
Geschlagen, getreten, mit einer Hundeleine gefesselt
Internet-Star soll Frauen vergewaltigt haben
13.01.2026 – 10:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Bei TikTok nannte er sich „Coach F.“, ihm folgten 150.000 Menschen: Jetzt steht der 39-Jährige vor Gericht. Der Internet-Star soll mehrfach Frauen vergewaltigt haben.
Im Internet war er eine Größe: „Coach F.“ hatte 150.000 Follower, legte sich mit nacktem Oberkörper mit Zuschauerinnen und Zuschauern an, beschimpfte sie, schrie herum, machte Werbung für Grüntee und stritt sich unter anderem ausdauernd mit dem Rapper Manuellsen. Seit Montag steht der 39-Jährige nun in Hamburg vor Gericht. In einem Prozess vor dem Landgericht wird ihm Vergewaltigung in sechs Fällen vorgeworfen.
Unter anderem soll er seine damalige Ehefrau 2018 in Norderstedt (Kreis Segeberg) und 2019 in Hamburg-Barmbek gefesselt, geschlagen und vergewaltigt haben. Eine spätere Partnerin soll viermal sein Opfer geworden sein.
Laut Staatsanwaltschaft arbeitete die Ehefrau als Escort. Auf Veranlassung von „Coach F.“ habe sie 2018 einen Freier in der gemeinsamen Wohnung empfangen. Der Angeklagte soll dabei anwesend gewesen und eifersüchtig geworden sein. Er habe ihr gesagt, dass sie alles falsch mache und von dem Freier ablassen solle. Dann habe er sie geschlagen und getreten, mit einer Hundeleine gefesselt und vergewaltigt. Als sie ihn aufforderte, mit der Misshandlung aufzuhören, soll er ihren Kopf so fest in eine Matratze gedrückt haben, dass sie kurzzeitig das Bewusstsein verlor.
Vor der zweiten Tat in einer gemeinsamen Wohnung in Barmbek soll die Frau mit einem Hund Gassi gegangen sein und dabei ihre Einnahmen verloren haben. Daraufhin habe „Coach F.“ sie angeschrien, mit einem Gürtel geschlagen, an den Haaren über den Boden gezogen, geknebelt und an eine Heizung gefesselt. Dann soll er sie laut Anklage vergewaltigt haben. Sie erlitt zahlreiche Verletzungen und behielt eine Narbe im Gesicht zurück.
2021 soll „Coach F.“ eine andere Frau, mit der er damals zusammenlebte, viermal in seiner Hamburger Wohnung vergewaltigt haben. In drei Fällen gab er ihr laut Anklage vorher Drogen. In einem Fall wurde sie davon bewusstlos. Am folgenden Tag soll sie ihn gefragt haben, was vorgefallen sei. Darauf habe er geantwortet, er habe sie vergewaltigt.
Der 39-Jährige sitzt seit Mai in Untersuchungshaft. Die Polizei hatte wegen der mutmaßlichen Vergewaltigungen seiner Ex-Frau nach ihm gefahndet, gegen „Coach F.“ lag ein Haftbefehl vor. Dann schlugen Zivilfahnder des Hamburger Landeskriminalamts spektakulär zu: An einer Kreuzung holten sie ihn von einem E-Scooter und fesselten den zu Boden gebrachten mit Handschellen hinter dem Rücken.












