Derya Türk-Nachbaur, stellvertretende außenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion war selbst im Amazonasgebiet unterwegs und wurde dort nach eigenen Angaben mit „offenen Armen“ empfangen. Sie sagte t-online: „Für mich steht fest: Brasilien ist für Deutschland ein zentraler Partner – demokratisch, wirtschaftlich und als starke Stimme des globalen Südens.“
Umso mehr bedauert Türk-Nachbaur Merz‘ Äußerungen: „Missverständlich formulierte Aussagen, die ein Gastgeberland herabsetzen könnten, gefährden am Ende gemeinsame Fortschritte“, sagte sie. Der Rat der SPD-Politikerin an den Kanzler: „Ein klarer Schritt von Friedrich Merz, seine Worte einzuordnen, wäre jetzt hilfreich, damit wir den Fokus wieder auf das richten, was wirklich zählt: eine starke Zusammenarbeit, die Mensch und Klima schützt.“
Auch in der Zivilgesellschaft stieß Merz mit seinen Aussagen auf Unmut. Der geschäftsführende Vorstand von Greenpeace, Martin Kaiser, forderte: „Friedrich Merz muss sich bei den Menschen von Belém entschuldigen“. Dem Bundeskanzler habe offenbar die Zeit gefehlt, die große Gastfreundschaft der Menschen in Belém kennenzulernen, die in einem der Kipppunkte des globalen Klimas leben.
Gastgeber Brasilien hatte die UN-Konferenz bewusst in die Amazonas-Stadt Belém verlegt, um im Regenwald-Gebiet auf die Dringlichkeit von Klimamaßnahmen hinzuweisen.
