Geheimnisvoller Gletscherfund

Weltkriegs-Spione: Verborgene Relikte im Eis entdeckt

30.09.2025 – 14:11 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Geheimdienstoperation begann in einer Winternacht gegen Kriegsende. (Quelle: Unbekannt/ÖTZTALER MUSEEN/APA/dpa/dpa-bilder)

Auf einem Gletscher tauchen Überreste einer riskanten US-Spionageaktion aus dem Zweiten Weltkrieg auf. Die Funde geben Einblicke in die mutigen Missionen dreier Männer.

Auf einem Tiroler Gletscher sind Reste einer spektakulären Geheimdienstaktion aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Gefunden wurden militärische Gurte, Seile und ein Tuch – eingefroren im Sulztalferner, einem Gletscher in den Stubaier Alpen. Die Objekte gehörten mutmaßlich zu einer US-Operation, bei der ein jüdischer Flüchtling aus Deutschland eine zentrale Rolle spielte.

Die Historikerin Edith Hessenberger, Leiterin der Ötztaler Museen, zeigte sich nach ersten Untersuchungen überzeugt: „Mittlerweile sind wir uns zu 100 Prozent sicher, dass die Objekte zu den drei Männern der ‚Operation Greenup‘ gehörten.“ Die Ausrüstungsgegenstände seien offenbar per Fallschirm abgeworfen und anschließend im Schnee versteckt worden. Zuvor hatte der ORF über den Fund berichtet.

In einer Winternacht im Februar 1945 sprangen drei junge Männer mit Fallschirmen über dem Sulztalferner ab. Ihr Ziel: Die Wehrmacht in Tirol auszukundschaften. Es waren Fred Mayer, ein jüdischer Flüchtling aus Freiburg im Breisgau, Hans Wijnberg aus den Niederlanden und der Tiroler Franz Weber, ein Wehrmachtdeserteur. Die drei operierten im Auftrag des US-Geheimdienstes und bildeten das Kernteam der „Operation Greenup“.

Laut dem Historiker Peter Pirker, der am Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck forscht, lieferten die Männer von Tirol aus entscheidende Informationen über Bahntransporte, Rüstungsaktivitäten und den Zustand der deutschen Streitkräfte.

Als angeblich verwundeter Wehrmachtsoffizier auf Erholungsurlaub verschaffte sich Fred Mayer Zugang zum Offizierskasino in Innsbruck. Auch in ein Flugzeugwerk habe er sich eingeschmuggelt, berichtet Pirker. Die Informationen, die das Trio übermittelte, trugen demnach zur kampflosen Befreiung Innsbrucks bei.

Kurz vor Kriegsende geriet Mayer in die Hände der Gestapo. Trotz Folter überlebte er die Gefangenschaft und kehrte nach dem Krieg in die USA zurück.

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