Leser diskutieren zurückgewiesenen Vorschlag

„Die Streichung von Pflegegrad 1 ist überfällig“


30.09.2025 – 17:03 UhrLesedauer: 3 Min.

Eine Betreuerin kümmert sich um eine alte Frau (Symbolbild): Die Abschaffung von Pflegegrad 1 ist im Gespräch. (Quelle: IMAGO / Cavan Images)

Die Idee, den Pflegegrad 1 zu streichen, ist politisch zwar vorerst vom Tisch, nachdem sich die SPD dagegen aussprach. Doch die gesellschaftliche Debatte um das Thema hält an.

Innerhalb der Koalition kursiert der Vorschlag, den Pflegegrad 1 abzuschaffen, um die Kosten für die Pflegeversicherung zu senken. Rund 1,8 Milliarden Euro könnten dadurch eingespart werden, wie das RWI ausrechnete.

Doch die SPD wies die Überlegungen zu einer möglichen Abschaffung zurück, hieß es kurze Zeit nach Bekanntwerden der Überlegungen. Dass die Partei sich grundsätzlich dagegen sperrt, missfällt Amy Walker. „Es ist höchste Zeit für eine Diskussion. Das System ist marode. Es müssen endlich Vorschläge her“, schreibt die t-online-Redakteurin in ihrem Kommentar, der zahlreiche Zuschriften hervorrief.

Andrea schreibt: „Gerade der Pflegegrad 1 ist wichtig, da er dabei unterstützen soll, länger eigenständig zu bleiben. Denn eine Pflegekraft zu brauchen, würde den Pflegeapparat stärker belasten als der Pflegegrad 1. Dieser Betrag dient der haushaltlichen Unterstützung, wo sie allein nicht mehr geht.“

„Der Pflegegrad 1 sollte abgeschafft werden“, meint Konrad Wießner hingegen. „Sehr oft sind Kinder vorhanden, die auch mal die Wohnung säubern könnten. Ich habe zwei Kinder, die sofort helfen würden“, informiert der 77-Jährige, der bisher nicht auf Hilfe angewiesen ist. „Bei der Einstufung braucht es eine genauere Begutachtung, denn es wird momentan viel zu schnell eingestuft.“

„Der Vorschlag, Pflegegrad 1 abzuschaffen, ist asozial“, findet Manfred Hellwig. „Es wird so getan, als sei Pflegegrad 1 zufällig entstanden. Tatsächlich gab es aber gute Gründe für seine Einführung – Beispiel Demenz: Diese kranken Menschen können sich ohne fremde Hilfe großteils selbst versorgen. Aber plötzlich sind sie orientierungslos. Ohne einen Aufpasser irren sie umher oder vergessen, den Herd auszumachen.“

Roger Peltzer mailt: „Ich hatte/habe zwei Familienangehörige, die schwer pflegebedürftig waren/sind. Insofern weiß ich die Vorteile einer Pflegeversicherung zu schätzen. Stufe 1 deckt aber durchweg Leistungen ab, die die allermeisten Betroffenen und ihre Familien ohne Probleme selbst zahlen könnten. Die Aufgabe einer Sozialversicherung kann nicht sein, das kleinste Lebensrisiko abzudecken. Bei einer normalen Versicherung gibt es auch immer einen Selbstbehalt, weil es sonst zu teuer werden würde.“

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