Und wenn Donald Trump wirklich nach Grönland greift?

Maximilian Krah wünscht sich gerade jetzt ein offensives Andienen Deutschlands an die USA. „Wir haben jetzt eine einmalige Chance: Deutschland als best friend Amerikas in Europa“, sagt der ehemalige EU-Spitzenkandidat der AfD und heutige Bundestagsabgeordnete t-online am Montag. „Raushalten!“ solle sich die Bundesregierung aus dem Konflikt zwischen Nachbarland Dänemark und den USA und sich stattdessen umgehend als erster Ansprechpartner der USA in Europa bewerben.

Krah pflegte schon zu Russland in aller Offenheit eine große Nähe und ist nach diversen Skandalen und Unzuverlässigkeiten in der AfD in Ungnade gefallen. In der aktuellen Diskussion formuliert er nun aber frei den äußersten Pol, den unter der Hand gar nicht so wenige in der Partei teilen: Die Stärke der USA ist viel, sehr viel wert – mehr als alte Verbündete.

Krah sieht Trumps Begehr nach Grönland als logische Konsequenz nach dem Vorgehen der USA gegen Venezuela. Trump schwebe ein „amerikanischer Doppelkontinent“ unter der Kontrolle der USA vor, Grönland sei eben Teil dieses Kontinents. „Da setzt er seine eigenen Interessen durch“, konstatiert Krah gut gelaunt.

Der verteidigungspolitische Sprecher der AfD im Bundestag, Rüdiger Lucassen, formuliert wesentlich vorsichtiger, setzt aber im Grönland-Konflikt eine ähnliche Priorität. Deutschland müsse wie die USA realpolitisch, nämlich im eigenen Interesse handeln, sagte er t-online am Montag. „Für Deutschland bedeutet das in dieser konkreten Situation, dass die territoriale Zugehörigkeit Grönlands von nachrangiger Bedeutung ist, die Handlungsfähigkeit der Nato jedoch von elementarer“, so Lucassen.

Der Dissens um Grönland dürfe deshalb nicht zu einem Bruch des Verteidigungsbündnisses führen. Die Bundesregierung solle sich für eine politische Lösung des Konflikts einsetzen, der „die Kooperation der USA mit Europa nicht gefährdet“, so Lucassen weiter.

Share.
Exit mobile version