Gebieten jede Gültigkeit abgesprochen und die entsprechenden Pläne aufs Schärfste verurteilt. „Scheinreferenden in den ukrainischen Regionen Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson haben keine Legitimität und stellen einen eklatanten Verstoß gegen die UN-Charta dar“, heißt es in einer Stellungnahme des Nordatlantikrats der 30 Mitgliedstaaten. „Die Nato-Verbündeten werden ihre illegale und unrechtmäßige Annexion nicht anerkennen.“ Zugleich ruft die Erklärung andere Länder dazu auf, russische Versuche der Gebietseroberung ebenfalls zurückzuweisen.

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Die aktuelle Situation in der Ukraine

Quelle: Infografik WELT

20:02 Uhr – Russen fliehen wegen Teilmobilmachung in Nachbarländer

Angesichts der von Präsident Wladimir Putin angekündigten Teilmobilmachung haben bereits zahlreiche Russen das Land verlassen, um einem Einsatz an der Front zu entgehen. Von den Grenzen zu mehreren Nachbarländern wurden am Donnerstag lange Warteschlangen gemeldet, aktuelle Zahlen von aus Russland flüchtenden Menschen waren zunächst aber nicht bekannt.

19:30 Uhr – Ukraine: Viele der Kriegsgefangenen wurden gefoltert

Viele der von Russland freigelassenen Kriegsgefangenen sind nach ukrainischer Darstellung gefoltert worden. Der Prozentsatz sei „ziemlich hoch“, sagt der Chef des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, während einer Konferenz nach der Vereinbarung eines Gefangenenaustauschs zwischen Russland und der Ukraine. Einige der fast 300 Freigelassenen würden derzeit in einem ukrainischen Krankenhaus behandelt, erklärt der ukrainische Innenminister Denys Monastyrskyj. Eine russische Stellungnahme liegt nicht vor.

18:29 Uhr – Guterres: Jede Annexion verletzt die Charta der UN

UN-Generalsekretär Antonio Guterres äußert sich besorgt über die neuesten Entwicklungen in der Ukraine. Jede Annexion des Territoriums eines anderen Staates mit Drohung oder Gewalt sei eine Verletzung der Charta der Vereinten Nationen und des Völkerrechts, sagt Guterres in einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates zum Ukraine-Krieg.

Für den Tod und die Verwundung tausender ukrainischer Zivilisten seien hauptsächlich die russischen Bombardierungen von städtischen Gebieten verantwortlich. Alle Berichte über Menschenrechtsverletzungen müssten gründlich untersucht werden und eine enge Zusammenarbeit mit dem Internationalen Strafgerichtshof sei dabei unerlässlich.

18:15 Uhr – Lawrow verlässt Sicherheitsrat direkt nach Rede

Der britische Außenminister James Cleverly hat sich im UN-Sicherheitsrat „nicht überrascht“ vom Verhalten seines russischen Amtskollegen Sergej Lawrow gezeigt, der den Saal bei einem Treffen zur Ukraine zuvor zu spät betreten und dann direkt nach seiner Rede wieder verlassen hatte. „Er hat den Saal verlassen“, sagte Cleverly dem Gremium in New York. „Ich bin nicht überrascht.“ Er glaube nicht, dass Lawrow sich die kollektive Verurteilung seines Landes in dem Gremium anhören wolle.

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77. Generaldebatte der UN-Vollversammlung

Baerbock im UN-Sicherheitsrat

18:03 Uhr – Lawrow wirft Westen Einmischung in der Ukraine vor

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat dem Westen wegen dessen Waffenlieferungen und der Unterstützung für Kiew eine direkte Einmischung in den Krieg in der Ukraine vorgeworfen. „Diese Politik, Russland zu zermürben und zu schwächen, bedeutet die direkte Einmischung des Westens in den Konflikt und macht sie zu einer Konfliktpartei“, sagte Lawrow in einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York zur Lage in der Ukraine.

