Russen bereiten Menschen auf der Krim für Ernstfall vor

0
15
  1. Startseite
  2. Politik

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sandra Kathe, Christian Stör

Die russischen Besatzer bereiten wohl Menschen auf der Krim für den Ernstfall vor. Cherson und Charkiw unter Beschuss: der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

+++ 22.23 Uhr: Laut Informationen des ukrainischen Generalstabs haben die russischen Besatzer der Krim damit begonnen, die Menschen auf der seit 2014 durch Russland annektierten ukrainischen Halbinsel auf das richtige Verhalten bei Angriffen vorzubereiten. „Die Besatzungsverwaltung in Simferopol führt Maßnahmen durch, um die Bevölkerung über das richtige Verhalten bei Luftalarm sowie im Fall von chemischen und biologischen Gefahren zu informieren.“

+++ 20.12 Uhr: Auch im Laufe des Freitags haben russische Truppen mehrere Regionen in der Ukraine mit Raketen vom Typ S300 beschossen. Am heftigsten seien die Angriffe nach Angaben der zuständigen Behörden in Tschuhujiw in der Region Charkiw sowie in Komyschuwacha in der Region Saporischschja ausgefallen. Angaben über Verletzte gab es zunächst keine.

Russische Soldaten bereiten die Bevölkerung der Krim laut einem Bericht des ukrainischen Generalstabs auf Angriffe vor. (Symbolfoto) © Alexei Yagodinsky/imago-images.de

Trotz der anhaltenden Angriffe meldete die ukrainische Energiebehörde am Freitagnachmittag, dass drei der vom Netz getrennten ukrainischen Atomkraftwerke ihre Arbeit wiederaufgenommen hätten. Wenige Tage zuvor waren die Kraftwerke aufgrund heftiger russischer Beschüsse aus Sicherheitsgründen vom Netz genommen worden, was die Situation in der ohnehin angeschlagenen ukrainischen Energieversorgung weiter verschärft hatte.

Beschuss von Cherson im Ukraine-Krieg: Ukraine evakuiert Krankenhäuser

+++ 16.25 Uhr: Die Ukraine evakuiert wegen „anhaltender russischer Bombardierungen“ die Krankenhäuser in der vor Kurzem zurückeroberten Stadt Cherson. Das erklärte Jaroslaw Januschewitsch, der Leiter der Militärverwaltung der gleichnamigen Region, auf Telegram. Die russischen Truppen hatten die Stadt Cherson acht Monate lang besetzt gehalten. Unter dem Druck ukrainischer Angriffe hatten russische Truppen Cherson und ihren Brückenkopf auf dem nordwestlichen Ufer des Dnipro Mitte November geräumt. Die Russen halten aber Stellungen auf dem anderen Ufer des Flusses und setzen von dort ihre Artillerie ein.

+++ 15.55 Uhr: Wind, Regen und frostige Temperaturen in der Nacht verlangsamen nach Angaben des ukrainischen Übertragungsnetzbetreibers Ukrenerho die Wiederherstellung der Stromversorgung in Teilen der Ukraine. Wie das staatliche Unternehmen mitteilte, sind derzeit 70 Prozent des Energiebedarfs gedeckt. Das Unternehmen teilte zudem mit, dass die Atomkraftwerke des Landes mit Energie versorgt würden. Trotz Schäden nach russischen Raketenangriffen arbeiten demnach auch einige Kraftwerke wieder.

News zum Ukraine-Krieg: Putin trifft Mütter toter Soldaten

+++ 14.40 Uhr: Wladimir Putin tritt während des Ukraine-Kriegs eher selten in Erscheinung – vor allem im Vergleich zu seinem ukrainischen Gegenspieler Wolodymyr Selenskyj, der befreite Gebiete wie die Stadt Cherson besucht und sich jeden Abend per Video an sein Volk wendet. Nun aber ist Putin wieder einmal öffentlich aufgetreten. Kurz vor dem Muttertag in Russland am Sonntag (27. November) hat sich der russische Präsident mit Müttern und Ehefrauen kämpfender Soldaten getroffen.

