Auch im Fußball

Rumänien will Ausländer-Anteil im Teamsport begrenzen

20.11.2025 – 16:42 UhrLesedauer: 2 Min.

„Tricolor“-Flaggen bei einem Länderspiel Rumäniens: Das Land hat nun eine kontroverse Entscheidung getroffen. (Quelle: IMAGO/Razvan Pasarica/SPORT PICTURES/imago-images-bilder)

Das Land winkt die Initiative einer rechtsextremen Partei durch. Die Entscheidung wird Folgen haben – und wird schon jetzt scharf kritisiert.

Ab 2026 sollen in Rumänien Teamsportarten wie Fußball nur noch mit einer festgelegten Anzahl ausländischer Spieler betrieben werden dürfen. Das Parlament hat ein entsprechendes Gesetz beschlossen – mit Unterstützung der rechten Opposition und Stimmen aus der Regierung.

Das neue Gesetz schreibt vor, dass mindestens 40 Prozent der eingesetzten Spieler rumänische Staatsbürger sein müssen. Bei Verstößen drohen Strafen zwischen 500.000 und einer Million Lei, umgerechnet rund 200.000 Euro. Die Regelung soll ab 2026 gelten – allerdings hat Staatspräsident Nicușor Dan noch die Möglichkeit, das Gesetz zu stoppen oder zur Überprüfung an das Verfassungsgericht weiterzuleiten.

Die Initiative ging von der rechtsextremen Oppositionspartei AUR aus. Deren Abgeordneter Ciprian Paraschiv begründete den Vorstoß damit, dass rumänische Nachwuchssportler vor ausländischer Konkurrenz geschützt werden müssten. „Ich möchte nicht, dass Ihren Kindern die Flügel gebrochen werden, wenn sie einen Leistungssport betreiben wollen, wegen der Impresarios, obskurer ausländischer Spieler und vielleicht des Schwarzgeldes, das in dieser Wirtschaft kursiert“, sagte er im Parlament.

Nicht alle teilen diese Ansicht. Der frühere Sportminister Ionuț Stroe (PNL) kritisierte die Neuregelung scharf. Sie sei „populistisch“, realitätsfern und diskriminierend, weil sie vorschreibe, wer an Wettkämpfen teilnehmen dürfe.

Unterstützung kommt dagegen vom rumänischen Fußballverband (FRF), der angab, an der Ausarbeitung des Gesetzes mitgewirkt zu haben. Ziel sei es, Investitionen in rumänische Fußballakademien zu fördern, mehr einheimische Spieler einzusetzen und das Angebot für Klubs und Nationalmannschaft zu vergrößern. Schon jetzt gelte intern die sogenannte „5+6“-Regel: Fünf der elf Spieler auf dem Feld sollen Rumänen sein.

Auch George Becali, Eigentümer von FCSB Bukarest, begrüßte das Gesetz. „Ich habe schon seit langem gesagt, dass ich davon träume, zu 100 Prozent rumänische Spieler einzusetzen“, sagte er laut dem Portal „prosport.ro“. Der Klub hat aktuell zehn ausländische Profis im Kader. Becali war selbst Abgeordneter für die AUR und gilt als nationalistischer Hardliner.

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