UN-Vollversammlung - Sicherheitsrat

Sergej Lawrow (r), Außenminister von Russland, spricht während einer hochrangigen Sitzung des Sicherheitsrates zur Lage in der Ukraine im Hauptquartier der Vereinten Nationen

Quelle: dpa/Mary Altaffer

17:40 Uhr – Russland meldet mehr als 10.000 Freiwillige für Kriegsdienst

In den ersten 24 Stunden der Teilmobilisierung hat Russland nach eigenen Angaben etwa 10.000 Freiwillige für den Kampf in der Ukraine verzeichnet. Sie hätten sich gemeldet, ohne auf Einberufungspapiere zu warten, melden staatliche Nachrichtenagenturen unter Berufung auf den russischen Generalstab.

17:18 Uhr – Stadt Moskau zahlt eingezogenen Reservisten 50.000 Rubel im Monat

Die russische Hauptstadt Moskau will die bei der Teilmobilisierung eingezogenen Reservisten auch mit Sonderzahlungen belohnen. Jedem eingezogenen Moskauer zahle die Hauptstadt monatlich 50.000 Rubel (830 Euro) zum Sold dazu, teilte Bürgermeister Sergej Sobjanin mit. Im Fall einer schweren Verwundung solle eine Million Rubel gezahlt werden, bei einer leichten Verwundung die Hälfte. Beim Tod eines Soldaten erhalte die Familie drei Millionen Rubel, also knapp 50.000 Euro.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Mittwoch die Einberufung von 300.000 Reservisten verkündet. Damit soll die Armee nach Verlusten im Angriffskrieg gegen die Ukraine wieder aufgestockt werden. Zuständig für die Mobilisierung sind die Regionen. Sie können dabei auch finanzielle Anreize schaffen. Auch das Gebiet Kursk und die Teilrepublik Udmurtien versprachen nach Angaben der Agentur Tass Geldzulagen. Allerdings haben die Regionen in Russland viel weniger Geld zur Verfügung als die reiche Hauptstadt.

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Teilmobilmachung in Russland

Derweil dementierte der Kreml Berichte, wonach bei der Teilmobilmachung tatsächlich die Einberufung von bis zu einer Million Reservisten möglich sei. Kremlsprecher Dmitri Peskow sprach von einer Lüge, wie russische Agenturen meldeten. Das Internetportal der in Russland inzwischen eingestellten Zeitung „Nowaja Gaseta“ schrieb dagegen, Präsident Wladimir Putin gebe dem Verteidigungsministerium freie Hand zur Mobilisierung von bis zu einer Million Mann. Dies stehe in Punkt 7 von Putins Erlass vom Mittwoch. Dieser Punkt fehlte in der Veröffentlichung und war als „Nur für den Dienstgebrauch“ eingestuft.

17:23 Uhr – UN-Sicherheitsrat muss laut US-Außenminister Ende von russischen Atomdrohungen fordern

US-Außenminister Antony Blinken hat die Mitglieder des UN-Sicherheitsrats aufgerufen, von Russland ein unverzügliches Ende der nuklearen Drohungen einzufordern. Zum Auftakt der Sitzung zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine erklärte er, jedes Ratsmitglied müsse „eine klare Botschaft senden, dass diese rücksichtslosen Nukleardrohungen unverzüglich aufhören müssen.“

17.00 Uhr – Tschechien gewährt Russen bei Kriegsdienstverweigerung keine Zuflucht

Tschechien gewährt Russen, die den Kriegsdienst in der Ukraine verweigern wollen, keine Zuflucht. Er verstehe, dass Russen vor den „immer verzweifelteren Entscheidungen“ ihres Präsidenten Wladimir Putin aus ihrem Land flüchteten, sagte der tschechische Außenminister Jan Lipavsky der Agentur CTK. Wer den Pflichten gegenüber seinem eigenen Staat nicht nachkommen wolle, erfülle damit aber noch nicht die Bedingungen für die Erteilung eines humanitären Visums.