Dabei forderte Putin die Mütter der Soldaten auf, nicht alles zu glauben, was sie im Fernsehen sähen oder im Internet läsen, und behauptete, es seien viele „Fälschungen“ über den Krieg im Umlauf. „Ich möchte, dass Sie wissen, dass ich persönlich und die gesamte Führung des Landes Ihren Schmerz teilen“, sagte Putin in dem veröffentlichen TV-Clip. „Wir verstehen, dass nichts den Verlust eines Sohnes ersetzen kann. Wir teilen diesen Schmerz.“ Putin fügte hinzu, dass er die „militärische Spezialoperation“ gegen die Ukraine nicht bereue. Sie sei ein notwendiger Wendepunkt im Kampf gegen die westliche Hegemonie. Die Kommentare der Mütter wurden in dem Fernsehclip nicht gezeigt.

News zum Ukraine-Krieg: Millionen von Menschen werden in Not gestürzt

+++ 13.45 Uhr: Bei russischen Angriffen auf die kritische Infrastruktur der Ukraine sind nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) seit Oktober mindestens 77 Zivilpersonen getötet worden. „Millionen von Menschen werden durch diese Angriffe in extreme Not und entsetzliche Lebensbedingungen gestürzt“, sagte der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk. Auch Videos, die ukrainische Soldaten bei der Hinrichtung russischer Kriegsgefangener zu zeigen scheinen, seien in einer vorläufigen Analyse von der UN als authentisch eingestuft worden, so Türk. Die Ukraine will nach eigenen Angaben mutmaßliche Misshandlungen durch ihre Streitkräfte untersuchen.

+++ 13.15 Uhr: Bei einem Besuch in Kiew hat der britische Außenminister James Cleverly der Ukraine Rettungswagen und weitere praktische Unterstützung versprochen. „Während der Winter hereinbricht, versucht Russland, die ukrainische Entschlossenheit durch brutale Angriffe auf Zivilisten, Krankenhäuser und Energieinfrastruktur zu brechen“, sagte der Politiker in Kiew der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge. „Russland wird scheitern.“

News zum Ukraine-Krieg: Nato liefert Störsender

+++ 12.15 Uhr: Die Nato hat den Streitkräften der Ukraine Störsender zur Drohnenabwehr geliefert. Die sogenannten Jammer seien Teil eines umfassenden Unterstützungspakets, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg bei einer Pressekonferenz in Brüssel. Zu ihm gehörten auch Treibstoff, medizinisches Material und Winterausrüstung. Die Jammer sollen der Ukraine dabei helfen, Angriffe mit Kamikaze-Drohen abzuwehren. Die Geräte sind in der Regel elektromagnetische Sender, die das Navigations- oder Kommunikationssystem der Drohnen stören. Kiew fordert unterdessen Waffen, die auch Putin selbst bedrohen können (s. Update v. 11.10 Uhr).

+++ 11.10 Uhr: Neun Monate nach Beginn des Ukraine-Kriegs wird die Lage für die Zivilbevölkerung in der Ukraine immer verzweifelter. So war am Mittwoch (23. November) nach massiven russischen Raketenangriffen auf die Energieinfrastruktur landesweit die Stromversorgung ausgefallen. Doch die Ukraine gibt sich trotz winterlicher Temperaturen weiter kämpferisch, Präsident Selenskyj appellierte an den Widerstandsgeist des Volkes (s. Erstmeldung).

