
Im ganzen Land verändert eine neue Welle von Unternehmern die Geschäftslandschaft. Ihre Arbeit wird durch Reformen unterstützt, die darauf abzielen, den Zugang zu Finanzmitteln zu verbessern, Vorschriften zu vereinfachen und Programme auszuweiten, die das Wachstum kleiner Unternehmen unterstützen sollen.
Ein Beispiel ist Natalya Klimenko, Gründerin von STEMIO, einem Bildungstechnologie-Start-up, das Kindern im Alter von 7 bis 18 Jahren hilft, MINT-Fähigkeiten zu erlernen, von Mathematik über Programmierung bis hin zu künstlicher Intelligenz. Nachdem sie ihre Idee bei einem anderen Start-up getestet hatte, startete sie vor etwa zwei Jahren ihre eigene Plattform.
„Das Schwierigste für jeden Unternehmer ist, den tatsächlichen Bedarf zu verstehen, den er löst, und die Finanzierung zu finden“, sagt Klimenko. „Anfangs finanzierten wir uns über persönliche Ersparnisse und die Hilfe von Familie und Freunden. Später erleichterten uns Bankdarlehen und frauenorientierte Förderprogramme das Wachstum.“
Heute beschäftigt STEMIO etwa 10 Mitarbeiter und baut ein spielerisches Bildungssystem auf, um zukünftige digitale Kompetenzen in Usbekistan zu stärken. Anfang des Jahres trat Klimenko dem Plug and Play Accelerator bei und reiste mit Unterstützung des UNDP ins Silicon Valley, um von den globalen Märkten zu lernen. Sie sagt, die Erfahrung habe ihre Vision für das Unternehmen beeinflusst.
Finanzreformen erleichtern den Weg zur Unternehmensgründung
Eine große Herausforderung für neue Unternehmen war in der Vergangenheit der Zugang zu Finanzierungen, insbesondere zu Sicherheiten. Regierungswechsel spiegeln nun unterschiedliche Wachstumsphasen wider. Kleinunternehmen können Kredite bis zu 23 Tsd. Euro erhalten, während Unternehmen, die in eine höhere Kategorie aufsteigen, bei positiver Bonität und Steuerhistorie bis zu 11,5 Tsd. Euro ohne Sicherheiten erhalten können. Familienunternehmer können bis zu 3,8 Tausend Euro ungesichert erhalten, was die Formalisierung fördert.
Von Frauen geführte Unternehmen profitieren von Zinssätzen, die um zwei Prozentpunkte niedriger sind als bei regulären Vorzugsprogrammen.
Usbekistan hat außerdem die Unterstützungsdienste konsolidiert, um den Zugang zu Hilfe in den Regionen zu erleichtern. Neue Strukturen im Rahmen der Business Development Bank, einschließlich regionaler Unterstützungszentren für Kleinunternehmen und einer speziellen Entwicklung
Der Fonds bietet nun Finanzierungs- und Beratungsunterstützung für Unternehmer im ganzen Land. Diese Institutionen helfen bei der Umsetzung staatlicher Programme wie langfristige Darlehen für Familienunternehmen und Initiativen zur Modernisierung der Produktion und zur Steigerung der Exportkapazität.
Diese breitere Unterstützungsinfrastruktur war besonders wichtig für Unternehmerinnen.
„Diese Verbesserungen sollen die Finanzierung integrativer machen“, sagt Zulfiya Saburova, stellvertretende Direktorin der Business Development Bank. „Unternehmer dürfen nicht ausgebremst werden, nur weil sie noch kein zu besicherndes Eigentum haben.“
Doch laut Saburova reicht die Finanzierung allein nicht aus. Mittlerweile sind mobile Outreach-Teams im ganzen Land im Einsatz und bieten Vor-Ort-Konsultationen, Rechtsberatung und Wirtschaftsbildungsseminare an, die speziell auf Frauen zugeschnitten sind, die zum ersten Mal in ein formelles Geschäft einsteigen. Darüber hinaus werden lokale Bankmitarbeiter in Karakalpakstan, Fergana, Surkhandarya, Jizzakh, Syrdarya, Namangan und Khorezm geschult, um die Qualität der KMU-Unterstützung zu stärken.
