Weltweite Leitwährung
Sparkassen-Studie: Warum die Vormacht des Dollars bröckelt
16.12.2025 – 17:38 UhrLesedauer: 2 Min.
Noch ist der US-Dollar unangefochten, doch erste Risse sind sichtbar. Experten warnen vor Entwicklungen, die das globale Währungssystem langfristig verändern könnten.
Die Vormachtstellung des US-Dollars als weltweite Leitwährung gerät nach Einschätzung von Sparkassen-Ökonomen zunehmend unter Druck. Eine kurzfristige Ablösung sei zwar nicht zu erwarten, die Dominanz schwinde jedoch, heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Analyse der Sparkassen-Finanzgruppe.
Chefvolkswirt des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) Reinhold Rickes erklärte: „Der US-Dollar bleibt eine der zentralen Stützen des internationalen Finanzsystems, doch das Vertrauen in seine Stabilität schwindet.“ Als Gründe nannten die Volkswirte geopolitische Spannungen, Versuche politischer Einflussnahme auf die US-Notenbank Fed und die steigende Staatsverschuldung der USA.
Digitale Währungen haben laut Analyse einen zwiespältigen Einfluss auf die Zukunft des US-Dollars. Einerseits stützen viele sogenannte Stablecoins den Dollar: Diese speziellen Kryptowährungen sind an den Dollar gekoppelt. Die größten Stablecoins am Markt sind Tether (USDT), USD Coin (USDC) und der Euro-Stablecoin EURC. Gemeinsam kommen alle Stablecoins auf eine Marktkapitalisierung von rund 256 Milliarden US-Dollar. Digitale Währungen könnten dem Dollar Konkurrenz machen, wenn sie künftig eine größere Rolle im internationalen Zahlungsverkehr übernehmen.
Als eine weitere mögliche Konkurrenz für den Dollar nennen die Ökonomen vor allem digitale Zentralbankwährungen, etwa den digitalen Renminbi aus China. Dieses digitale Geld wird direkt von Zentralbanken herausgegeben und kontrolliert. „Die zunehmende Verbreitung von digitalen Assets könnte das global dominierte Währungssystem langfristig verändern“, erklärte Rickes.
Ob der Dollar seine Position langfristig behaupten kann, hängt demnach vor allem von politischen und institutionellen Reformen in den USA ab. „Um seine Vormachtstellung zu behaupten, müssen die USA (…) die Stabilität ihrer öffentlichen Finanzen und die Unabhängigkeit ihrer Zentralbank bewahren“, sagt Carsten Wesselmann, Chefvolkswirt der Kreissparkasse Köln, der die Analyse federführend entwickelt hat.
