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You are at:Home»Politik»Streit um SNCF-Zug-Pläne – Verbot für Kinder in Luxusklasse
Politik

Streit um SNCF-Zug-Pläne – Verbot für Kinder in Luxusklasse

wochentlich.deBy wochentlich.de22 Januar 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Streit um SNCF-Zug-Pläne – Verbot für Kinder in Luxusklasse
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Frankreich streitet

Bahngesellschaft verbietet Kinder in Luxusklasse


22.01.2026 – 14:37 UhrLesedauer: 2 Min.

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Ein TGV (Symbolbild): In einigen Abteilen der Züge sind Kinder nicht mehr erlaubt. (Quelle: IMAGO/Jumeau Alexis/ABACA/imago)

In einigen Zugabteilen in Frankreich ist der Zutritt für Kinder nicht mehr erlaubt. Die Bahngesellschaft SNCF gerät in Erklärungsnot.

Die französische Eisenbahngesellschaft SNCF hat kurz nach dem Jahresbeginn eine neue Premiumklasse eingeführt – und sieht sich nun mit einer Menge Gegenwind konfrontiert. Denn: In der neuen Kategorie „Optimum“ ist der Zutritt für Kinder nicht erlaubt.

Das Angebot kann in den TGV-Zügen auf der Strecke zwischen Lyon und Paris seit dem 8. Januar genutzt werden. SNCF wirbt mit „höchstem Komfort und erstklassigem Service“ – und begründet so auch den Kinder-Ausschluss.

Wie die französische Zeitung „Liberation“ unter Berufung auf SNCF schreibt, ist das Mitführen von Tieren in den Abteilen trotzdem weiterhin erlaubt. Die Reisenden müssen dafür lediglich einen Aufpreis von 10 Euro bezahlen.

In der französischen Politik stößt der Vorstoß auf Unverständnis: Sarah el Haïry, die in der Regierung für Kinderrechte zuständig ist, erklärt der Zeitung „Le Figaro“: „Es bestärkt die Vorstellung, dass Kinder für das Unbehagen der Erwachsenen verantwortlich sind.“

Noch deutlicher fällt die Kritik von Stéphanie d’Esclaibes aus. Sie moderiert den französischen Kinder- und Erziehungspodcast „Les Adultes de demain“ und sieht in dem Vorstoß einen generellen Trend. Dieser lasse sich bereits bei einigen Hotels und Restaurants beobachten.

Im Gespräch mit dem „Le Figaro“ erklärt sie: „Bei SNCF sprechen wir von einem öffentlichen Unternehmen“. Die Züge seien gerade bei Familien beliebt – mit der neuen Luxusklasse trage die Eisenbahngesellschaft zur Diskriminierung einer ganzen sozialen Gruppe bei. Zudem wäre es falsch anzunehmen, dass Erwachsene immer ruhig seien.

Thibault Louis, der einen Business-Newsletter verfasst, heißt die Entscheidung in einem Post auf LinkedIn hingegen willkommen: „Warum sollten wir den Schreien von Kindern zuhören müssen, wenn wir eigentlich Ruhe wollen?“ Er fügt hinzu: „Ich habe schon Schwierigkeiten mit Erwachsenen, die Lärm machen, aber man kann ihnen etwas sagen. Kinder sind viel schwerer zu handeln.“

SNCF ist von der „Optimum“-Klasse bislang nicht abgerückt – gerät aber immer mehr in die Defensive. Wie die Zeitung „Le Parisien“ berichtet, wurde der ursprüngliche Werbetext für die Luxusklasse inzwischen mehrfach überarbeitet.

In einer Pressemitteilung habe das Unternehmen außerdem Schadensbegrenzung betrieben: Die neue Klasse mache ohnehin nur acht Prozent der verfügbaren Sitze in den Zügen aus. Zudem dürften alle, die älter als 12 Jahre sind, die Abteile nutzen. In einer längeren Stellungnahme in einem Video betont eine Mitarbeiterin der Eisenbahngesellschaft, dass die Regelung nur an Wochentagen gelte – am Wochenende könne weiterhin jeder die Klasse nutzen.

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