
Hoss droht Hopf
Umstrittenes Duo trennt sich im Streit
Aktualisiert am 10.01.2026 – 19:40 UhrLesedauer: 2 Min.
Philipp Hopf erweckt in einem rechten Medium den Anschein, das Ende sei einvernehmlich. Sein Podcast-Partner widerspricht – und äußert drastische Drohungen.
Das umstrittene Podcast-Duo „Hoss & Hopf“ hat sich getrennt. Das gemeinsame Projekt werde eingestellt, teilte Mitgründer Philip Hopf (40) mit. Nach mehr als drei Jahren und hunderten Folgen endet damit einer der reichweitenstärksten deutschen Podcasts, der häufig wegen der Verbreitung von Verschwörungsmythen und politisch extremen Positionen in der Kritik stand.
Hopf sagte der rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“: „Wir haben mit unserem Projekt ‚Hoss & Hopf‘ alles erreicht, was man in der deutschen Podcast-Szene erreichen kann, und schließen auf einem Hochpunkt dieses gemeinsame Kapitel“. Er wolle sich nun eigenen Projekten widmen, die seine „ganze Aufmerksamkeit erfordern“. Die letzte Folge erschien demnach bereits am 5. Dezember 2025.
Während Hopf das Ende als einvernehmliche Entscheidung darstellt, zeichnet sein Podcast-Partner Kiarash Hossainpour (26) ein anderes Bild. Auf der Plattform X warf er der Zeitung „Junge Freiheit“ vor, über die Trennung berichtet zu haben, ohne ihm zuvor Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben: „Philip wurde kontaktiert, ich nicht.“ t-online hat Hossainpour angefragt, erhielt jedoch keine Antwort.
In mehreren Beiträgen macht Hossainpour deutlich, wie tief der Bruch offenbar ist. Er erklärte, Hopf habe „angefangen mit der Presse (hinter meinem Rücken) und ohne mein Verständnis zu sprechen“. Sie hätten sich „aufgrund von Ego-Problemen und Mediendruck ohne beidseitige Zustimmung getrennt“.
Zugleich drohte Hossainpour seinem Ex-Partner, interne Informationen publik zu machen: Er habe Hopf gebeten, den Streit zu klären, „sonst kann ich auch einfach mal alles erzählen“. Weiter drohte er zu veröffentlichen, „wo Philip die ganze Nacht an seinem 40. Geburtstag war und was er da gemacht hat. Mit Videos“.
In einem weiteren Beitrag kündigte Hossainpour an, einen eigenen Podcast zu starten. Darin wolle er „unzensiert“ über die Trennung sprechen und darlegen, „warum AfD die einzige Lösung für Deutschland ist“.
Seit dem Start im September 2022 hatte sich „Hoss & Hopf“ rasant entwickelt. Hossainpour, der nach eigenen Angaben in Dubai lebt, und Hopf, der früher in Stuttgart wohnte und inzwischen in Zürich ansässig ist, erreichten mit ihrem Format ein Millionenpublikum. Gleichzeitig geriet das Duo zunehmend in die Kritik, weil es wiederholt Falschinformationen und Verschwörungserzählungen verbreitete, etwa zum Klimawandel, zur Corona-Pandemie oder zum Ukrainekrieg.
Besonders umstritten war die Verbreitung kurzer Videos auf TikTok: Anfang 2024 löschte die Plattform einen großen Kanal mit rund 160.000 Followern, der Inhalte des Podcasts verbreitete, und begründete dies mit „gefährlichen Falschinformationen und gefährlichen Verschwörungstheorien“.



