Jeffrey Dahme: Neue Netflix-Serie über den Kannibalen von Milwaukee | News

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Milwaukee (USA) – Es wird geschnitten, gekocht und gegessen. Doch in dieser neuen Netflix-Serie geht es ausnahmsweise mal nicht um kreative Gastronomen, sondern um Jeffrey Dahmer (†34), einen der bizarrsten und verstörendsten Serien-Killer der Geschichte!

„Dahmer“ gibt dem Kopfkino eine Leinwand, in 526 Minuten, verteilt auf zehn Folgen. Es ist eine Geschichte über die Gräueltaten des Täters, das Leiden der 17 ausschließlich männlichen Opfer und ihrer Angehörigen, das Versagen der Behörden, den Prozess, das Urteil (16 Mal Lebenslang) – und die Familie des Killers.

Die Serie stinkt regelrecht nach Leichenteilen im Kühlschrank. BILD erzählt die Geschichte von Jeffrey Dahmer, dem Kannibalen von Milwaukee, der 1991 gefasst wurde – und zuvor ein Jahr und neun Monate in Deutschland gelebt hat.

Folge 1 (Achtung, Spoiler!)

Die Serie beginnt mit Dahmers letztem Mordversuch. Das Opfer ist eigentlich schon dem Tod geweiht, kann sich aber befreien und Polizisten zur Killer-Wohnung führen. Festnahme. Jeffrey Dahmer wird zur weltweiten Nachrichten-Schlagzeile.

So wuchs Jeffrey Dahmer auf (Folge 2)

Jeffrey Lionel Dahmer wurde am 21. Mai 1960 in Wisconsin (USA) geboren. Vater Deutsch-Waliser und Forschungschemiker, Mutter (norwegische und irische Vorfahren) bediente einen Fernschreiber. Bis 1966 Umzüge nach Iowa, Pennsylvania, Ohio. Ab 1970: Ehekrise der Eltern, Mutter in psychiatrischer Behandlung (1977: Scheidung, Sorgerechtsstreit).

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von Serienmörder

Quelle: BILD
05.04.2018

Schon früh interessierte sich Jeffrey Dahmer für Knochen und Eingeweide, bewahrte tote Insekten, Vögel, Nagetiere in Gläsern mit Formaldehyd auf. Ab seinem zwölften Lebensjahr sammelte er Kadaver ein, sezierte sie. Ab der Pubertät interessierte er sich für Männer. Erste Gewaltfantasien (Sex mit Leichen, Zerstückelung).

Ab 14 Alkohol-Konsum. Mit knapp 15: gescheiterter Baseballschläger-Überfall auf Jogger. Ab 16: Marihuana-Konsum, schwerer Suff. Dahmer kam zum Teil volltrunken zum Unterricht bzw. kippte währenddessen Alkohol in sich rein. 1978: Schulabschluss. Kein Kontakt zur Mutter bis zur Verhaftung 1991.

22. August 1991: Dahmer vor Gericht in Milwaukee

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Foto: picture alliance/ASSOCIATED PRESS

Der erste Mord – und fast gefasst (Folge 3)

Kurz nach seinem 18. Geburtstag wurde Dahmer zum Killer: Am 18. Juni 1978 nahm er Steven Hicks (18) per Anhalter mit, trank mit ihm Bier. Als Hicks gehen wollte, schlug er ihn mit einer Hantel bewusstlos, strangulierte ihn. Dann verging er sich an der Leiche, brachte sie in den Keller, zerstückelte sie mit einem Jagdmesser. Die Leichenteile packte er in Müllsäcke, fuhr zur Mülldeponie. Die Polizei stoppte ihn. Dahmer sagte, in den Säcken seien Hausabfälle, er könne wegen der Scheidung der Eltern nicht schlafen. Der Polizist ließ ihn fahren.

