
Nelke, Kardamom, Zimt, Muskatnuss: Orientalische Gewürze verleihen dem Spekulatius sein typisches Aroma. Für viele Menschen gehört dieses würzige Keks genauso zu Weihnachten wie Weihnachtsbäume und Lametta. Und vielen fällt es schwer, sie im Herbst zu kaufen, wenn sie zum ersten Mal in den Supermarktregalen erscheinen. Tatsächlich werden diese Kekse in Belgien und den Niederlanden, wo sie erfunden wurden, das ganze Jahr über gegessen. Selbst bei den Bewohnern Indonesiens, einer ehemaligen niederländischen Kolonie, sind sie beliebt.
Aufgrund der vielen exotischen Gewürze, die für die Herstellung benötigt wurden, war Spekulatius ein teurer Luxus, den sich die meisten Menschen erst nach dem Zweiten Weltkrieg leisten konnten. Heute sind Spekulatiuskekse allgegenwärtig. In Deutschland kommen sie überwiegend aus Westfalen und dem Rheinland. In der richtigen Reihenfolge nebeneinander platziert, erzählen die Spekulatiusbilder die Geschichte des Heiligen Nikolaus.
Kekse mit Motiven
Die deutsche Keks- und Süßgebäcktradition geht auf einen sehr alten christlichen Brauch zurück. Bereits im 15. und 16. Jahrhundert wurde am Ende der Messe gesegnetes Brot an die Gläubigen verteilt. Der Name der Spekulatiuskekse kommt vom lateinischen „Specculum“ für Spiegel. Anfang Dezember verwandeln sich viele Haushalte in Deutschland in regelrechte Keksbäckereien. Üblicherweise werden an den Adventssonntagen verschiedene Kekssorten gebacken, in Dosen aufbewahrt und gegessen oder verschenkt.
Spekulatius backen ist nicht besonders schwierig: Butter, Zucker und Gewürze werden zu einer cremigen Masse verrührt. Mandelextrakt, Milch und mit Backpulver vermischtes Mehl werden hinzugefügt. Nach drei Stunden im Kühlschrank werden aus dem flach ausgerollten Teig verschiedene Motive ausgeschnitten. Da der Teig beim Backen kaum aufgeht, eignet er sich gut für die Plätzchenherstellung mit Ausstechern oder Formen mit besonderen Motiven. Die Motive sind nach dem Backen deutlich erkennbar.
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