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Finanzen

So gehen Dachdecker und Bauarbeiter damit um

wochentlich.deBy wochentlich.de2 Juli 2025Keine Kommentare3 Mins Read
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So gehen Dachdecker und Bauarbeiter damit um
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Die Hitze hat Deutschland fest im Griff, doch nicht alle können von zu Hause arbeiten. So schützen sich Menschen im Außeneinsatz gegen die brutale Witterung.

Deutschland leidet in diesen Tagen unter der Hitze. In einzelnen Orten erreichte das Thermometer am Mittwoch bereits um 9 Uhr morgens die 30-Grad-Marke. Mancherorts stiegen die Temperaturen im Laufe des Tages auf über 35 Grad.

Während viele Menschen in überdachte und oftmals klimatisierte Räume flüchteten, um die Hitze zu ertragen, ist das nicht für alle Menschen so einfach möglich. Zahlreiche Berufsgruppen haben keine Möglichkeit auf Home-Office oder das Ausweichen auf eine überdachte Arbeitsstätte. Sie müssen auch bei praller Sonne draußen arbeiten.

Doch wie gehen diese Branchen mit der aktuellen Situation um? t-online hat nachgefragt.

Speziell Dachdecker sind der Hitze in besonderem Maß ausgesetzt. Auf dem Dach gibt es kaum Schatten. Gearbeitet wird trotzdem – allerdings teilweise zu anderen Zeiten. So berichtet Claudia Büttner vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks, dass manche Betriebe aktuell bereits um sechs Uhr morgens die Arbeit aufnehmen und zur Mittagszeit aufhören. Das bringt aber teilweise Probleme mit sich, da bestimmte, besonders laute Maschinen erst ab 7 oder 9 Uhr benutzt werden dürfen.

Auch darüber hinaus gibt es Maßnahmen, die getroffen werden. So können etwa Sonnensegel gesetzt oder Wetterschutzzelte aufgestellt werden. Die Kleidung muss allerdings auch bei der Hitze Arme und Beine bedecken, „da die Gefahr eines Sonnenbrands – und damit auch die Gefahr von Hautkrebs – sehr hoch ist“, betont Büttner. Deshalb wird auch ein Kopf- und Nackenschutz empfohlen und Sonnenschutzcreme mit Lichtschutzfaktor 50 ausgeteilt. Bei manchen Arbeitgebern kommt auch Kühlkleidung zum Einsatz.

Doch auch Dachdecker müssen nicht immer draußen arbeiten. Ist die Sonne zu intensiv, können Arbeitsplätze nach innen verlagert werden, zum Beispiel durch Vorfertigung in Hallen.

Und wenn doch mal alles zu extrem wird und ein Termin beim Kunden ausfallen muss? „Angesichts solch extremer Wetterereignisse können Dachdeckerbetriebe sicherlich von einem großen Verständnis bei ihren Kunden ausgehen“, sagt Büttner. Sie betont: „Es sollte einem bewusst sein, dass sich Steildächer mit dunklen Ziegeln oder Flachdächer bis zu 80 Grad aufheizen können. Da nützen dann auch Kaltgetränke nichts mehr.“

Ähnliche Maßnahmen gibt es auch im Baugewerbe. Beschattung der Baustelle, Getränke, kühlende Kleidung und Sonnenschutzmittel sind wesentliche Maßnahmen für Bauarbeiter, wenn es zu heiß wird. Auch die Arbeitszeiten werden in diesen Fällen angepasst, erklärt Heribert Jöris, Geschäftsführer für Sozial- und Tarifpolitik im Zentralverband Deutsches Baugewerbe.

Allerdings kann ein Bauarbeiter „sich nicht selber ‚hitzefrei‘ geben“, betont er. Das liege im Ermessen des Arbeitgebers. Allerdings drohen dem Unternehmer in solchen Fällen oftmals Strafen wegen Bauverzögerungen, verdeutlicht Jöris.

Fällt die Arbeit dann aufgrund der Bedingungen doch mal aus, so hat das keine negativen Folgen für die Arbeiter. So gibt es einen Bauzuschlag, der eine „pauschale Entschädigung für alle witterungsbedingt außerhalb der Schlechtwetterzeit ausfallende Arbeitszeit“ beinhaltet – beispielsweise hitzebedingte Ausfälle. Das sind 2,9 Prozent des Tariflohns, was einer Vergütung von etwa 58 Ausfallstunden entspricht.

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