Unterstützung durch Exil-Iraner in Deutschland

Aussichten für den Iran: Hoffnungen ruhen auf Schahs Sohn?

Viele Iraner im Exil sind nicht nur an Sanktionen interessiert, sondern auch daran, wie sich das Land entwickeln könnte, wenn das Regime zusammenbricht. Die Iran-Expertin und Autorin Natalie Amiri ist überzeugt, dass die große Mehrheit der Menschen im Iran Demokratie will.

Allerdings gibt es immer noch Anhänger des Mullah-Regimes. Der deutsche Auslandssender Deutsche Welle zitierte – ohne ihren richtigen Namen zu nennen – eine Expertin für Molekulare Medizin, die in Bonn lebt und keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater und ihrem Bruder hat, weil beide das Regime unterstützen. Viele Familien scheinen auf diese Weise gespalten zu sein, sowohl im Iran als auch in einigen Fällen im Exil im Ausland.

Manche setzen ihre Hoffnungen auf Reza Pahlavi, den Sohn des letzten Schahs Irans, der sein Land bis 1979 als autoritärer Monarch regierte. Reza Pahlavi lebt seit Jahrzehnten im US-Exil. „Ich glaube, dass Reza Pahlavi eine Chance verdient hat“, sagt Apameh „Api“ Schönauer, die 2024 zur Miss Deutschland gekrönt wurde und in Teheran geboren wurde. Auch die Bodybuilderin und Influencerin Behnaz Nasrollahi Azar unterstützt den Sohn des ehemaligen Schahs: „Auf den Straßen Irans rufen sie den Namen Reza Schah Pahlavi als Symbol für Würde, Identität und Hoffnung und fordern ihr legitimes Recht auf Freiheit, Demokratie und ein würdiges Leben.“

Viele sind jedoch anderer Meinung. Der Vorsitzende des Vereins Iranischer Flüchtlinge in Berlin, Hamid Nowzari, kämpfte einst gegen den Schah, Reza Pahlavis Vater. Die jubelnde Unterstützung der iranischen Bevölkerung für den Schahsohn sieht er als „Ausdruck völliger Hoffnungslosigkeit“.

In einem Gastbeitrag für den „Tagesspiegel“ schrieb die Journalistin Maryam Mardani, dass freiheitsliebende Demonstranten bei dem Gedanken an die Wiedereinführung der Monarchie schaudern. „Sie fragen völlig zu Recht: Kämpfen und vergießen wir so viel Blut, nur um dann einen Diktator durch einen anderen zu ersetzen?“

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