Druck von Donald Trump

US-Notenbank senkt Leitzins zum dritten Mal in diesem Jahr

Aktualisiert am 10.12.2025 – 20:24 UhrLesedauer: 2 Min.

Die US-Notenbank Federal Reserve um den Vorsitzenden Jerome Powell hat erneut den Leitzins gesenkt. (Archivbild) (Quelle: Jacquelyn Martin/AP/dpa/dpa-bilder)

Die US-Notenbank senkt zum dritten Mal in diesem Jahr den Leitzins. Der Druck aus dem Weißen Haus bleibt derweil groß.

Die US-Notenbank hat ihre Leitzinsen wie erwartet gesenkt. Die Zinsspanne wird um 0,25 Prozentpunkte auf 3,50 bis 3,75 Prozent reduziert, wie die Fed am Mittwoch in Washington bekannt gab. Bankvolkswirte hatten diese Entscheidung im Schnitt erwartet. Die Risiken für die Beschäftigung hätten in den vergangenen Monaten zugenommen, hieß es von der Fed. Eine Mehrheit von Volkswirten hatte eine Zinssenkung erwartet.

Es ist die dritte Leitzinssenkung in diesem Jahr und die zweite in Folge. Die Entscheidung fiel unter erschwerten Bedingungen, da wegen der vorübergehenden Schließung von Bundesbehörden (Shutdown) noch nicht alle ausgefallenen Konjunkturdaten veröffentlicht wurden. Die Fed steht zudem weiter unter großem Druck durch US-Präsident Donald Trump, der immer wieder Leitzinssenkungen fordert und Notenbankchef Jerome Powell scharf kritisiert.

Viele Bundesbehörden hatten wochenlang ihre Arbeit ausgesetzt. Das Büro für Arbeitsmarktstatistik (BLS) hatte mitgeteilt, dass die Inflationsdaten für den Oktober ersatzlos ausfallen – denn diese könnten im Nachgang nicht rekonstruiert werden. Erst Mitte Dezember sollen die Zahlen für November folgen.

Im September waren die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahr noch auf 3,0 Prozent gestiegen und lagen damit deutlich über dem mittelfristigen Inflationsziel der Fed von 2,0 Prozent. Das spräche an sich gegen eine Zinssenkung. Allerdings hatten Experten einen noch stärkeren Zuwachs befürchtet, sodass die Sorgen um den US-Arbeitsmarkt schwerer wiegen als die Inflationsproblematik.

Mit ihren Zinsentscheidungen versucht die US-Notenbank, einen Kompromiss zwischen stabilen Preisen und möglichst vielen Vollbeschäftigten zu finden. Ist der Leitzins zu hoch, bremst er die Wirtschaft aus etwa wegen zu hoher Kreditkosten. Ein niedrigerer Zins stimuliert zwar Wachstum und den Arbeitsmarkt, kann aber die Inflation anheizen.

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