Zudem fordert Kiew den Westen zum Handeln auf. „Es müssen jetzt Waffen geliefert werden, die auch ein Bedrohungspotenzial für Putin haben“, hieß es aus Regierungskreisen gegenüber der Zeitung Die Welt. Kiew benötige Raketen mit größerer Reichweite, die auch Abschussbasen und Munitionslager auf russischem Territorium ausschalten können. „Die Möglichkeit eines solchen Gegenschlags unsererseits würde in Moskau als Abschreckung verstanden werden.“ Putin habe sein Kriegsziel der kompletten Beherrschung der Ukraine noch nicht aufgegeben, hieß es weiter aus Regierungskreisen in Kiew. Um sich dem widersetzen zu können, brauche das Land dringend weitere Flugabwehrsysteme.

Update vom Freitag, 25. November, 10.10 Uhr: Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko hat die Hälfte der Verbraucher in der Hauptstadt Kiew noch immer keinen Strom. Ein Drittel der Kiewer Häuser sei aber bereits wieder beheizt, teilte Klitschko auf Telegram mit. Nach Angaben der Militärverwaltung der Hauptstadt ist die Wasserversorgung in Kiew inzwischen vollständig wiederhergestellt. Die Wärmeversorgung werde ebenfalls wiederhergestellt, Notfallteams seien im Reparatureinsatz.

News zum Ukraine-Krieg: Selenskyj gibt sich kämpferisch

Erstmeldung vom Freitag, 25. November: Kiew – Seit mittlerweile neun Monaten tobt in Europa ein Krieg. Ein Ende des Ukraine-Konflikts ist derzeit nicht abzusehen. Während Russland am Boden viele Rückschläge und teilweise schwere Verluste hinnehmen muss, leidet die Ukraine unter den massiven Luftangriffen, mit denen der Aggressor aus Moskau das ukrainische Volk in die Knie zu zwingen hofft.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gibt sich aber weiter kämpferisch. In seiner Videoansprache hat er angesichts von Kälte und Dunkelheit in den Städten infolge der massiven Blackouts erneut den Widerstandsgeist seines Volkes gegen die russische Invasion beschworen. „Wir haben neun Monate lang einen umfassenden Krieg überstanden, und Russland hat keinen Weg gefunden, uns zu brechen. Und es wird keinen finden“, sagte Selenskyj. „Wir müssen so weitermachen wie jetzt gerade, in Einigkeit und gegenseitiger Hilfe.“

News zum Ukraine-Krieg: Kiew ohne Wasser und Strom

Die Wiederherstellung von Strom- und Wasserversorgung nach dem schweren Raketenangriff vom 23. November dauerte den ganzen Donnerstag und in die Nacht zum Freitag an. Die Hälfte des Bedarfs könne wieder gedeckt werden, teilte der Netzbetreiber Ukrenerho mit.

Angespannt blieb die Lage in der Hauptstadt Kiew. Dort hatten nur 30 Prozent der Haushalte Strom. Die Angriffe auf zivile Ziele seien „die Rache derjenigen, die verloren haben“, sagte Selenskyj. „Das Einzige, was sie tun können, ist zu terrorisieren. Ob Energieterror, Artillerieterror oder Raketenterror – dazu ist Russland unter seiner derzeitigen Führung heruntergekommen.“

News zum Ukraine-Krieg: Lukaschenko schließt Einsatz seiner Armee aus

Derweil schließt der belarussische Staatschef Alexander Lukaschenko einen direkten Einsatz seiner Armee im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine aus. „Wenn wir uns unmittelbar mit den Streitkräften, mit Soldaten in diesen Konflikt einmischen, tragen wir nichts bei, wir machen es nur noch schlimmer“, sagte Lukaschenko nach einer Meldung der Agentur Belta. Belarus unterstütze Russland, seine Rolle sei aber eine andere.

Lukaschenko hat sein von Moskau abhängiges Land als Aufmarschgebiet für russische Truppen zur Verfügung gestellt. Die Ukraine betrachtet das Nachbarland deshalb als Kriegspartei und hält Truppen in Reserve für den Fall, einen direkten Angriff aus Belarus abwehren zu müssen. (cs/dpa)

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein