Mars schafft M&M’s-Werbefiguren nach Hasskampagne ab

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Nicht mehr sexy genug?
Mars schickt M&M’s-Figuren in die Zwangspause – weil rechten Hassern deren Schuhe nicht gefallen

Neben dem roten und dem gelben M gibt es mittlerweile auch grüne, blaue, braune, orange und lilafarbene Werbe-Charaktere

© Panthermedia / Imago Images

Mit der Modernisierung seiner M&M’s-Figuren hat Hersteller Mars einen Shitstorm aus der rechten Ecke ausgelöst. Nun reagiert der Süßwarenkonzern und ersetzt die sprechenden Cartoonfiguren “auf unbestimmte Zeit” durch die Schauspielerin Maya Rudolph. 

Die sprechenden M&M’s-Figuren sind seit vielen Jahren eine feste Größe in den Kampagnen der Schokolinsenmarke. Nun schickt US-Süßwarenhersteller Mars die Werbemaskottchen in den Zwangsurlaub. Die bekannten Cartoon-Figuren erhielten eine “Pause auf unbestimmte Zeit”, heißt es in einem Statement auf der M&M’s-Instagram-Seite. Ersetzt werden sollen sie durch das reale Werbegesicht der Schauspielerin Maya Rudolph.

Hintergrund der Entscheidung ist eine Debatte über die politische Korrektheit der bunten “Spokescandies”, die zu einer absurd anmutenden Hasskampagne aus rechten Kreisen geführt hat. Vor einem Jahr hatte Mars die bunten M&M’s-Charaktere überarbeitet, um ihnen ein “frisches, modernes Aussehen” zu geben, wie es damals hieß. Dies beinhaltete, dass die beiden weiblichen Schokolinsen statt Overknees-Stiefeln und sehr hochhackigen Schuhen jetzt Sneaker und etwas weniger hohe Absätze trugen. Die Marke wolle sich stärker “für eine vielfältige und inklusive Gesellschaft” einsetzen, schrieb der Konzern zu den sieben verschiedenfarbigen Charakteren. 

Das passte rechten Kreisen mit konservativem Verständnis von Geschlechterrollen so gar nicht. Sie verdammten die Entscheidung als “woke” und machten ordentlich Stimmung gegen die unerhörte politische Korrektheit. So echauffierte sich etwa Fox News-Moderator Tucker Carlson darüber, dass die “sexy boots” der grünen M&M’s-Dame durch “sensible sneakers” ersetzt wurden. Die Intention der Firma, Frauen auch als starke Führungspersönlichkeiten zu präsentieren, deutete Carlson so: Das Ziel sei es, die M&M’s-Figuren so unsexy zu machen, dass man keine von ihnen mehr zu einem Drink einladen wolle, erklärte Carlson mit heiligem Ernst in der Stimme.

M&M’s: Kehrtwende oder PR-Stunt?

Auf Angriffe dieser Art reagiert Mars nun mit der jüngsten Entscheidung. “Amerika, wir müssen reden”, heißt es in dem aktuellen Instagram-Statement. Man sei sich damals nicht einmal sicher gewesen, ob die Änderungen an den Figuren überhaupt groß bemerkt würden. Und man habe definitiv nicht erwartet, dass sie “das Internet zerstören” würden. “Aber jetzt verstehen wir es – sogar die Schuhe von Süßigkeiten können polarisieren.” 

Dies sei nicht beabsichtigt gewesen, man habe vielmehr Menschen zusammenbringen wollen. “Daher haben wir entschieden, für die ‘Spokescandies’ eine Pause auf unbestimmte Zeit einzulegen.” Ihren Platz werde eine Person einnehmen, auf die sich ganz Amerika verständigen könne – die Schauspielerin Maya Rudolph.

Die 50-jährige Rudolph hat in Hollywood-Filmen und Fernsehserien mitgewirkt, vor allem aber wurde sie bekannt als Komikerin in der NBC-Sendung “Saturday Night Live”. Bloomberg bezeichnet sie als Liebling des liberalen Amerikas, was die Frage aufwerfe, welche Motive tatsächlich hinter der Aktion steckten. Will Mars wirklich die konservativen Sneakerhasser besänftigen oder geht es eher darum, Aufmerksamkeit im Vorfeld des Super Bowls am 12. Februar zu gewinnen. Dann nämlich ist Maya Rudolph erstmals als M&M’s-Werbegesicht in einem Fernsehspot zu sehen, den Millionen von Amerikanern sehen werden.

Quellen: M&M’s Instagram-Kanal / MarsBloomberg / Tucker Carlson bei Fox News

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