
Bisher waren die Kontrollen für viele Pendler ein Ärgernis auf dem Weg zur Arbeit oder wieder nach Hause – besonders für viele Deutsche, denn Pendelverkehr aus Luxemburg nach Deutschland gibt es kaum. Kurz vor der deutschen Grenze nutzen viele auf der Heimfahrt dann doch einen Vorzug des freien Binnenmarktes: Auf das Gelände der luxemburgischen Grenztankstelle in Wasserbillig rollen den ganzen Tag über deutsche Autos.
Viele Pendler tanken hier auf dem Heimweg günstig. Ein junger Mann aus Trier füllt sogar einige Kanister auf, die er im Kofferraum verstaut. Er findet die Kontrollen grundsätzlich gut und meint, die Grenzen müssten geschützt werden. Mit dieser Meinung ist er nicht allein, aber an der Tankstelle in der Minderheit. Eine Lehrerin aus Trier, die in Luxemburg arbeitet, ist vom Stau erschöpft: „Die Fahrt hin und her ist sowieso schon lang, jetzt ist es ein Kampf“, sagt sie.
Ein paar Kilometer weiter an der fest eingerichteten Kontrollstation auf deutscher Seite gibt es wenig fröhliche Gesichter hinter den Windschutzscheiben – viele sind frustriert vom Stillstand auf der Fahrbahn. Unter denen, die ein Bundespolizist nacheinander aus dem Verkehr zieht, sind viele Handwerker mit Lieferwagen. Zwei von ihnen nehmen es locker: Die Staus stören sie auch, klar. Aber es sei gut, dass darauf geachtet werde, wer einreist.
Ein anderer meint, die Kontrollen seien sinnfrei. Entlang der Grenze nehme er kaum Polizei wahr, aber: „Hier auf der Autobahn machen die einen auf dicke Hose“, schimpft er. Dabei kontrolliert die Polizei nach eigenen Angaben nicht nur auf der A64 nahe Trier, sondern auch an vielen der 26 anderen Grenzübergängen – dort allerdings nicht dauerhaft und manchmal in Zivil.
Die Bundespolizei rechtfertigt die Kontrollen mit der Bilanz aus den vergangenen Monaten: Seit September hätten die Beamten 410 Schleusungen gestoppt. Hinzu kämen etwa 700 Menschen, die die Polizei zwischen Sommer 2024 und Juni 2025 an der Grenze zurückgewiesen und wieder über die Grenze zurück nach Luxemburg gebracht habe. Die Zusammenarbeit mit den luxemburgischen Behörden laufe dabei problemlos, sagte ein Sprecher der Bundespolizeiinspektion Trier.













