30 Arbeitsplätze in Gefahr
Robotik-Start-up aus der Eifel trotz Millionen-Investment insolvent
24.11.2025 – 07:22 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Umsätze stiegen, doch die Investoren wollten nicht mehr nachlegen. Der Insolvenzverwalter von Coboworx hofft noch auf einen Neustart.
Das Robotik-Start-up Coboworx aus Salmtal in der Eifel hat Insolvenz angemeldet, obwohl es erst im vergangenen Jahr mehr als elf Millionen Euro von Investoren eingesammelt hatte. Trotz steigender Umsätze konnte das 2019 gegründete Unternehmen keine Gewinne erzielen und war dauerhaft auf neues Kapital angewiesen. Insolvenzverwalter Ingo Grünewald will bis Ende des Jahres einen neuen Investor finden, wie der SWR berichtet. Auch die 30 Arbeitsplätze sollen gerettet werden.
Das Unternehmen hatte sich auf Roboter spezialisiert, die in Fabriken schwere körperliche Arbeiten übernehmen können. „In der modernen Fabrik muss der Fabrikarbeiter keine Säcke, Kartons, Eimer oder Kanister mehr schleppen. Das machen die Roboter besser“, erklärte Geschäftsführer Olaf Gehrels noch im Juni 2024 im Podcast „Startup Spotlight“. Zu diesem Zeitpunkt hatte Coboworx gerade die Millionen-Finanzierung erhalten.
Laut Insolvenzverwalter Grünewald war das Unternehmen eigentlich auf einem guten Weg. In nur sechs Monaten habe Coboworx so viel Umsatz erzielt wie im gesamten Vorjahr. Er vergleicht die Situation mit einem Flugzeug: „Das Flugzeug war schon abgehoben, hatte aber noch keine Flughöhe erreicht.“ Nun versuche er, „diesen Flieger nochmal zu landen. Dann wird neu getankt – und ich hoffe, dass wir nochmal durchstarten können.“
Die Insolvenz von Coboworx steht beispielhaft für ein grundsätzliches Problem der deutschen Startup-Szene. „Die meisten Start-ups in Deutschland scheitern auf dem Weg zu einem großen etablierten Unternehmen“, erklärt Christoph Stresing, Geschäftsführer des Startup-Verbandes. Besonders in der aktuellen angespannten Wirtschaftslage seien viele Unternehmen zurückhaltend mit Aufträgen.
Hinzu komme, dass deutsche Unternehmen oft zögern würden, innovative Tech-Produkte von kleinen Start-ups zu kaufen, bevor diese sich „hundertfach bewährt“ haben, wie Mirko Holzer von der Bundesagentur für Sprunginnovationen betont.