Ein wesentlicher Bestandteil dieser Bemühungen ist die internationale Expertise. Die Bank hat mit dem Entrepreneurship Education and Research Center der Universität Yamagata in Japan zusammengearbeitet, um das praktische Lernen zu verbessern und moderne unternehmerische Trainingsprogramme zu entwickeln. Im August 2025 wurde in Karakalpakstan im Rahmen des Yuri-I-Projekts die Innovationsinitiative U-HOPE 2025 gestartet, die neue Instrumente für die Kompetenzentwicklung in eine der Regionen bringt, die am meisten integratives Wirtschaftswachstum benötigt.
Digitale Tools, darunter die Online-Plattform hamroh.biznes-portal.uz, rationalisieren jetzt den gesamten Kreditprozess, reduzieren den Papierkram und verbessern den Zugang für Erstunternehmer.
Verbesserung des Geschäftsklimas
Politische Reformen gehen über den Finanzbereich hinaus. Ab dem 1. Juli 2025 tritt ein dreijähriges Moratorium für die Einführung neuer Regulierungspflichten für KMU in Kraft, sodass neue Regeln nur zweimal im Jahr zulässig sind. Bei erstmaligen Verstößen im Gewerbebetrieb werden erst ab 2028 Verwaltungsstrafen verhängt, was den Druck auf Jungunternehmer verringert.
Diese Veränderungen spiegeln sich in einem wachsenden Vertrauen der Unternehmer wider. Der Geschäftsklimaindex erreichte kürzlich 63 von 100, den höchsten Stand seit zwei Jahren.
„Die Zahl der KMU hat sich seit 2017 fast verdoppelt und die Zahl der Unternehmen mit ausländischen Investitionen übersteigt mittlerweile 17.000“, bemerkt Salimjon Bekmuradov, Leiter der Abteilung für unternehmerische Entwicklung am Institut für makroökonomische und regionale Studien. Seine Forschung zeigt, dass Stadterweiterung und Bildung das Unternehmertum direkt unterstützen. Pro 1.000 weiteren Einwohnern entstehen rund 35 neue KMU, während aus einer einzigen neuen Universität bis zu 300 entstehen können.
Eine neue Generation politischer Ansätze
Die usbekische Regierung sieht KMU als entscheidend für das langfristige Wachstum an und will ihren Beitrag zur Wirtschaft bis 2030 auf 55 Prozent steigern. Für die KMU-Unterstützung sind im Jahr 2025 9,23 Milliarden Euro vorgesehen, davon 1,69 Milliarden Euro speziell für vergünstigte Kredite. Die Hälfte dieses Betrags ist jungen Unternehmerinnen und Unternehmerinnen gewidmet.
„Kleine und mittlere Unternehmen sind eine der wichtigsten Antriebskräfte unserer Wirtschaft“, sagt Timur Khusanov, Direktor der Abteilung für KMU-Entwicklung im Ministerium für Wirtschaft und Finanzen. „Unsere Strategie unterstützt ihre Nachhaltigkeit, verbessert den Zugang zu Finanzmitteln und hilft ihnen, selbstbewusster in ausländische Märkte einzutreten.“
Die Pläne zielen außerdem darauf ab, die KMU-Exporte kurzfristig von 8,28 Milliarden Euro auf 11,04 Milliarden Euro zu steigern, unterstützt durch verbesserte Verkehrsverbindungen, Zertifizierung und Zugang zu internationalen Standards.
Internationale Unterstützung treibt Innovationen voran
Internationale Organisationen, darunter die Asiatische Entwicklungsbank und die Weltbank, stellen neue Kreditlinien bereit, um diese Reformen zu verstärken. Im Rahmen der Weltbank-Innovationsprogramme „Zugang zu Finanzmitteln für Arbeitsplätze und Wachstum“ und „MUNIS“ haben usbekische KMU Anspruch auf Zuschüsse in Höhe von bis zu 46.000 Euro und einen verbesserten Zugang zu privatem Kapital durch eine Dachfondsinitiative. Die FINGROW-Initiative der Bank wird außerdem einen Dachfonds einrichten, um privates Kapital in grüne und wachstumsstarke Sektoren zu locken, abgesichert durch Kreditgarantien und Beratungsunterstützung. Darüber hinaus unterstützt die Weltbankgruppe Strukturreformen, von der Stärkung des Bankensektors bis hin zur Verbesserung der Unternehmensführung, um zur Schaffung von mehr Arbeitsplätzen und zum Aufbau einer wettbewerbsfähigeren Privatwirtschaft beizutragen.












