Genitalien waren sichtbar

Pilot soll Passagier mit Verstopfung von Toilette gezerrt haben


24.03.2025 – 11:41 UhrLesedauer: 2 Min.

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United-Airlines-Flugzeuge auf dem Flughafen Newark (Symbolbild): Ein Pilot der Airline wird von einem Passagier verklagt. (Quelle: IMAGO/Nicolas Economou)

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In New York erregt ein Vorfall in einem Flugzeug die Gemüter. Ist Antisemitismus im Spiel oder hat ein Reisender sich danebenbenommen?

Ein orthodoxer jüdischer Fluggast hat in einer Klageschrift vor einem New Yorker Gericht ausgesagt, ein United-Airlines-Pilot habe ihn gewaltsam aus der Flugzeugtoilette gezerrt, obwohl er an Verstopfung litt. Dabei sei er auf dem Flug von Tulum in Mexiko nach Houston (USA) anderen Passagieren mit entblößten Genitalien ausgesetzt gewesen.

Wie mehrere US-Medien berichten, führt Yisroel Liebb aus New Jersey nicht nur gegen die Fluggesellschaft Klage, sondern auch gegen das US-Heimatschutzministerium für innere Sicherheit. Dessen Beamte, so Liebb, seien nach der Landung an Bord gekommen und hätten ihn in Handschellen abgeführt.

Liebb und ein weiterer orthodoxer jüdischer Reisender berichten, dass der Pilot abfällige Bemerkungen über ihren Glauben gemacht habe. Sie hätten ihren Anschlussflug nach New York verpasst, weil sie von Beamten der Zoll- und Grenzschutzbehörde der Vereinigten Staaten (CBP) durch das Terminal geführt und in Gewahrsam genommen worden seien und weil man ihr Gepäck durchsucht habe.

„Die CBP-Beamten reagierten auf Ersuchen der Fluggesellschaft auf Berichte über einen Zwischenfall an Bord“, sagte Hilton Beckham, stellvertretender CBP-Kommissar für öffentliche Angelegenheiten, dem US-Fernsehsender CNN. „Aufgrund des laufenden Gerichtsverfahrens können wir keine weiteren Kommentare abgeben.“ United Airlines lehnte eine Stellungnahme gegenüber CNN ab. Auch der Anwalt, der Liebb und den anderen Passagier, Jacob Sebbag, vertritt, habe nicht auf Anfragen reagiert.

In der Klageschrift, die am Mittwoch beim Bundesgericht in Manhattan eingereicht wurde, beschreibt Liebb demnach, dass er sich am 28. Januar etwa 20 Minuten auf der Toilette im hinteren Teil des Flugzeugs aufgehalten habe. Eine Flugbegleiterin habe dann Sebbag aus dem Schlaf geweckt und ihn gebeten, nach Liebb zu sehen. Liebb erklärte Sebbag seine Magen-Darm-Beschwerden und versicherte ihm, dass er bald fertig sei.

Weitere zehn Minuten später kam dann einer der Piloten und forderte ihn lautstark auf, herauszukommen. Nur, um kurze Zeit später von außen das Schloss aufzubrechen und Liebb mit heruntergelassener Hose von der Toilette zu zerren. Seine Genitalien seien für Sebbag, das Kabinenpersonal und die umstehenden Passagiere sichtbar gewesen, wird die Klageschrift zitiert.

Liebb und Sebbag behaupten, der Pilot habe ihnen angedroht, verhaftet zu werden und sie in ihre Sitze zurückgedrängt. Dabei habe er abfällige Bemerkungen über ihren Glauben und darüber gemacht, „wie sich Juden verhalten“.

Beide Männer trugen zu dem Zeitpunkt laut „USA Today“ traditionelle jüdische Kleidung. Die Zeitung zitiert aus Liebbs Klage, er habe sich „sexuell verletzt und beschämt gefühlt, nachdem er öffentlich nackt vorgeführt wurde“.

Nach der Landung des zweistündigen Fluges in Houston seien sechs Grenzschutzbeamte an Bord gekommen und hätten die Männer aus dem Flugzeug eskortiert. Auf seine Frage, warum sie festgehalten würden, habe ihm ein Beamter die Handschellen angelegt und geantwortet: „Dies ist weder eine örtliche noch eine staatliche Angelegenheit. Wir sind Homeland. Du hast hier keine Rechte.“

Die Männer gaben an, United habe sie kostenlos auf einen Flug nach New York City am nächsten Tag umgebucht, aber die Kosten für die Verspätung seien ihnen durch Hotelübernachtung und Verpflegung trotzdem entstanden.

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