Kein Geld vom Bund
Hamburg muss wichtigen S-Bahn-Tunnel vorerst stoppen
03.12.2025 – 08:32 UhrLesedauer: 2 Min.
Der geplante Tunnel zur Entlastung der Hamburger S-Bahn kommt nicht voran. Der Senat sieht den Bund in der Pflicht, doch eine Finanzierungszusage fehlt bislang.
Die Planung für einen neuen S-Bahn-Tunnel zwischen dem Hamburger Hauptbahnhof und dem künftigen Bahnhof Altona liegt auf Eis. Der Senat teilte dies in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsfraktion mit.
Der Verbindungsbahnentlastungstunnel (VET) soll auf der stark befahrenen Strecke über Dammtor und Sternschanze zwei S-Bahngleise für Fern- und Regionalzüge freimachen. „Beim VET sind derzeit keine Planungsfortschritte erkennbar“, erklärte der Senat in seiner Antwort.
Das Bundesverkehrsministerium hat eine angekündigte Studie zum Eisenbahnknoten Hamburg nicht beauftragt. Die Finanzierung des Projekts bleibt offen. „Eine Finanzierungszusage des Bundes erfolgte bisher nicht“, heißt es in der Senatsantwort. Zu den Kosten machte der Senat keine Angaben.
Die Entlastung der Verbindungsbahn gilt als wichtiger Baustein für den Deutschlandtakt. Der Senat hatte sich vor gut zwei Jahren für zwei mögliche Streckenführungen des S-Bahn-Tunnels entschieden. Eine Machbarkeitsstudie vom März 2023 hatte fünf Varianten aufgezeigt.
Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) hatte im vergangenen September angekündigt, dass Hamburg den Bau der neuen U-Bahnlinie U5 vorantreiben werde. „Der Punkt ist überschritten, mit dem wir den Verbindungsbahnentlastungstunnel und die U5 zusammen bauen können“, sagte der Senator damals.
Der geplante Tunnelanschluss hatte auch die Planungen für den neuen Bahnhof Altona am Diebsteich durcheinandergebracht. Die Deutsche Bahn hat mitgeteilt, dass der neue Fern- und Regionalbahnhof erst Ende 2029 in Betrieb geht – zwei Jahre später als geplant.
CDU-Fraktionschef Dennis Thering kritisierte den Senat scharf: „Der Stillstand bei der Planung des Verbindungsbahnentlastungstunnels ist symptomatisch für die Infrastrukturpolitik des rot-grünen Senats.“ Er nannte es unverständlich, dass der Senat noch keine Vorzugsvariante gewählt habe.













