Regierungswechsel in Niedersachsen
Ministerpräsident Stephan Weil kündigt Rückzug an
01.04.2025 – 09:38 UhrLesedauer: 1 Min.
Nach zwölf Jahren an der Spitze Niedersachsens macht Stephan Weil Schluss: Im Mai will der SPD-Politiker als Ministerpräsident aufhören und den Landesvorsitz abgeben – zugunsten von Olaf Lies.
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat am Montag überraschend seinen Rückzug angekündigt. Wie der NDR und die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (HAZ) übereinstimmend berichten, will der 66-Jährige im Mai sowohl das Amt des Regierungschefs als auch den Landesvorsitz der SPD abgeben. In einer Pressekonferenz am Mittag soll sich Weil persönlich äußern – tags darauf tritt er laut Staatskanzlei seinen bereits länger geplanten Urlaub an.
Laut NDR informierte Weil am Dienstagmorgen den SPD-Parteivorstand auf einer Klausurtagung in Springe über seinen Schritt. Damit beendet der langjährige Ministerpräsident monatelange Spekulationen über seine politische Zukunft. Als Nachfolger schlägt er dem Vernehmen nach den bisherigen Wirtschaftsminister Olaf Lies vor.
Der Zeitpunkt kommt nicht völlig überraschend: Auf dem Landesparteitag Ende Mai stehen turnusgemäß Vorstandswahlen an – ein idealer Moment für einen Wechsel an der Spitze. Dass Olaf Lies dabei eine zentrale Rolle spielen soll, gilt in Parteikreisen schon länger als sicher. Er könnte nicht nur neuer SPD-Chef werden, sondern auch das Amt des Ministerpräsidenten übernehmen – und hätte damit rund zweieinhalb Jahre Zeit, sich für die Landtagswahl 2027 zu profilieren.
Als Gründe für seinen Rückzug nannte Weil nach Informationen der „HAZ“ unter anderem sein Alter und mangelnde Kraft für eine weitere volle Amtszeit. Mit 66 Jahren zieht er damit einen persönlichen Schlussstrich unter eine zwölfjährige Amtszeit, in der er Niedersachsen maßgeblich geprägt hat.