Was versteht Deutschland unter Entwicklungszusammenarbeit?
Entwicklungszusammenarbeit beschreibt das Engagement Deutschlands, das Leben der Menschen in Entwicklungsländern zu verbessern. Lange wurde über Entwicklungshilfe gesprochen. Dieser Begriff wird nicht mehr verwendet, da die Bundesregierung die Länder als gleichberechtigte Partner betrachtet, die an einem gemeinsamen Ziel arbeiten. Entwicklungszusammenarbeit umfasst neben der finanziellen Zusammenarbeit vor allem auch die technische und personelle Unterstützung und Beratung.
Wer ist für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit zuständig?
Der Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Das BMZ ist für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit zuständig. Ein wichtiger Akteur ist auch der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Neben der Fokussierung auf lokale Geschäftsfelder in Deutschland und Europa stellt die KfW Förderbank Mittel bereit, um Klimaschutzziele in Entwicklungsländern umzusetzen oder dort Reformprozesse voranzutreiben. Der Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH übt im Auftrag unterschiedlicher Kunden unterschiedlichste Tätigkeiten in der internationalen Zusammenarbeit aus. Das bundeseigene Unternehmen ist der größte Akteur der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Der Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD) vergibt Stipendien und unterstützt den Aufbau von Hochschulsystemen in Partnerländern. Zu den Unterstützern der Entwicklungszusammenarbeit zählen Wirtschaftsverbände, Industrie- und Handelskammern, Vereine und Nichtregierungsorganisationen. Entwicklungszusammenarbeit liegt also nicht nur in der Verantwortung der Politik, sondern bezieht viele Teile der Gesellschaft mit ein.
Wie definiert Deutschland gute Entwicklungszusammenarbeit?
Aus Sicht des BMZ ist eine gute Entwicklungszusammenarbeit sowohl für die Zukunft als auch für die Gegenwart relevant: Deshalb haben die Covid-19-Pandemie und ihre Folgen, militärische Konflikte wie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und eben auch die Klimakrise einiges zu bieten Ausmaß bestimmt die Entwicklungszusammenarbeit in letzter Zeit.
Welche Formen der Entwicklungszusammenarbeit gibt es?
Das BMZ verfolgt unterschiedliche Ansätze: So erhalten Bundesländer beispielsweise Direktkredite oder lassen sich von deutschen Experten beraten. Eine weitere Form der Entwicklungszusammenarbeit umfasst der EU und ihren Mitgliedsstaaten. Nach Angaben des BMZ machen sie fast die Hälfte der internationalen Zusammenarbeit aus und bilden zusammen den weltweit größten Geber. Deutschland ist nach den USA das zweitgrößte internationale Geberland.
Mit welchen Ländern kooperiert Deutschland besonders eng?
Die deutsche Entwicklungspolitik umfasst die Zusammenarbeit mit 65 Partnerländern. Zu den führenden globalen Partnern des BMZ, mit denen die Zusammenarbeit stetig intensiviert wird, gehören Schwellenländer wie Brasilien, Indien, Indonesien, Mexiko, Peru, Südafrika und Vietnam.
