Modernisierung stockt

Sparkassen scheitern an ihrer digitalen Zukunft


20.11.2025 – 16:56 UhrLesedauer: 3 Min.

Die Mobiles-Bezahlen-App der Sparkasse: Die Folge stagnierender Digitalisierung ist, dass bei vielen Sparkassen und Genossenschaftsbanken der Kundenservice auf der Strecke bleibt. (Quelle: Fabian Sommer/dpa)

Sparkassen und Volksbanken wollen digitaler werden, doch viele Institute scheitern an der Umsetzung. Eine neue Studie zeigt, wo es hakt.

Sparkassen und Volksbanken, auf die viele Menschen in Deutschland nach wie vor setzen, stehen vor einer großen Aufgabe: Sie sollen effizient, schnell und digital werden – und dabei trotzdem nah an den Menschen bleiben. Doch die Umsetzung dieser digitalen Zukunft gelingt nur schleppend.

Viele Sparkassen und Volksbanken haben verstanden, dass sie digitaler werden müssen. Warum aber fällt es diesen traditionsreichen Banken so schwer, sich zu modernisieren – und was bedeutet das für die Kunden?

Eine aktuelle Studie der Initiative Wow!Banking gemeinsam mit der Fachhochschule der Wirtschaft Hannover (FHDW) unter Leitung von Prof. Dr. René Schleus zeigt, wo die Probleme liegen. Sie beleuchtet, wie zukunftsfähig Sparkassen und Genossenschaftsbanken wirklich sind – und was passieren muss, damit sie den Anschluss nicht verlieren.

Die Sparkassen erwirtschafteten 2024 einen Gewinn von fast 16 Milliarden Euro, das Vorsteuerergebnis der Volksbanken lag bei rund 10,8 Milliarden Euro – für 2025 wird wegen der gesunkenen Zinsen etwas weniger erwartet. Am Geld für Investitionen in moderne Technologien dürfte es also nicht scheitern.

Auch an Plänen für die Digitalisierung mangelt es nicht – wohl aber an deren Umsetzung. Der Wow!Banking-Studie zufolge haben zwar viele Banken digitale Strategien formuliert, doch in der Praxis fehlt oft die Durchschlagskraft.

Nur rund ein Drittel der befragten Institute empfindet sich selbst als gut auf die digitale Zukunft vorbereitet. Die Hälfte stuft sich als mittelmäßig ein – und fast jede fünfte Bank sieht sich schlecht oder gar nicht gewappnet.

Ein zentrales Problem, das viele Sparkassen und Volksbanken ausbremst, liegt tief im Inneren ihrer Technik. Jahrzehntelang wurden bestehende IT-Systeme erweitert, anstatt sie grundlegend zu modernisieren. Die Folge: eine veraltete, schwerfällige Infrastruktur, die Innovation behindert statt ermöglicht.

Laut der Studie sehen 40 Prozent der befragten Banken ihre eigene IT nicht als Hilfe, sondern als Hindernis, vor allem, wenn es darum geht, schnell auf neue Regeln oder Wettbewerber zu reagieren. Mehr als die Hälfte sagt: Neue Produkte lassen sich nicht schnell genug umsetzen. Der Weg von der Idee bis zum fertigen Angebot ist oft zu lang und zu kompliziert.

Besonders beim Thema Künstliche Intelligenz zeigt sich das Zögern deutlich. Während große Tech-Unternehmen längst auf KI setzen, steckt der Einsatz in vielen Regionalbanken noch in der Anfangsphase. Laut Studie hat knapp mehr als jedes zehnte Institut (12,2 Prozent) noch nicht einmal konkrete Pläne. Rund ein Drittel befindet sich noch in der Analyse- oder Planungsphase. Weitere 33,2 Prozent testen einzelne Anwendungen. Nur knapp jedes fünfte Geldhaus (19 Prozent) nutzt KI bereits produktiv in mehreren Bereichen – flächendeckend sind es lediglich 2,6 Prozent.

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