
OPs betroffen
Erneuter Warnstreik an der Frankfurter Uniklinik
13.01.2026 – 19:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Beschäftigten der Uniklinik Frankfurt legen am Mittwoch die Arbeit nieder. Am Donnerstag und Freitag folgt die zweite Verhandlungsrunde im Tarifstreit der Länder in Potsdam.
Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der Uniklinik Frankfurt für Mittwoch, den 14. Januar 2026, zu einem ganztägigen Streik aufgerufen. Der Ausstand soll vom Beginn des Frühdienstes um 6 Uhr bis zum Ende des letzten Spätdienstes um 22 Uhr dauern.
Der Streik gehört zur laufenden Tarifrunde der Länder. Die zweite Verhandlungsrunde findet am 15. und 16. Januar in Potsdam statt. Verdi erwartet dort ein Angebot der Arbeitgeberseite.
Vor dem Haupthaus der Uniklinik plant die Gewerkschaft am Mittwoch zwischen 8.30 und 9.30 Uhr eine Kundgebung. Die Universitätsklinik Frankfurt ist laut Verdi der einzige Betrieb in Hessen mit Bindung an den Tarifvertrag der Länder. Alle anderen Landesdienststellen verhandeln im Rahmen der hessischen Tarifgespräche.
Verdi fordert für die 925.000 Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 300 Euro für untere Lohngruppen. Nachwuchskräfte sollen 200 Euro mehr erhalten und unbefristet übernommen werden. Zudem verlangt die Gewerkschaft 20 Prozentpunkte mehr bei allen Zeitzuschlägen. Der neue Tarifvertrag soll zwölf Monate gelten.
Speziell für Frankfurt fordert Verdi eine „Genau hier“-Zulage von 300 Euro wegen der hohen Wohn- und Lebenskosten. Der Klinikvorstand lehne Verhandlungen darüber trotz mehrfacher Aufforderung ab.
„Wir können uns die Stadt, in der wir arbeiten, nicht mehr leisten“, sagte Yuna Schäfer, Auszubildende zur Pflegefachfrau und Mitglied der Tarifkommissionen. Der Vorstand zeige keine Gesprächsbereitschaft, weshalb die Beschäftigten streiken müssten.
Es ist bereits der zweite Streik an der Frankfurter Uniklinik in der aktuellen Tarifrunde nach einem Ausstand Mitte Dezember.
Ein Sprecher der Uniklinik sagte der „hessenschau“, es sei mit erheblichen Einschränkungen bei der medizinischen Versorgung zu rechnen. Einige Stationen würden vollständig geschlossen, während in weiteren die Bettenzahl reduziert wird. Geplante Operationen und andere Eingriffe müssen größtenteils abgesagt oder verschoben werden. Die Notfallversorgung bleibe jedoch bestehen.



