
Verbraucherzentrale deckt auf
Versteckte Preiserhöhung bei beliebtem Müsli
29.07.2025 – 11:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Es ist ein weiterer Fall von „Shrinkflation“: Eine bekannte Müsli-Marke senkt die Füllmengen. Die Verbraucherzentrale kritisiert das Vorgehen als intransparent.
Die Verbraucherzentrale Hamburg hat eine versteckte Preiserhöhung bei Produkten der Firma Peter Kölln GmbH & Co. KGaA aufgedeckt. Demnach hat der Hersteller bei mehreren Müslisorten die Füllmenge deutlich reduziert – bei gleichbleibendem beziehungsweise nicht ausreichend angepasstem Preis. In der Folge zahlen Verbraucher pro 100 Gramm deutlich mehr.
Betroffen sind unter anderem die sogenannten „Vorteilspackungen“. Beispiel: Die Packung des „Original Schoko Hafer-Müslis“ wurde von 1.700 auf 1.050 Gramm verkleinert. Der Preis sank zwar von 9,99 auf 7,99 Euro, doch bezogen auf die Füllmenge ergibt sich ein Preisaufschlag von rund 29,5 Prozent.
Auch bei anderen Müslisorten wurden die Füllmengen gesenkt:
Das Unternehmen erklärt die Maßnahme mit den gestiegenen Kosten auf den Rohstoffmärkten, insbesondere beim Kakao. Die Reduzierung der Füllmenge sei notwendig, um „die gleichbleibend hohe Qualität und Lieferfähigkeit“ der Produkte zu gewährleisten. Man habe diese Entscheidung erst nach interner Kostenoptimierung getroffen, heißt es in einer Stellungnahme.
Auf einigen Verpackungen weist der Hersteller auf die Veränderung hin. Es gibt einen auffälligen Hinweis wie „Weniger Inhalt. Gleiche Qualität“ ergänzt durch den Zusatz „Aufgrund der anhaltenden hohen Rohstoffpreise mussten wir die Füllmenge bei diesem Müsli anpassen“. Zudem führt ein QR-Code zu weiteren Informationen auf der Unternehmenswebsite.
Die Verbraucherzentrale Hamburg sieht das kritisch, da nicht alle Packungen den Hinweis auf die Füllmengenänderung enthalten. Besonders bei den neuen „XXL“-Packungen fehle jeglicher Hinweis auf die reduzierte Menge, obwohl auch hier bis zu knapp 40 Prozent weniger Inhalt angeboten wird.
Für Verbraucher sei diese Form der Preiserhöhung kaum erkennbar – die Verpackung bleibe optisch ähnlich, der Name ändere sich geringfügig, der Preis wirke sogar attraktiver. Doch tatsächlich steige der Preis pro Gewichtseinheit zum Teil erheblich. Die Verbraucherschützer sprechen von einer „Transparenzlücke“.