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Unauthorized rallies in Russia

16:47 Uhr – Russlands Außenminister Lawrow bleibt UN-Sicherheitsrat zunächst fern

Russlands Außenminister Sergej Lawrow ist der mit Spannung erwarteten Sitzung des UN-Sicherheitsrates zum Ukraine-Krieg in New York zunächst ferngeblieben. Über eine halbe Stunde nach Beginn des Treffens mit zahlreichen Außenministerinnen und Außenministern unter anderem aus der Ukraine, den USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und China wurde Moskau im mächtigsten UN-Gremium von Russlands stellvertretendem Außenminister Sergej Werschinin vertreten. Russland hatte Lawrows Teilnahme zuvor bestätigt. Es blieb unklar, ob er noch erscheinen würde.

16:25 Uhr – Ukrainischer Außenminister will „Sicherheitsabstand“ zu Lawrow

Vor einem mit Spannung erwarteten Zusammentreffen der Außenminister Russlands und der Ukraine im UN-Sicherheitsrat hat Kiews Außenminister Dmytro Kuleba angekündigt, einen „Sicherheitsabstand“ zu seinem Amtskollegen Sergej Lawrow einhalten zu wollen. „Ich werde eine sicheren Abstand zu ihm einhalten“, antwortete Kuleba vor Beginn der Sitzung des Gremiums in New York auf die Frage eines Journalisten, wie er sich gegenüber Lawrow verhalten werde. Die Antwort war auch eine Anspielung auf den lange empfohlenen Sicherheitsabstand wegen der Corona-Pandemie.

15:56 Uhr – Russland erwägt Anhebung von Öl- und Gassteuern

Russland erwägt höheren Steuern auf Öl und Gas angesichts der erwarteten Lücken im Staatshaushalt. Im Raum stünden höhere Ausfuhrzölle für Pipeline-Gasexporte und Steuern auf verflüssigtes Erdgas, sagte Finanzminister Anton Siluanow in einer im Fernsehen übertragenen Regierungssitzung.

Auch die Einführung von Ausfuhrzöllen für Düngemittel und Kohle sei denkbar. Moskau denke vor allem darüber nach, Gas-Ausfuhrsteuern auf bis zu 50 Prozent zu erhöhen, wie zuvor das Blatt „Kommersant“ unter Berufung auf mit den Überlegungen vertraute Personen berichtete. Im Gespräch seien Erhöhungen um drei Billionen Rubel (rund 50 Milliarden Euro).

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13:49 Uhr – Baltenstaaten: Russland „so gefährlich wie Nazi-Deutschland im letzten Jahrhundert“

Die drei Baltenstaaten Estland, Litauen und Lettland wollen Russen auf der Flucht vor dem Einzug zum Militär kein automatisches Asyl gewähren. „Wir dürfen seiner (Putins) Erpressung nicht nachgeben und müssen die Ukraine so stark unterstützen wie wir können“, sagte der lettische Außenminister Edgars Rinkevics am Donnerstag der Nachrichtenagentur BNS. „Russland ist heute für Europa und den Weltfrieden so gefährlich wie Nazi-Deutschland es im letzten Jahrhundert war.“

Zahlreiche Russen hatten am Mittwoch Tickets für einen Flug aus Russland ohne Rückflug gekauft. Zuvor hatte der russische Staatschef Wladimir Putin angekündigt, dass Reservisten des Militärs für den Krieg in der Ukraine eingezogen würden.

Rinkevics sagte, Lettland werde aus Sicherheitsgründen kein humanitäres oder anderes Aufenthaltsrecht an russische Staatsbürger erteilen, die dem Einzug entgehen wollten. Der litauische Verteidigungsminister Arvydas Anusauskas gab an, ein Einzug zum Militär reiche für Asyl in seinem Land nicht aus. „Politisches Asyl wird denjenigen gewährt, die wegen ihrer Überzeugungen verfolgt werden“, sagte Anusauskas der Nachrichtenagentur AP.

