Transaktionen mit Stablecoins funktionieren rund um die Uhr, auch am Wochenende. Das verbessert den Cashflow und erleichtert schnelle Rückerstattungen oder Auszahlungen. Verbraucher wiederum profitieren von niedrigeren Kosten, schnellen Überweisungen und einfachen grenzüberschreitenden Zahlungen. Wer über ein Smartphone und eine Wallet verfügt, kann teilnehmen – ein Vorteil in Regionen mit schwacher Bankeninfrastruktur.
Dazu kommt die Stabilität: Stablecoins sind fest an Währungen wie Euro oder Dollar gebunden. Sie schützen Nutzer vor Kursschwankungen klassischer Kryptowährungen. Die Blockchain-Technologie schafft zusätzlich Transparenz und erschwert Betrug.
Die EZB sieht trotz aller Vorteile erhebliche Risiken. Würden Stablecoins stark wachsen, könnten Banken wichtige Einlagen verlieren, nämlich dann, wenn Verbraucher ihr Geld in digitale Dollar oder Euro umtauschen. Diese Einlagen sind für Banken jedoch eine wichtige und vor allem günstige Finanzierungsquelle: Mit den Spar- und Giroeinlagen vergeben sie Kredite, finanzieren Hypotheken oder sichern ihre laufenden Geschäfte ab. Je mehr Einlagen eine Bank hat, desto stabiler und kostengünstiger kann sie arbeiten.
Das größere Risiko betrifft jedoch die globalen Finanzmärkte. Große Stablecoin-Emittenten wie die Anbieter der beiden weltweit größten Coins USDT und USDC halten enorme Mengen an US-Staatsanleihen – vergleichbar mit großen Geldmarktfonds. Kommt es zu einem massenhaften Rücktausch, müssten diese Anleihen schnell verkauft werden. Ein solcher Notverkauf könnte die Märkte für US-Staatsanleihen ins Wanken bringen.
Besonders kritisch wäre ein sogenannter „Ansturm“ in Europa. Gibt ein EU-Unternehmen gemeinsam mit einem Nicht-EU-Unternehmen einen Stablecoin heraus, könnten Anleger bevorzugt den EU-Emittenten um Rückzahlung bitten. Fehlen dann ausreichende Reserven unter EU-Aufsicht, steigt das Risiko von Liquiditätsengpässen und damit einer Destabilisierung des Finanzsystems.