Melanie Müller zeigt Hitlergruß: So lautet die Erklärung der Ballermann-Sängerin

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“Mache immer diese Bewegungen”

Melanie Müller erklärt Hitlergruß

Ein Video zeigt Melanie Müller umringt von Fans, die “Sieg Heil” rufen, nun taucht ein zweiter Clip auf, in dem sie selbst den Hitlergruß zeigt. Die Polizei ermittelt. Derweil beteuert die Ballermann-Sängerin, sie habe mit Rechtsradikalen nichts zu tun und versucht sich in Erklärungen.

Erst am Dienstag erklärte Melanie Müller via Instagram, einen Auftritt am heutigen Abend in Dresden aufgrund eines kürzlich erschienenen Videos nicht wahrnehmen zu wollen, da taucht auch schon der nächste kompromittierende Clip auf. Waren zunächst lediglich Fans der Ballermann-Sängerin zu sehen, die bei einem Auftritt den Hitlergruß zeigten und “Sieg Heil” riefen, ist es nun wohl sie selbst, die den rechten Arm mehrfach in die Höhe streckt.

Für das Material interessieren sich nun auch die Ermittlungsbehörden: “Uns ist das neue Video bekannt, weswegen wir unsere Ermittlungen ausgeweitet haben”, sagte eine Sprecherin der Landespolizei Leipzig am Mittwochabend. “Es geht um den Vorwurf des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen nach Paragraf 86a StGB.” Bei solchen Kennzeichen kann es sich um Fahnen, Abzeichen, Uniformstücke, Parolen und Grußformen handeln.

Das 16-sekündige Video, das der “Bild”-Zeitung direkt zugespielt worden sein soll, zeigt, wie die Ex-Dschungelkönigin vor den mutmaßlichen Rechtsextremen auf der Bühne steht. Zunächst habe sie das Mikro noch in der rechten Hand, dann stimme sie mit “Ost, Ost, Ostdeutschland” einen Schlachtruf der Leipziger Fußballszene an, ist bei dem Blatt zu lesen. Schließlich nehme Müller das Mikro in die linke Hand, während sie mit den Fans weiter skandiere. Dabei soll die 34-Jährige insgesamt achtmal den ausgestreckten rechten Arm zum Hitlergruß nach oben gerissen haben.

Club beim Verfassungsschutz bekannt

Hieß es zunächst noch, bei der Party, auf der schon das erste Video entstand, habe es sich um eine private Geburtstagsfeier gehandelt, steht nun offenbar fest, dass diese in einem Lokal stattfand, in dem der Rockerclub “Rowdys Eastside” zu Hause ist. Die “Bild”-Zeitung zitiert dazu eine Sprecherin des sächsischen Verfassungsschutzes: “Wir wissen, dass Einzelpersonen aus der Leipziger rechtsextremen Hooligan-Szene dort Kontakte pflegen.”

Mit “Rechtsradikalen oder nationalistischem Gedankengut” habe sie “nichts am Hut”, beteuerte Müller am Abend in einem Statement bei Instagram. Und sie sei “physisch und psychisch hart getroffen” von der Behauptung, sie bewege sich im rechtsradikalen Umfeld. Gegenüber der “Bild”-Zeitung versuchte die Sängerin ihre Gesten am Abend wie folgt zu erklären: “Seit elf Jahren stehe ich auf der Bühne und mache immer diese Handbewegungen. Nicht aus rechtsradikalem Hintergrund, sondern ‘Zicke zacke zicke zacke’, also genau so, wie ich es dort mache”.

In der Tat ruft Müller bei ihren Auftritten den bekannten Karnevalisten- und Sportlerschlachtruf “Zicke zacke zicke zacke hoi hoi hoi”. Nach Beobachtungen der “Bild”-Zeitung aber normalerweise ohne eine missverständliche Armbewegung. Stattdessen halte sie üblicherweise ihr Mikrofon ins Publikum, schreibt das Blatt.

Müllers Partner Andreas Kunz äußerte sich bereits am Dienstag zu den Vorwürfen: “Je nachdem, aus welcher Perspektive ein Video oder Foto gemacht wird, kann es natürlich beim Einheizen der Menge schnell so aussehen, als wäre es der Hitlergruß. Das ist sogar schon Angela Merkel passiert.”

Allerdings soll auch Kunze in der Neonazi-Szene kein unbeschriebenes Blatt sein. Laut RTL-Recherche verfügt er über “ein weit gefächertes Firmennetzwerk. Davon sind einige sehr zwielichtigen Firmen zuzuordnen. Zum Beispiel die Asgaard-Security-Firma, die immer wieder in rechtsextremen Umtrieben aufgefallen ist”. Zudem besuchen er und Müller demnach das SinCity BoxGym, “von dem man weiß, dass es der extrem rechtsextremen Szene in Leipzig zuzuordnen ist. Wer mit solchen Leuten verkehrt, ist tief in dieser Szene verwurzelt”, heißt es bei RTL weiter. Müller will davon aber nichts wissen, zumindest nicht so genau: “Ich bin weder rechts organisiert – ich weiß nicht, keine Ahnung, war ich das jemals?”, sagte sie der “Bild”-Zeitung.

(Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 29. September 2022 erstmals veröffentlicht.)

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