69 km/h zu schnell
Wiener Polizei beschlagnahmt deutschen Drei-Millionen-Renner
03.04.2025 – 12:28 UhrLesedauer: 2 Min.
Auch für die schnellsten Autos der Welt gelten keine anderen Tempolimits – und gerade in Österreich sind die Konsequenzen für Raser drakonisch. Doch manchmal gibt es eine unerwartete Wendung.
Ein schwarzer Bugatti Chiron rast mit 123 km/h durch Wien – erlaubt sind 50. Die Polizei stoppt ihn, kassiert den Führerschein des Fahrers und lässt den drei Millionen Euro teuren Supersportwagen abschleppen. Doch am nächsten Tag rollt er wieder über die Ringstraße. Wie kann das sein?
Es ist Nachmittag auf der Ringstraße, dem Prachtboulevard im Herzen von Wien. Die Polizei überwacht die gefahrenen Geschwindigkeiten, als ein Bugatti Chiron mit donnerndem Motor am Radar vorbeischießt: 123 km/h. Nach Abzug der Messtoleranz bleibt eine Überschreitung von 69 km/h. Fotos auf Instagram zeigen das Auto offenbar noch kurz vor der Beschlagnahmung.
Der Fahrer, ein 38-jähriger Österreicher, wird sofort gestoppt. Er behauptet, das Auto lediglich geliehen zu haben – es gehöre einem Freund und sei auf eine deutsche Firma zugelassen. Einen Besitznachweis kann er deshalb nicht vorlegen. Die Konsequenzen sind eindeutig: Der Führerschein ist weg. Mindestens sechs Monate Fahrverbot, ein Bußgeld von 300 bis 7.500 Euro, gegebenenfalls eine Nachschulung und eine verkehrspsychologische Untersuchung (MPU).
Die Polizei lässt den Supersportwagen abschleppen. Vorsichtig wird er auf einen Transporter verladen und in die Fahrzeugaufbewahrung nach Simmering gebracht. Doch am nächsten Tag die Überraschung: Zwei Männer holen das Auto ab – sie geben sich als Vertreter eines Münchener Luxusautohändlers aus. Laut Berichten residierten sie in einem Fünfsternehotel an der Ringstraße, wo der Bugatti geblitzt wurde. Offenbar ist er in München zugelassen und sogar auf der Homepage von „Bugatti Munich“ zu sehen.
Da das Auto nicht dem Fahrer gehört, sondern einer deutschen Firma, gibt es für die Polizei keine rechtliche Grundlage für eine dauerhafte Beschlagnahmung. Noch am selben Tag rollt der Bugatti wieder über die Wiener Ringstraße. Der Fahrer nicht – er ist nun erst mal zu Fuß unterwegs.