
Historische Rarität
Seltenes Nazi-Stück wird für Rekordsumme versteigert
20.11.2025 – 11:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Stücke, die in großen Auktionshäusern für sechsstellige Summen unter den Hammer kommen, sind nicht ungewöhnlich. Doch ein Relikt aus der Nazi-Zeit übersteigt jetzt alle Erwartungen.
Eine Nazi-Verschlüsselungsmaschine ist am Dienstag bei einer Auktion in Paris für eine Rekordsumme von fast einer halben Million Euro versteigert worden.
Ein unbekannter Käufer zahlte für die äußerst seltene und noch funktionsfähige „Enigma M4“ 482.600 Euro – und damit fast doppelt so viel, wie das Auktionshaus Christie’s erwartet hatte, berichtete „The Times of Israel“. Zuvor gehörte sie einem französischen Sammler.
Die „Enigma M4“ wurde in den 1920er-Jahren zur Verschlüsselung von Botschaften entwickelt und brachte den Nazis im Zweiten Weltkrieg einen entscheidenden Vorteil. Denn die Maschine, die ähnlich wie eine Schreibmaschine aussieht und über eine Tastatur und vier Rotoren verfügt, bietet milliardenfache Verschlüsselungsmöglichkeiten. Während des Zweiten Weltkriegs setzten die deutschen Truppen die Maschine ein, um ihre Kommunikation zu chiffrieren.
Die Alliierten hatten deshalb lange Zeit kaum Möglichkeiten, die Codes zu entschlüsseln. Erst durch ein geheimes Programm unter Leitung des britischen Mathematikers Alan Turing gelang es, den Code zu knacken. Dadurch konnten die Alliierten später Geheimnachrichten der Deutschen entschlüsseln. Das wird als mitentscheidend für den Ausgang des Zweiten Weltkriegs gewertet.
Der Erfolg der Entschlüsselung steht auch im Zentrum eines Buches des britischen Autors Robert Harris und des 2014 für den Oscar nominierten Films „The Imitation Game“ mit dem Schauspieler Benedict Cumberbatch. Zuletzt wurde ein seltenes Modell der „Enigma M4“ im Jahr 2015 in New York für 365.000 US-Dollar verkauft.