Unfassbar: Ausgerechnet dieser Polizist sollte Dahmer 1991 zum Mord vernehmen – und dabei feststellen, dass er den Mord an 16 weiteren Personen hätte verhindern können…

Dahmer sagte später über die erste Tat: „Nachdem es passiert war, dachte ich, ich würde einfach versuchen, so normal wie möglich weiterzuleben und es vergessen. Aber eine Sache wie diese holt dich immer wieder ein.“

Jeffrey Dahmer während seiner Zeit bei der US-Armee in Baumholder (RLP)

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Foto: privat

Militär, Leben mit Oma, Ausleben der Sexualität (Folge 4)

Der Vater schickte ihn 1979 zur US-Armee. In einer sechswöchigen Schulung zum Sanitäter lernte Dahmer sein Handwerkszeug für spätere Taten. Ab Juli 1979 Station im rheinland-pfälzischen Baumholder. 1981 vorzeitig ehrenhaft aus der Armee entlassen (Suff). Rückkehr nach Ohio. 1982 zur Großmutter nach West Allis (Vorstadt von Milwaukee). Verhaftung, weil er sich auf einem Jahrmarkt vor Frauen und Kindern auszog. Zwei Jahre arbeitslos. Dann Job als Schokoladenmischer.

Nun eskalierte Jeffrey Dahmer: Diebstahl einer Schaufensterpuppe, an der er sich befriedigte. Gescheiterter Versuch, eine Leiche auszugraben. In Schwulen-Saunas betäubte er Männer mit Schlaftabletten und missbrauchte sie.

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Quelle: AP
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1986 onanierte er vor zwei zwölfjährigen Jungen. Urteil 1987: ein Jahr auf Bewährung plus Psychotherapie. Diagnose: schizoide Persönlichkeitsstörung mit paranoiden Tendenzen. Prognose: Soziopath mit schizoiden Tendenzen.

1987 erhielt er Hausverbot in den Saunas, weil eines seiner zehn bis 15 Opfer mit Überdosis im Krankenhaus landete. Danach suchte er sich mindestens sechs Missbrauchsopfer in Bars und Nachtclubs, entwickelte eine Vorliebe dafür, dem Herzschlag der Betäubten zu lauschen.

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Foto: Quelle: Frustrated Witness

Noch mehr Opfer, neue Morde und erstmals Knast (Folge 5)

Ende November 1987 tötete Dahmer den 25-jährigen Steven Tuomi im Ambassador Hotel. Er stopfte die Leiche in einen Koffer, fuhr mit dem Taxi heim zur Oma, zerstückelte die Leiche, warf die Teile in den Hausmüll. Wieder hatte sein Handeln keine strafrechtlichen Konsequenzen: „An diesem Punkt war mein moralisches Gewissen so hinüber, so total verdorben, dass (meine Fantasien) im Mittelpunkt meines Lebens standen.“

Nächstes Mordopfer: James Doxtater (14). Den indianisch-stämmigen Jugendlichen gabelte Dahmer am 17. Januar 1988 gegen 1 Uhr an einer Bushaltestelle auf, bot ihm 50 US-Dollar für eine Nacht. Der Junge ging mit ihm heim. Nach dem Sex betäubte und erwürgte Dahmer ihn, verging sich an der Leiche. Zerstückelt, ab in den Hausmüll…

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27. März 1988: Dahmer bot dem 23-jährigen Richard Guerrero 50 US-Dollar für eine Nacht. Er erwürgte ihn, verging sich an der Leiche. Zerstückelt, ab in den Hausmüll – den Schädel allerdings behielt er für sich…

1988/1989: Dahmer war mittlerweile bei der Oma ausgezogen. Am 26. September 1988 bot er einem dreizehnjährigen Jungen (Eltern aus Laos) 50 US-Dollar für Fotos an. Als er ihn anfasste, haute der Junge ab und zeigte ihn an. Urteil 1989: ein Jahr Haft bei täglichem Freigang (fünf Jahre auf Bewährung) wegen sexuellen Übergriffs und Verführung eines Minderjährigen. Bis zum Haftantritt wohnte Dahmer wieder bei der Oma.

Steven Hicks war Dahmer erstes Opfer

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Foto: Privat

Eskalation der Morde in Apartment 213 (6)

Am 25. März 1989 tötete Dahmer den 24-jährigen Halb-Afroamerikaner Anthony Sears. Den Kopf und die Genitalien präparierte er und stellte sie in seinen Spind in der Schokoladenfabrik. 23. Mai 1989: Haftantritt im offenen Vollzug. Mit einem Brief erwirkte Dahmer das vorzeitige Haftende am 2. März 1990. Bewährungsauflage: Gruppentherapie, regelmäßige Treffen mit Bewährungshelferin.

