Handball-WM 2023: Skandal erschüttert Frankreich vor Deutschland-Spiel

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Bruno Martini, zweimaliger Weltmeister und aktueller Präsident der französischen Ligue Nationale de Handball (LNH), ist laut Le Parisien „wegen Bestechung von Minderjährigen sowie dem Besitz und Erwerb von kinderpornografischen Bildern zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt“.

Auch RMC Sport und L‘Équipe berichten davon.

Demnach habe Martini, 1995 und 2001 als Torhüter Champion mit Les Bleus, die vom Staatsanwalt des Pariser Gerichts vorgeschlagene Strafe im Rahmen eines Vorverfahrens auf vorherige Anerkennung der Schuld akzeptiert. Das Strafmaß umfasse demnach auch eine Geldstrafe von 2500 Euro und ein fünfjähriges Verbot, mit Minderjährigen zu arbeiten.

Der Präsident der Nationalen Handballliga (LNH) war laut den Berichten am Montag festgenommen und in Polizeigewahrsam genommen worden.

Die Fédération Française de Handball (FFHB) teilte mit, „mit Erstaunen die äußerst schwerwiegenden Sachverhalte, die keinen Platz im Sport haben, zur Kenntnis genommen zu haben, die Bruno Martini, vorgeworfen werden und die er anscheinend zugibt.“

FFHB-Präsident Philippe Bana forderte daher Konsequenzen, der Verband steht mit der Liga über das weitere Vorgehen in Verbindung. (NEWS: Alles zum Handball)

„Abgesehen von dem Leid, das unserem Sport dadurch zugefügt wird, gilt bei uns für derartige Vorfälle Null-Toleranz, auch wenn es sich um eine Privatsache handelt“, sagte Bana zudem der L‘Équipe.

Am Mittwoch wird laut der Zeitung der Verband das Disziplinarverfahren mit Nebenklage gegen Martini einleiten, der als Vertreter der Liga zudem Mitglied des Verwaltungsrats der Fédération Française de Handball (FFHB) ist. Die Strafe kann bis zum Ausschluss aus dem Verband reichen.

Martini ist auch für die deutschen Handball-Fans kein ganz Unbekannter: Der Ex-Keeper, der 171 Mal für Frankreich zwischen den Pfosten stand, gab 1999 ein Bundesliga-Gastspiel beim HC Wuppertal, ehe er – ungeachtet seines eigentlichen Karriereendes 2007 bei USAM Nimes – vom THW Kiel im März 2009 bis zum Saisonende als Ersatz für den verletzten Andreas Palicka verpflichtet wurde.

Vor seiner Zeit als Liga-Präsident war der 52-Jährige bis Januar 2021 überdies auch Geschäftsführer von Top-Verein Paris Saint-Germain.

Frankreichs Sportministerin Amélie Oudéa-Castéra zeigte sich auf Twitter bestürzt über die Situation: „Wie alle bin ich zutiefst geschockt.“

Die Politikerin war indes hoffnungsfroh über die Tatsache, dass ein außergewöhnlicher Lenkungsausschuss der nationalen Liga am Mittwoch „alle notwendigen Entscheidungen treffen“ werde, „sowohl in Bezug auf Disziplinarmaßnahmen als auch in Bezug auf die Zukunft der Liga.“

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