„Ich hätte es gerne anders gehabt“
DFB-Boss Völler reagiert auf Schiedsrichter-Eklat
09.06.2026 – 20:57 UhrLesedauer: 2 Min.

Auch bei der WM 2026 kommt der DFB nicht um das Thema Politik herum. Sportdirektor Rudi Völler bezieht zur verweigerten Einreise eines Schiedsrichters Stellung.
Aus dem DFB-Teamquartier in Winston-Salem berichtet William Laing
Das Thema Politik wollte der DFB nach dem Desaster in Katar vor vier Jahren bei der Weltmeisterschaft 2026 weitestgehend von der deutschen Nationalmannschaft fernhalten. Doch nach den vielerorts kritisch beäugten Maßnahmen der US-Regierung, die unter anderem dem somalischen Referee Omar Artan kurz vor Turnierstart die Einreise verweigert hat, sieht sich der Verband erneut mit unangenehmen Fragen konfrontiert. So wurde am Dienstag Sportdirektor Rudi Völler auf die Situation Artans angesprochen. Der DFB-Boss bezog Stellung, nahm sich und die Mannschaft aber aus der Schusslinie.
„Ich hätte es gerne auch anders gehabt“, sagte der 66-Jährige auf einer Pressekonferenz im DFB-Teamquartier in Winston-Salem hinsichtlich der verweigerten Einreise für den Schiedsrichter. Die genauen Hintergründe des Ganzen könne er aber nicht beurteilen. „Ich würde es gerne beantworten, glauben Sie mir“, sagte Völler an den Journalisten gerichtet, der das Thema zuvor adressiert hatte. „Ich habe keine Angst, jetzt irgendwelche politischen Fragen zu beantworten. Aber ich weiß es nicht.“
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„Wir brauchen keine Unterstützung“
Die Situation um Artan bezeichnete Völler des Weiteren als „ein bisschen schade.“ Für den ehemaligen Stürmer ist jedoch klar, dass er und die Nationalmannschaft „die falschen Ansprechpartner für diese Probleme“ sind. „Mein Bauchgefühl sagt mir, das wird nicht die allerletzte Geschichte gewesen sein“, gab Völler zwar zu. Aber: „Wir versuchen uns, auf den Fußball zu konzentrieren, eine gute WM zu spielen und den Rest wird man sehen.“
In Kontakt mit der deutschen Politik stehe man hinsichtlich der Lage im Gastgeberland USA zudem nicht. „Wir brauchen keine Unterstützung, wir brauchen auch keinen Austausch. Wir kriegen ja mit, wir lesen ja Zeitung, wir lesen ja im Internet, was passiert“, sagte Völler. Er finde zwar nicht gut, was aktuell geschehe. Man könne die Dinge aber leider nicht ändern.
„Wir sind hier, um eine WM zu spielen, wir wollen Fußball spielen. Und das bedeutet nicht, dass wir sagen, wir wollen damit nichts zu tun haben oder wir sind nicht politisch interessiert“, betonte der Weltmeister von 1990. „Das ist gar nicht der Fall. Natürlich bekommen wir das mit, aber wir werden das natürlich nicht ändern.“ Hinsichtlich eines schon vor Monaten wiederholt diskutierten WM-Boykotts ergänzte er zudem: „Man muss das dann am Ende des Tages trotzdem trennen.“
