Minizinsen beim Tagesgeld
Sparkassen locken mit Topzinsen auf lange Sicht
Aktualisiert am 10.12.2025 – 12:22 UhrLesedauer: 3 Min.

Wer sein Geld kurzfristig parkt, geht bei den Sparkassen fast leer aus. Doch ausgerechnet langfristige Sparbriefe werden nun zu einem Geheimtipp.
Die Sparkassen scheinen das Thema Tagesgeld in diesem Jahr fast aufgegeben zu haben. Während die Zinsen auf täglich verfügbare Einlagen vielerorts kaum mehr als symbolisch sind, setzen die Institute spürbar stärker auf Sparbriefe und langlaufende Festgelder. Das zeigen aktuelle Auswertungen des Finanzportals biallo.de zum Tagesgeld und zum Festgeld der Sparkassen. Einige dieser Sparbriefe gehören derzeit sogar zu den attraktivsten Angeboten am Markt.
Im Schnitt zahlen die Sparkassen aktuell nur 0,41 Prozent Zinsen auf 10.000 Euro Tagesgeld – ein weiterer Rückgang gegenüber Jahresbeginn, als es noch 0,61 Prozent waren. Damit fallen sie sogar hinter die genossenschaftlichen VR-Banken zurück, die laut Auswertung derzeit bei durchschnittlich 0,48 Prozent liegen.
Auch die größten Sparkassen – darunter Köln, KölnBonn, München und Frankfurt – bieten durchweg unter 0,50 Prozent. Ein besonders niedriges Beispiel ist die Hamburger Sparkasse mit lediglich 0,25 Prozent. Nur wenige Institute locken überhaupt noch mit kurzfristigen Aktionszinsen. Die Sparkasse Hildesheim bietet für Neukunden zwar 2,50 Prozent für drei Monate, senkt danach aber auf 0,75 Prozent ab.
Ganz anders sieht es beim Festgeld und bei Sparbriefen aus. Wer sein Geld zehn Jahre bindet, erhält laut biallo.de bei einigen Sparkassen inzwischen bis zu drei Prozent Zinsen – unter anderem bei der Kreissparkasse Schlüchtern, der Sparkasse Dortmund und der Stadtsparkasse Langenfeld. Diese Angebote zählen aktuell zu den besten bundesweit.
Ein Pluspunkt: Einige dieser Sparbriefe können sogar überregional abgeschlossen werden. Ein Girokonto vor Ort sei dafür meist nicht nötig. Dadurch werde der Zugang zu attraktiven Zinsen vereinfacht, ohne dass zusätzliche Kosten entstünden, heißt es beim Finanzportal biallo.de.
Im Durchschnitt zahlen Sparkassen für zehnjährige Anlagen derzeit 2,31 Prozent, Genossenschaftsbanken kommen lediglich auf 2,21 Prozent. Auch über fünf Jahre liegen die Sparkassen knapp vorn (1,92 zu 1,89 Prozent). Bei kürzeren Laufzeiten hingegen punkten meist die VR-Banken.
Die Entwicklung ist Teil eines breiteren Trends. Viele Banken haben ihre Zinspolitik 2024 angepasst. Langfristige Sparanlagen orientieren sich stark an den Kapitalmärkten: Steigen die Renditen für Staatsanleihen oder Pfandbriefe, lohnt es sich für Banken, langfristige Kundengelder zu binden. Kurzfristige Einlagen landen dagegen zunächst bei der Europäischen Zentralbank (EZB), deren Einlagenzinsen bis zum Sommer mehrfach gesenkt wurden und seitdem stagnieren.