
Die Ökonomin zeigte sich besorgt, dass die Menschen angesichts der prekären Lage politisch an die Ränder gehen würden.
Heidi Reichinnek widersprach Jens Spahns Forderung nach Kürzungen beim Bürgergeld entschieden – und warf ihm vor, den Sozialstaat auf dem Rücken der Schwächsten umbauen zu wollen. In der Schlussrunde griff sie direkt Spahns Diagnose auf, wonach Deutschland über seine Verhältnisse gelebt habe.
Ihr Vorwurf: Die CDU wolle mit Maßnahmen wie Bürgergeldkürzungen politische Härte demonstrieren, ohne die wahren sozialen Probleme anzugehen. „Das sind doch alles die Situationen – und da haben Sie nirgends Lösungen. Und das ist meine große Sorge.“
Spahn versuchte in die Gegenoffensive zu gehen. „Jeder, der kann und ein Angebot bekommt, sollte arbeiten. Ist das auch Ihre Überzeugung? Einfache Frage“, wandte er sich an Reichinnek – und wollte sie damit auf eine klare Haltung festlegen.
Die Linken-Politikerin darauf: „Ich bin sogar der Überzeugung, dass die Menschen arbeiten wollen, weil ich glaube, dass die Menschen einen Job haben wollen.“ Problematisch werde es, wenn Menschen Tätigkeiten angeboten würden, „bei denen das nicht so ist, die sie vielleicht auch gar nicht leisten können“.
Spiegel-Journalist Markus Feldenkirchen sah ebenfalls einen „immensen Reformbedarf“ in Deutschland. Die letzte große innenpolitische Reform, die ein Kanzler gewagt habe – und dafür auch seine Macht riskiert habe –, sei die von Gerhard Schröder gewesen, sagte er. Zwar hätten viele darunter gelitten, doch Angela Merkel habe auf dieser Grundlage viele Jahre „ordentlich regieren“ können.
Heute fehle es an genau diesem Reformdrang, so Feldenkirchen weiter: Es gehe darum, an die Grundlagen zu gehen, die Versicherungssysteme zu überarbeiten, ihre Systematik effizienter zu gestalten. Diesen politischen Willen bräuchte es jetzt.