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Der estnische Innenminister Lauri Läänemets sagte am Mittwoch, die Russen seien kollektiv für den Krieg in der Ukraine verantwortlich. Russen nach Estland zu lassen, die einen Militärdienst umgehen wollten, würde gegen EU-Sanktionen gegen Russland verstoßen, sagte Läänemets BNS zufolge. „Putins jüngster Schritt verstärkt in mancherlei Hinsicht die Sanktionen, die wir bis jetzt eingeführt haben, weil das hoffentlich die Unzufriedenheit unter der Bevölkerung vergrößern wird.“

Russen versuchen auf der Flucht vor dem Militärdienst vor allem in Länder zu gelangen, in die es von Russland aus noch direkte Flugverbindungen gibt. Dazu gehören Serbien, die Türkei, Georgien und Armenien. Die Flüge waren nach der Ankündigung Putins schnell ausverkauft.

13:38 Uhr – EU-Kommission: Gemeinsame Haltung zu Russland-Flüchtlingen notwendig

Nach der Order zur Teilmobilmachung in Russland hält die EU-Kommission eine gemeinsame Haltung der Mitgliedstaaten zum Umgang mit Flüchtlingen aus dem Land für notwendig. Kommissionssprecher Peter Stano erklärt aber zugleich, die EU-Länder müssten Einreiseanträge von Russen auf Einzelfall-Basis entscheiden und dabei die Grundrechte und das Asylrecht berücksichtigen.

Mit Blick auf Berichte über eine steigende Zahl von Ausreisen sagt Stano, seit Beginn der russischen Invasion im Februar habe eine halbe Million Russen die Heimat verlassen. Er verwies zudem auf Proteste in mehreren Städten Russlands, nachdem Präsident Wladimir Putin die Einberufung von 300.000 Reservisten angekündigt hatte. „Das zeigt, dass die Russen mit den Füßen abstimmen“, betont der Kommissionssprecher in Brüssel.

12:56 Uhr – Russlands Ex-Präsident Medwedew droht mit Einsatz von Atomwaffen

Der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew droht mit dem Einsatz von Atomwaffen zur Verteidigung annektierter Gebiete in der Ukraine. Russland sei bereit, alle Mittel einschließlich Atomwaffen zur Verteidigung der Gebiete einzusetzen, sagt Medwedew, der aktuell stellvertretender Vorsitzender des russischen Sicherheitsrates ist.

Am Freitag sollen in den Bezirken Luhansk, Donezk und Cherson „Referenden“ über den Beitritt zu Russland beginnen. Die von den prorussischen Separatisten geplanten „Referenden“ fänden statt, es gebe „keinen Weg zurück“, sagt Medwedew. „Das westliche Establishment und alle Bürger der Nato-Länder im Allgemeinen müssen verstehen, dass Russland seinen eigenen Weg gewählt hat.“

Archivbild von Dmitry Medvedev

Archivbild von Dmitry Medvedev

Quelle: pa/dpa/TASS/Sergei Karpukhin

12:02 Uhr – Medienberichte: Russland beginnt mit Einberufung von Reservisten

Russland beginnt Medien zufolge mit der Einberufung von Reservisten. Die ersten hätten die entsprechenden Vorladungen zur Musterung erhalten, berichten verschiedene unabhängige Medien. Präsident Wladimir Putin hatte am Mittwoch eine Teilmobilmachung angeordnet. Davon betroffen sind 300.000 Reservisten.

11:01 Uhr – Anti-Kriegsprotest in Russland – Noch über 1300 Menschen in Gewahrsam

Nach Protesten gegen die Teilmobilmachung in Russland hat die Polizei am Donnerstagmorgen Bürgerrechtlern zufolge noch mehr als 1300 Menschen in Gewahrsam gehalten. Allein in der Hauptstadt Moskau waren es etwa 530 Protestler, in Sankt Petersburg 480, wie das Bürgerrechtsportal OVD-Info auflistete. Von staatlicher Seite gab es keine Angaben zu den Protesten.

