
Ist die Show gar nicht live?
Die Wahrheit über den Gottschalk-Abschied bei RTL
Aktualisiert am 05.12.2025 – 15:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Zum letzten Mal steht Thomas Gottschalk für eine große Samstagabendshow vor der Kamera – doch ganz ohne Nervenkitzel. Denn die Liveshow ist gar nicht live.
Wenn Thomas Gottschalk am 6. Dezember um 20.15 Uhr in der RTL-Show „Denn sie wissen nicht, was passiert“ ein letztes Mal als Moderator auftritt, sind die Umstände besonders: Denn Gottschalk hat vor wenigen Tagen eine Krebserkrankung öffentlich gemacht. Seit seinen zwei Operationen nehme er Schmerzmittel – also auch kommenden Samstag für die mehr als vierstündige Liveshow.
Doch wo „live“ draufsteht, ist nicht wirklich „live“ drin. Bei der „Denn sie wissen nicht, was passiert“-Ausgabe handelt es sich nicht um eine klassische Live-Ausstrahlung, sondern um eine sogenannte „live on tape“-Sendung. Die Produktion beginnt demnach mit einer kleinen Verzögerung zur eigentlichen Ausstrahlung. Ein Vorgehen, das im TV-Geschäft durchaus üblich ist. Sender nutzen diese Methode etwa bei Preisverleihungen, denn dies eröffnet die Möglichkeit, schnell und ohne, dass es das Fernsehpublikum bemerkt, auf etwaige Vorfälle oder Pannen reagieren zu können.
Wann genau die Entscheidung, Gottschalks Abschiedsshow nicht vollständig live zu senden, gefallen ist, kommentiert der Sender nicht. Auf Anfrage äußerte sich RTL nicht zu den Gründen für diese Entscheidung. Ein Sendersprecher erklärte lediglich: „Die Produktion beginnt leicht zeitversetzt zur Ausstrahlung.“ Wie viele Minuten Differenz zwischen Aufzeichnung und Ausstrahlung liegen, ist unklar. In früheren Ausgaben der Show sei entweder komplett live oder in Teilen vorproduziert worden, sagte RTL.
Begleitet wird Gottschalk an diesem Abend von seinen langjährigen Co-Moderierenden Barbara Schöneberger und Günther Jauch. Das Format setzt auf Spontaneität: Die Beteiligten kennen den Ablauf nicht im Vorfeld und müssen live improvisieren. Bereits im Mai hatte Gottschalk angekündigt, dass er mit dieser Folge seine Samstagabend-Karriere beenden werde.
Der letzte TV-Auftritt kommt nur wenige Tage, nachdem der 75-Jährige in einem Interview mit der „Bild“-Zeitung seine Krebserkrankung öffentlich gemacht hat. Gemeinsam mit seiner Frau Karina erklärte er, bereits vor vier Wochen wegen eines epitheloiden Angiosarkoms operiert worden zu sein – einer seltenen Form von Weichteilkrebs.
Die Einnahme von starken Schmerzmitteln führt bei Gottschalk offenbar zu Nebenwirkungen: „Mit diesen Tabletten fühle ich mich, als würde ich mit meinem Kopf in einer Waschmaschine stecken“, sagte er der Zeitung. Laut Bundesärztekammer können Opioide in der Tat zu Benommenheit führen.
Auftritte bei der „Romy“-Gala und der „Bambi“-Verleihung hatten zuletzt Irritationen hervorgerufen. Gottschalk war dort mit teils unkonzentrierten Redebeiträgen aufgefallen. Nach seinem Auftritt bei der „Romy“-Verleihung hatte er erstmals öffentlich über seine Erkrankung gesprochen.












