Ratten sollen rund 200 Kilogramm Cannabis gefressen haben: Kann das sein?

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In einer indischen Polizeistation sind Hunderte Kilogramm Cannabis verschwunden: Die Polizisten verdächtigen Ratten. Kann das sein?

Ratten sind bekannt dafür, alle möglichen Lebensmittel zu fressen. Aber ob sich die Nagetiere auch an Marihuana vergehen würden? Ja, sagen indische Polizisten. Konkret geht es um 581 Kilogramm Cannabis, die aus zwei Asservatenkammern einer Polizeistation in der nordindischen Stadt Mathura verschwunden sein sollen.

Die Drogen wurden 2018 und 2019 bei Polizeieinsätzen gegen Schmugglerbanden beschlagnahmt. Zurzeit laufen mehrere Gerichtsprozesse gegen die Schmuggler – und die Drogen werden dafür als Beweismaterial benötigt. Anfangs hatten die Polizisten der betreffenden Polizeistation kleine Cannabisproben an das Gericht übergeben, die als Beweismaterial dienen sollten. Das Gericht verlangte jedoch die gesamte Menge an Drogen. Als Antwort kam von den Beamten in der Polizeistation nur, dass Ratten einen Großteil des Cannabis zerstört hätten – in einem der beiden Fälle angeblich 195 Kilogramm.

Polizeibeamter widerspricht Darstellung

Der zuständige Richter Sanjay Chaudhary erklärte der britischen BBC auf Nachfrage, das Cannabis sei zerstört worden, weil die Polizei keine Erfahrung in der Schädlingsbekämpfung habe. Die Ratten seien schlichtweg zu klein gewesen, als dass die Polizisten die “Zerstörung” der Drogen hätten verhindern können.

Die Beamten hätten folglich keine andere Wahl gehabt, als das verbliebene Cannabis an Labore und Medizinfirmen zu verkaufen und den Gewinn an die Regierung des Bundesstaates Uttar Pradesh weiterzugeben, so Chaudhary. So hätten sie verhindern wollen, dass die gesamte Drogenmenge den Nagern zum Opfer falle.

Ein hochrangiger Polizeibeamter widersprach der Darstellung des Richters. Seiner Darstellung nach seien die Drogen durch “schwere Regenfälle” zerstört worden.

Ob die Ratten die Drogen wirklich gefressen haben, darf bezweifelt werden. Im Jahr 2018 wurden acht Polizeibeamte in Argentinien Dienst suspendiert, nachdem sie Mäuse beschuldigt hatten, eine halbe Tonne Cannabis gefressen zu haben. Wissenschaftler an der Universität von Buenos Aires führten daraufhin eine Studie durch und stellten fest: Mäuse und Ratten würden Cannabis nicht mit Futter verwechseln. Und wenn doch, lägen überall tote Nagetiere herum.

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