Bei den ersten größeren Kundgebungen der russischen Anti-Kriegs-Bewegung seit März waren am Mittwoch in vielen Städten junge Leute auf die Straße gegangen, darunter viele Frauen, die um das Leben ihrer Männer, Brüder und Söhne fürchten. OVD-Info zählte Festnahmen in 38 Städten. Auslöser war die Entscheidung von Präsident Wladimir Putin, 300 000 Reservisten zum Krieg gegen die Ukraine einzuberufen.

10:49 Uhr – Uefa-Präsident telefoniert mit Selenskyj über Freilassung ukrainischer Athleten

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Uefa-Chef Aleksander Ceferin haben sich am Telefon über die mögliche Unterstützung der Europäischen Fußball-Union bei der Freilassung im Krieg festgesetzter ukrainischer Athleten ausgetauscht. „Der ukrainische Präsident dankte dem Uefa-Präsidenten für die Unterstützung unserer Athleten und seine unerschütterliche Kompromisslosigkeit sowie für seine Hilfe bei der Wiederbelebung der ukrainischen Premier League“, schrieb der ukrainische Verband. Die Hilfe erfolge „vor allem durch öffentliche Unterstützung“.

In der Ukraine werden in Kiew seit Ende August wieder Ligaspiele ausgerichtet – unter strengen Sicherheitsvorkehrungen und nur mit sehr wenigen Zuschauern. Die Uefa hatte russische Vereine und Nationalmannschaften als Reaktion auf die Invasion Russlands in die Ukraine von allen Wettbewerben ausgeschlossen.

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Kapitänsbinde; WELT-Autor Alan Posener

Meinung „One-Love“-Kapitänsbinde

10:20 Uhr – Deutschland nimmt mehr als 500 ukrainische Patienten auf

Deutschland hat nach Angaben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe im Rahmen der Hilfsmaßnahmen für die Ukraine mehr als 500 Patientinnen und Patienten aus dem Land zur medizinischen Versorgung aufgenommen. Derzeit würden Evakuierungsaktionen zusammen mit Norwegen per Luft durchgeführt. Es gebe allerdings auch Patienten, die über den Landweg nach Deutschland gebracht würden, teilt das Bundesamt mit.

09:35 Uhr – Finnland: Mehr Grenzverkehr an russischer Grenze nach Teilmobilmachung

Nach der russischen Teilmobilisierung von 300.000 Reservisten für den Krieg gegen die Ukraine hat das Nachbarland Finnland mehr Verkehr an der gemeinsamen Grenze registriert. Der Grenzverkehr in Südostfinnland habe in der Nacht zugenommen und sei geschäftiger als sonst gewesen, teilte der Grenzschutz in der Region am Donnerstag mit. Dieses Bild habe sich am Morgen fortgesetzt.

Nach Angaben des Leiters für internationale Angelegenheiten des finnischen Grenzschutzes, Matti Pitkäniitty, kamen am Mittwoch insgesamt 4824 Russinnen und Russen über die Grenze in Finnland an. Am selben Tag der Vorwoche seien es 3133 gewesen. „Die gestrige Zahl ist niedriger als an einem normalen Wochenende“, betonte Pitkäniitty.

Zuvor hatte der Grenzschutz Berichte aus sozialen Medien dementiert, in denen von 35 Kilometern Stau vor der russisch-finnischen Grenze die Rede war. Die entsprechenden Videos seien früher entstanden und nun aus dem Zusammenhang gerissen worden, so die Behörde.

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Außenminister Pekka Haavisto kündigte an, Finnland werde eine eigene Lösung für die Frage russischer Touristenvisa finden. „Finnland will kein Transitland für Schengen-Visa werden, die andere Länder erteilt haben“, sagte Haavisto dem öffentlich-rechtlichen Rundfunksender Yle zufolge am Mittwochabend. „Es gibt keine moralische Rechtfertigung dafür, dass die russischen Ferien so weitergehen wie bisher.“ Helsinki habe die Visa-Frage mehrmals in der EU angesprochen. Die Grenze zu Russland solle aber nicht komplett geschlossen werden, da es weiterhin legitime Gründe für die Einreise nach Finnland gebe.

Finnland grenzt auf 1340 Kilometern Länge an Russland. Damit hat das nordische Land unter den EU-Staaten die mit Abstand längste Grenze zu Russland. Russischen Touristen ist es Yle zufolge bislang trotz des Angriffskriegs gegen die Ukraine weiter möglich gewesen, per Bus oder Auto über die finnische Grenze in den Schengenraum einzureisen.

08:58 Uhr – London hält neue russische Einheiten für „wahrscheinlich monatelang nicht kampffähig“

Großbritannien zweifelt an Russlands Fähigkeiten zur angeordneten Teilmobilisierung von 300.000 Reservisten für den Krieg gegen die Ukraine. „Russland wird wahrscheinlich mit logistischen und administrativen Herausforderungen zu kämpfen haben, die 300.000 Soldaten auch nur zu mustern“, teilte das Verteidigungsministerium in London am Donnerstag unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit. Die russische Militärführung werde vermutlich versuchen, mit den ausgehobenen Truppen neue Einheiten aufzustellen. Diese seien aber „wahrscheinlich monatelang nicht kampffähig“, hieß es weiter.

Das Ministerium wertete die Teilmobilisierung als Zeichen russischer Schwäche. „Der Schritt ist praktisch ein Eingeständnis, dass Russland seinen Vorrat an willigen Freiwilligen für den Kampf in der Ukraine erschöpft hat“, betonte die Behörde. Die Einberufungen dürften zudem sehr unbeliebt in der Bevölkerung sein, hieß es weiter. In der Hoffnung, dringend benötigte Kampfkraft zu generieren, gehe Präsident Wladimir Putin „ein beträchtliches politisches Risiko“ ein.

Putin hatte am Vortag die Teilmobilisierung von Reservisten mit Einsatzerfahrung angeordnet, um personelle Lücken im Angriffskrieg gegen die Ukraine zu schließen.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Ende Februar unter Berufung auf den Geheimdienst täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Damit will die britische Regierung sowohl der russischen Darstellung entgegentreten als auch Verbündete bei der Stange halten. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.

08:57 Uhr – Türkei besorgt über „einseitige Referenden“ in der Ukraine

Auch die Türkei hat die von Russland und den russischen Besatzungsbehörden angekündigten Scheinreferenden in den besetzten Gebieten der Ukraine verurteilt. „Wir sind besorgt über Versuche, in einigen Regionen der Ukraine einseitige Referenden durchzuführen“, hieß es aus dem Außenministerium. Solche „illegitim beschlossenen Tatsachen“ würden von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt. „Im Gegenteil, sie werden die Bemühungen um eine Wiederbelebung des diplomatischen Prozesses erschweren und die Instabilität vertiefen.“ Die Türkei stehe für die „territoriale Unversehrtheit, Unabhängigkeit und Souveränität“ der Ukraine.

Die Abstimmungen in besetzten Gebieten der Ukraine über einen Beitritt zu Russland sollen vom 23. bis 27. September abgehalten werden. Sie werden weltweit als völkerrechtswidrig angesehen, weil sie ohne Zustimmung der Ukraine, unter Kriegsrecht und nicht nach demokratischen Prinzipien ablaufen. Beobachter sehen in den Scheinreferenden eine Reaktion auf die aktuelle ukrainische Gegenoffensive im Osten des Landes.

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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in New York

08:46 Uhr – Orban plädiert für Auslaufen der EU-Sanktionen gegen Russland

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban plädiert für ein Ende der EU-Sanktionen gegen Russland. Orban habe gegenüber seiner Regierungspartei Fidesz auf einer Klausurtagung gesagt, dass er für ein Auslaufen der Sanktionen wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine sei, bestätigte Regierungssprecher Zoltan Kovacs gegenüber Reuters.

