Auf diese Warnsignale sollten Sie achten

Brustkrebs: Jeder 100. Fall ist ein Mann


22.08.2025 – 13:05 UhrLesedauer: 2 Min.

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Brustkrebs: Jährlich erkranken Hunderte Männer in Deutschland. (Quelle: ahmad ridha ashari/getty-images-bilder)

Brustkrebs trifft fast immer Frauen, aber eben nicht nur. Auch Männer können erkranken. Das Problem: Bei ihnen wird der Tumor oft zu spät entdeckt. Dabei gibt es deutliche Warnzeichen.

Eine Verhärtung unter der Brustwarze, ein Ziehen, ein Knoten: Solche Veränderungen sollten Männer ernst nehmen. Denn auch wenn es selten vorkommt, können Männer Brustkrebs bekommen. Viele ziehen dies jedoch gar nicht in Betracht.

„Durch die Seltenheit der Erkrankung wird die Brustkrebs-Diagnose bei Männern oft spät gestellt, was sich negativ auf die Heilungschancen auswirkt“, sagt Pia Wülfing, Brustkrebsexpertin und Gründerin der medizinischen Informationsplattform PINK!. Ihr Appell: „Man kann nicht oft genug darauf hinweisen, dass auch Männer Brustkrebs bekommen können.“

Nur etwa einer von hundert Brustkrebsfällen betrifft einen Mann. Doch weil es keine Früherkennungsprogramme wie bei Frauen gibt, bleiben erste Anzeichen oft unbemerkt oder werden falsch gedeutet. Häufig suchen Betroffene erst dann ärztliche Hilfe, wenn der Tumor schon gestreut hat. Entsprechend schlechter sind die Überlebenschancen: Nach fünf Jahren leben noch etwa 77 Prozent der betroffenen Männer – bei Frauen sind es rund 87 Prozent.

Brustkrebs beim Mann zeigt sich meist als einseitige, schmerzlose Verhärtung, oft zwischen Brustwarze und Achsel. Auch andere Veränderungen sollten aufmerksam machen: eine eingezogene Brustwarze, Ausfluss, kleine Wunden, die nicht abheilen, oder geschwollene Lymphknoten in der Achselhöhle.

Nicht jeder Knoten bedeutet gleich Krebs. Gutartige Veränderungen wie Zysten oder eine hormonell bedingte Brustvergrößerung (Gynäkomastie) sind häufig, besonders bei Jugendlichen oder älteren Männern. Trotzdem gilt: Alle auffälligen Veränderungen sollten ärztlich abgeklärt werden.

Die Ursachen für männlichen Brustkrebs sind vielfältig, und oft bleibt unklar, warum genau jemand erkrankt. Manche Risikofaktoren lassen sich dennoch benennen. Dazu gehören:

Viele Männer wissen nicht, an wen sie sich mit ihren Symptomen wenden können. Häufig ist der erste Ansprechpartner die Hausarztpraxis. Besteht der Verdacht auf Brustkrebs, erfolgt die Überweisung an ein Brustzentrum oder auch zu einer Fachärztin für Gynäkologie. Die Untersuchungen unterscheiden sich nicht von denen bei Frauen: Tastbefund, Ultraschall, Mammografie, eventuell Gewebeentnahme.

Brustkrebs bei Männern ist selten, aber gefährlich. Weil es keine Früherkennung gibt, ist die Aufmerksamkeit jedes Einzelnen umso wichtiger. Wer Veränderungen an der Brust bemerkt, sollte diese untersuchen lassen. Früh erkannt, sind die Heilungschancen gut und die Behandlungsmöglichkeiten ebenso effektiv wie bei Frauen.

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