14. Mai 1990: Umzug ins Apartment 213 im Oxford-Apartment-Komplex in der nördlichen 25. Straße in Milwaukee. In der Wohnung installierte Dahmer Türschlösser, Alarmvorrichtung, Kameraattrappe.

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Quelle: BILD/AP
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21. Mai 1990: Erstes von zwölf Opfern in der neuen Wohnung war der 32-jährige Raymond Smith. Am 24. Juni 1990 ermordete Dahmer den 27-jährigen Afroamerikaner Edward Smith, am 3. September 1990 den 23-jährigen Afroamerikaner Ernest Miller, drei Wochen später den 22-jährigen Afroamerikaner David Thomas.

Volleskalation 1991: Von Februar bis zur Verhaftung im Juli tötete Dahmer acht Menschen. Der Killer später dazu: „Es war ein unaufhörliches, nicht enden wollendes Verlangen, mit jemandem zusammen zu sein, koste es, was es wolle. Ich konnte den ganzen Tag an nichts anderes denken.“ Opfer: Curtis Straughter (17), Errol Lindsey (19), Tony Anthony Hughes (31, gehörlos), Konerak Sinthasomphone (14), Matt Turner alias Donald Montrell (20), Jeremiah Benjamin Weinberger (23), Oliver Lacy (24), Joseph Bradehoft (25).

Die Tonne, in dem sich die Torsi von drei Opfern in einem Säurebad auflösten

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Foto: picture alliance/ASSOCIATED PRESS

Leichenteile, Exorzist, Festnahme (Folge 7)

Im Sommer 1991 lagen in Dahmers Wohnung ein abgetrennter Kopf (Kühlschrank), zwei in Plastiktüten verpackte menschliche Herzen und ein Stück Armmuskel, drei Köpfe, ein Torso und mehrere menschliche Organe in einer Gefriertruhe, drei Leichen (Bett, Duschwanne). Dazu sieben Totenschädel in Schränken, zwei Skelette, ein Paar Hände, ein mumifizierter Skalp, mumifizierte Genitalien von zwei Männern. Dazu eine fast 200 Liter fassende Kunststofftonne, in der sich die Torsi von drei Opfern in einem Säurebad auflösten.

Weil das alles stark stank, wurde ihm am 22. Juli 1991 mit Zwangsräumung gedroht. Er ging in die „Grand Avenue Mall“, bot Männern Geld für Fotos an. Der 32-jährige Tracy Edwards ging mit ihm heim. Dahmer legte ihm eine Handschelle an, bedrohte ihn mit einem Messer und zwang ihn dazu, sich mit ihm den Film „Exorzist III“ anzusehen.

Edwards gelang die Flucht mit Handschellen am Handgelenk, führte Polizisten zur Killer-Wohnung. Dahmer ließ einen Beamten im Schlafzimmer nach dem Schlüssel für die Handschellen suchen. Dabei entdeckte der Polizist unter dem Bett das Messer und in einer offenen Schublade Polaroid-Fotos der Mordopfer. Festnahme!

Das jüngste Mordopfer: Konerak Sinthasomphone (14)

Das jüngste Mordopfer: Konerak Sinthasomphone (14)

Foto: privat

Geständnis, Kannibalismus, Prozess, Urteil (Folge 8)

Dahmer legte nach seiner Festnahme über sechs Wochen (60 Stunden Verhör) hinweg ein 178 Seiten langes Geständnis ab. Dabei sagte er, dass er bei drei Opfern Stücke von Herz, Oberschenkelmuskel und Bizeps gegessen hatte.

Am 30. Januar 1992 wurde Dahmer vor einem Geschworenengericht in Milwaukee des fünfzehnfachen Mordes angeklagt (der erste Mord war nicht in Wisconsin, der zweite Fall ließ sich nicht mehr zweifelsfrei rekonstruieren). Die Verteidigung plädierte auf „schuldig, aber unzurechnungsfähig“. Die Staatsanwaltschaft konnte die Jury überzeugen: Die Geschworenen hielten ihn in allen Anklagepunkten für zurechnungsfähig.