Die ungarische Zeitung „Magyar Nemzet“ zitierte Orban mit den Worten, die EU-Sanktionen hätten die Gaspreise und die Inflation in die Höhe getrieben. Würden diese Maßnahmen aufgehoben, würden die Gaspreise sofort um 50 Prozent sinken und die Inflation würde ebenfalls zurückgehen. Die EU hat allerdings gar keine Sanktionen gegen Gasimporte aus Russland verhängt, sondern gegen russisches Öl und Kohle. Ohne Sanktionen könne Europa wieder an Stärke gewinnen und eine drohende Rezession vermeiden, zitierte die Zeitung Orban. Ungarns Regierungschef kritisiert die Sanktionen seit Langem.

08:03 Uhr – EU kündigt neue Russland-Sanktionen an – „So schnell wie möglich“

Russland muss sich laut dem EU-Außenbeauftragten Josep Borrell wegen der Eskalation des Angriffskriegs gegen die Ukraine auf neue Sanktionen gefasst machen. Nach einer Sondersitzung der Außenminister der Europäischen Union am Rande der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York sagte Borrell, er gehe von einer „einhelligen Zustimmung“ für zusätzliche Strafmaßnahmen auf. Diese würden auf die russische Wirtschaft und Einzelpersonen abzielen. Einen Zeitrahmen nannte Borrell nicht, sagte jedoch, dass die Sanktionen „so schnell wie möglich“ kommen würden.

Dass Kremlchef Wladimir Putin eine Teilmobilmachung angeordnet, kaum verhüllte Drohungen mit einem Atomwaffeneinsatz ausgesprochen habe und Pläne für Scheinreferenden in den besetzten Gebieten der Ukraine verfolge, zeige, dass Russland den Krieg verliere, ergänzte der EU-Außenbeauftragte vor Reportern. „Es ist klar, dass Putin die Ukraine zu zerstören versucht. Er versucht das Land mit verschiedenen Mitteln zu zerstören, weil er militärisch scheitert.“

Zuvor hatte Borrell erklärt, Putins Drohung mit einem Einsatz von Nuklearwaffen sei eine Gefahr für die Welt. Der russische Präsident versuche die Ukraine und deren Unterstützer einzuschüchtern. Doch „hat er versagt, und er wird erneut versagen.“

07:47 Uhr – G7-Länder wollen Unterstützung der Ukraine gemeinsam ausweiten

Die Außenminister der sieben führenden Industrienationen (G7) wollen ihre Unterstützung für die Ukraine gemeinsam verstärken. „Wir bekräftigen die Zusammenarbeit der G7-Länder bei der Unterstützung der Ukraine und bei der Gewährleistung der Lebensmittel- und Energiesicherheit“, sagt der japanische Außenminister Yoshimasa Hayashi auf einer Pressekonferenz in New York. Als Teil zusätzlicher Sanktionen gegen Russland werde Japan unter anderem die Ausfuhr von Produkten, die für chemische Waffen genutzt werden könnten, nach Russland verbieten.

06:00 Uhr – Britische Premierministerin sagt Ukraine weitere Unterstützung zu

Die britische Premierministerin Liz Truss hat der Ukraine bei ihrem ersten Auftritt vor der UN-Vollversammlung weitere Unterstützung zugesagt. „Ich verspreche, dass wir unsere militärische Unterstützung für die Ukraine aufrecht erhalten oder erhöhen, solange es notwendig ist“, sagte Truss am Mittwoch (Ortszeit) in New York. „Wir werden nicht ruhen, bis die Ukraine sich durchgesetzt hat.“ Die russische Teilmobilmachung bezeichnete Truss als einen „verzweifelten Versuch“ des russischen Präsidenten Wladimir Putin, seine Fehler zu korrigieren.

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