
Wasser im Maschinenraum
Unglück: Schiff rammt Eisscholle
13.01.2026 – 09:20 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Mann will ein Schiff festmachen. Plötzlich geht ein Alarm los. Dann geht alles ganz schnell.
Am Montagabend ist ein Güterschiff auf dem Mittellandkanal bei Bülstringen in der Nähe von Magdeburg mit Wasser vollgelaufen, nachdem es zuvor mutmaßlich eine Eisscholle gerammt hatte. Das erklärte die Wasserschutzpolizei Sachsen-Anhalt. Feuerwehr und Polizei mussten anrücken und das Leck provisorisch verschließen, um Schlimmeres zu verhindern.
Gegen 20.15 Uhr hatte der Kapitän des niederländischen Güterschiffs an einer Liegestelle festmachen wollen, als er plötzlich einen Alarm aus dem Maschinenraum hörte, erklärte die Wasserschutzpolizei in einer Mitteilung. Wasser drang ein. Daraufhin sprang eine automatische Pumpe an, die dieses wieder nach außen pumpte.
Der Kapitän wählte den Notruf. Feuerwehr, Wasserschutzpolizei und Vertreter des Umweltamts Bördekreis sowie des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts rückten an. Die Feuerwehr konnte feststellen, dass das Wasser durch ein Leck unterhalb des Schiffsrumpfes eingedrungen war und verschloss dieses provisorisch.
Nach aktuellem Erkenntnisstand soll die Leckage vermutlich beim Überfahren einer Eisscholle entstanden sein, so die Wasserschutzpolizei. „Verletzt wurde bei dem Unfall niemand“, hieß es weiter. Es wurde ein Verfahren wegen Verdachts der Gewässerverunreinigung eingeleitet. Hintergrund ist die noch offene Frage, ob durch das Leck Betriebsstoffe auslaufen konnten.
Aufgrund der anhaltenden Kälte bildete sich schon in der vergangenen Woche eine Eisschicht auf dem Mittellandkanal, berichtete die „Mitteldeutsche Zeitung“. Wie Marcel Bremer vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe erklärte, sei das Problem dabei, dass viele Schiffe keine sogenannte Eisklasse hätten. Als Eisklasse wird die Einstufung der Eisfestigkeit eines Schiffs bezeichnet. Um Unfälle und Probleme im Verkehr zu verhindern, mussten Eisbrecher eingesetzt werden.