Vor dem Urteil durften die Angehörigen im Gerichtssaal sprechen, das letzte Wort hatte aber Dahmer. Er sagte, er bereue die Taten und wünschte, er könnte sie ungeschehen machen.

Urteil am 17. Februar 1992: 15 Mal Lebenslang (in Ohio erhielt er später noch einmal Lebenslang für den ersten Mord). Gesamtstrafe: mehr als 900 Jahre Knast.

Dahmer nach seiner Festnahme 1991

Dahmer nach seiner Festnahme 1991

Foto: Polizei

Glaube und Tod im Knast (Folgen 9 + 10)

Dahmer (Häftlingsnummer 177252) kam in ein Hochsicherheitsgefängnis mit rund 600 Insassen in Portage (Wisconsin), verbrachte das erste Jahr in Isolationshaft. Seine Familie besuchte ihn oft, außerdem bekam er massenhaft Briefe – Hassnachrichten, Autogrammwünsche, Liebesbriefe, sogar Geldgeschenke Wert von 12 000 US-Dollar. Im Knast wurde Dahmer Christ, ließ sich sogar taufen.

Ende 1994 schloss er sich einer Art Hausmeistertruppe im Knast an. Am Morgen des 28. November 1994 war Dahmer mit seinen Mitinsassen Jesse Anderson und Christopher Scarver im Fitnessraum eingeteilt. Kaum waren die Wärter für ein paar Minuten weg, schlug Scarver Dahmer und Anderson mit einer Hantel nieder. Dahmer starb knapp eine Stunde später.

Der Afroamerikaner Scarver saß bereits wegen Mordes, wurde zu zwei weiteren lebenslangen Strafen für die Morde an Dahmer und Anderson verurteilt.

Opfer Nummer 8: Ernest Miller

Opfer Nummer 8: Ernest Miller

Foto: privat

Behörden-Versagen

Nicht nur beim ersten Mord versagte die Polizei. Beamte hätten mehrere Gelegenheiten gehabt, Dahmer zu stoppen.

September 1988: Während der sechstägigen U-Haft (Verführung eines Minderjährigen) durchsuchte die Polizei Dahmers Wohnung, übersah aber den präparierten Schädel des vierten Mordopfers.

März 1990 bis Juli 1991: Dahmers Bewährungshelferin sah sich trotz Vorschrift nicht ein einziges Mal in dessen Wohnung um. In diese Zeit brachte er dort zwölf Menschen um.

Juli 1990: Ein Jugendlicher zeigte Dahmer (auf Bewährung wegen Verführung eines Minderjährigen draußen) an, weil er ihn mit einem Gummihammer attackierte. Die Polizei glaubte dem Jungen nicht und ermittelte nicht.

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Quelle: BILD / Madlen Schäfer
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Ohne Datum: Wegen des starken Verwesungsgeruchs befragte die Polizei jeden Mieter. Den Torso in Dahmers Badewanne fanden sie aber nicht.

27. Mai 1991: Der 14-jährige Konerak Sinthasomphone schaffte es trotz Betäubung, abzuhauen. Anwohner riefen die Polizei. Dahmer konnte die Beamten tatsächlich davon überzeugen, dass der Jugendliche volljährig ist. Außerdem glaubten sie ihm, dass Dahmer und der Junge ein Paar sind. Die Polizisten brachten den Jungen daraufhin zurück in die Horror-Wohnung. Weder bemerkten sie die Leiche des vorherigen Opfers, noch überprüften sie Dahmer. Kaum waren die Beamten weg, tötete der Killer sein Opfer.

30. Mai 1991: Drei Tage nach dem Mord an dem Jugendlichen entdeckte eine Anwohnerin ein Vermissten-Foto des Opfers in der Lokalzeitung. Obwohl sie die Polizei anrief, wurde die Spur nicht verfolgt.

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Quelle: Cineflix International Media Limited
17.11.2020