,Und wann schlafen wir miteinander?‘“

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„Plusminusnull“, bringt Max Simonischek (39) die Frage nach dem Vorteil seines großen Namens sofort auf den Punkt. Der Sohn von Schauspiel-Star Peter Simonischek (76, „Toni Erdmann“) hat gerade für ein Jahr am Deutschen Theater angeheuert, bis zum Intendantenwechsel 2023.

Einen Vorteil hatte es dann aber doch für ihn, Sohn zweier Schauspieler zu sein, denn auch seine Mutter, Charlotte Schwab (69), ist vom Fach. „Ich kannte mich hinter den Kulissen aus und wusste, in diesem Beruf wird auch nur mit Wasser gekocht“, sagt Simonischek.

Dabei wertet er die Kunst am Theater deutlich höher als beim Film. „Eigentlich ungerecht, dass man am Theater deutlich weniger Geld verdient, während man beim Film nicht nur besser bezahlt wird, sondern auch noch vom Käsebrot bis zur Kopfschmerztablette rundum betreut wird“, schmunzelt der charmante Künstler. Wie gut Schauspieler am Filmset umhegt werden, genießt er seit 2017 als Hauptdarsteller der ZDF-Krimi-Reihe „Kommissar Laim“ (Montag, 20.15 Uhr).

Max Simonischek als Hauptdarsteller der ZDF-Krimi-Reihe „Kommissar Laim“ Foto: obs/ZDF/ZDF/ Tom Berner

Die neue Folge „Laim und das Hasenherz“ hat seine Frau, Catharina Steiner, geschrieben. 2014 hatte Max Simonischek die frühere Journalistin beim Interview während der Berlinale kennengelernt. „Am nächsten Abend sind wir zusammen essen gegangen“, schmunzelt er.

Mittlerweile ist das Paar verheiratet und lebt mit seinen Kindern (2 und 4) in Neukölln. „Das fand ich bisher auch klasse, aber es gibt einfach angenehmere Orte als Neukölln für Kleinkinder“, gibt der junge Vater ganz offen zu. Seit sich die Familie während der Corona-Krise in die Tiroler Heimat seiner Frau zurückgezogen hatte, liebäugeln beide mit einer Zukunft in Österreich.

„In Catharinas Familie herrscht ein großer Zusammenhalt, das genieße ich ungemein“, erklärt Max Simonischek, der bereits seit seinem zehnten Lebensjahr ein Internat besuchte. Die Eltern hatten sich getrennt als er zwei Jahre alt war. „Das heißt nicht, dass meine Eltern sich nicht kümmern, aber sie sind eben auch beide noch berufstätig“, erklärt er.

Seine erste Premiere als festes Ensemblemitglied am Deutschen Theater feiert Simonischek im Oktober als Tellheim in „Minna von Barnhelm“. Der Major wurde in Unehren aus der Armee entlassen, fühlt sich Minnas Liebe nicht mehr würdig. Das Männerbild von Ehre und Heldentum stellt sich für Max Simonischek sehr in Frage. In Zeiten von Gendern und Me Too wird gerade am Theater vieles neu geordnet.

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„Mit Berechtigung, wobei das Gendern in Klassikern nicht angebracht wäre, aber es gibt zeitgenössische Stücke, die sich damit auseinandersetzen können. Auch Me Too ist wichtig, denn der Machtmissbrauch an den Bühnen war enorm, wobei die individuelle Wahrnehmung es noch schwieriger greifbar macht“, ist er überzeugt.

Er als Mann „dürfe ja eigentlich gar nicht seine Meinung dazu äußern“, fürchtet der Schauspieler, obwohl er selbst betroffen war: „Eine Regisseurin fragte mich irgendwann: ,Und wann schlafen wir miteinander?‘“, berichtet er. Der junge Star lachte damals nur und behielt, „zum Glück die Rolle“.